Ensemble auf Weltniveau

Unter dem Motto "Musik, die verbindet" musizieren jüdische und arabische Israelis am Sonntag im Kurhaus Bad Boll. Zu hören ist auf Einladung der Evangelischen Akademie das "Israeli Plectrum Orchestra".

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Das "Israeli Plectrum Orchestra" ist ein ganz besonderes Ensemble: 35 junge Juden und Araber musizieren gemeinsam, und das auf Weltniveau. Das Mandolinen-Orchester trat in Bristol für die BBC auf, gastierte auf den großen Bühnen Israels und bei zahlreichen Festivals. Am Sonntag steht das Ensemble in der Reihe "Töne der Klassik" um 20 Uhr im Kurhaus Bad Boll auf der Bühne - auf Einladung der Evangelischen Akademie.

Zu hören sind an diesem Abend unter anderem Werke von Franz Schubert, Prokofjew und Händel, das Ensemble wird dirigiert von Moti Shmitt.

Der Kontakt zu den talentierten Nachwuchsmusikern entstand vor zwei Jahren. Zu seiner Tagung "Warum man an Musik nicht sparen darf" hatte Studienleiter Dr. Thilo Fitzner auch den Manager des "Israeli Plectrum Orchestra" als Referenten eingeladen. Das Ensemble ist das Ergebnis eines Erfolgsprojektes. 1976 gründet der Dirigent Benjamin Belski das Orchester in Rosh Haayin zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Sein Ziel war es, möglichst vielen Kindern das Spielen eines Instruments zu ermöglichen. Außerdem wollte er ein Angebot schaffen, das Jugendliche aus allen ethnischen Gruppen der von Einwanderern geprägten Stadt zusammenbrachte - die 40 000 Bürger von Rosh Hayin haben Vorfahren aus dem Jemen, Äthiopien, Indien und Russland.

Heute bekommt in der Region jeder Schüler an seiner Schule kostenlosen Unterricht an der Mandoline. Es gibt mehrere Orchester mit unterschiedlichem Niveau, nur die besten schaffen es in das Top-Ensemble, dass am Sonntag im Bad Boller Kurhaus gastiert. Die Musik verbindet nicht nur jüdische Jugendliche verschiedener Herkunft, sondern auch Juden und Araber. Mittlerweile fördert das israelische Bildungsministerium die Arbeit, das Orchester hat für seine musikalischen Leistungen zahlreiche Preise auf internationalen Festivals gewonnen und mit großen Sinfonieorchestern musiziert.

Dass das Orchester nun nach einem Auftritt in Venedig Station in Bad Boll macht, ergab sich in der Evangelischen Akademie. Bei der Tagung 2010, bei der es um die pädagogische Wirkung von Musik ging, lernte Maria Fiedler, Leiterin der Musikschule in Filderstadt, ihre israelischen Kollegen kennen. Sie lud ihn zu einem Auftritt nach Filderstadt ein - und so spielen die israelischen Mandolinenkünstler am 28. Oktober in Bad Boll und am Tag darauf in Filderstadt.

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