Emmi Kümmerle hat in 100 Jahren viel erlebt

Emmi Kümmerle hat mehr erlebt als andere: Vor 100 Jahren geboren, überstand sie als Kind den ersten und als junge Mutter den zweiten Weltkrieg.

|
Emmi Kümmerle will ihren 100. Geburtstag richtig feiern.  Foto: 

Die hundertjährige Emmi Kümmerle hat es sich in ihrem Sessel im Wohnzimmer gemütlich gemacht. Die Sonne scheint. Sie zeigt mit dem Finger in den Vorgarten: "Der Garten war mir immer besonders wichtig, ich liebe Blumen. Ordentlich muss er deswegen auch heute noch sein." Früher, so erzählt sie, sei sie im Garten gewesen sobald es warm war. Im Gewächshaus habe sie Tomaten, Gurken, Salat und Kohlrabi angebaut. Seit einigen Jahren kümmert sich hauptsächlich ihr Sohn Klaus Kümmerle um die Grünfläche und die Beete, da seine Mutter die Aufgaben körperlich nicht mehr bewältigen kann. Der 69-Jährige berichtet, es sei nicht leicht, ihren hohen Ansprüchen gerecht zu werden.

In der Hansestadt Hamburg geboren wuchs sie während des ersten Weltkriegs als zweitjüngste von vier Schwestern auf. Sie hat nicht viele Erinnerungen an diese Zeit. Als junge Frau lernte sie ihren zukünftigen Mann in einer Metzgerei kennen. "Ich wusste nicht wie er heißt, ich nannte ihn nur "den Schwarzen", weil er so schwarze Haare hatte", erzählt Emmi Kümmerle über ihren Friedrich, den sie liebevoll Fritz nannte. "Ich habe ihn wirklich geliebt und er hat mich geliebt", erinnert sie sich an ihren längst verstorbenen Mann.

Im zweiten Weltkrieg brachte sie während eines Bombenalarms ihre Tochter Monika zur Welt. Das Krankenhaus war auf Grund des bevorstehenden Angriffs schon geräumt, keine Schwester war mehr da. Nur ein Arzt half ihr bei der Geburt. 1943 wurde die damals 29-Jährige mit ihrer Tochter und vielen anderen Frauen und Kindern in Folge der Bombardierung Hamburgs nach Pfarrkirchen in Bayern in Sicherheit gebracht. Von dort führte der Weg der erneut schwangeren Frau nach Ebersbach auf den Hof der Schwiegereltern. Die Familie fuhr die Ernte auf dem Feld ein, als Emmi Kümmerle ohne die Hilfe einer Hebamme ihren Sohn Klaus zur Welt brachte.

Emmi Kümmerle hat nicht nur ihre Kinder erzogen und als Verkäuferin hart gearbeitet, sondern sich auch viel um ihre drei Enkel und später um ihre fünf Urenkel gekümmert. Seit einigen Jahren pflegt Tochter Monika ihre Mutter, mit der sie seit 1973 in einem Haus wohnt. "Wenn schönes Wetter ist, fährt mich mein Sohn immer raus, das freut mich so sehr", sagt sie. Vergangene Urlaube in der Schweiz und im Allgäu mit ihrer guten Freundin Hedwig und ihr geliebter Garten zählen zu den schönsten Erinnerungen ihres Lebens. Trotz einiger gesundheitlicher Rückschläge ist die Hundertjährige bereit für das große Fest: "Ich will schon richtig feiern, mit allem."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ärger über wildes Parken in der Hauptstraße

In Göppingen wächst der Unmut über das Parkchaos in der Hauptstraße. Der Ruf nach einem härteren Durchgreifen gegen Parksünder wird lauter. weiter lesen