Eltern sollen mehr Gebühren zahlen

Während der Ottenbacher Gemeinderat die Erhöhung der Kindergartengebühren beschlossen hat, hat der Süßener Gemeinderat einen entsprechenden Vorstoß der Verwaltung abgelehnt.

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Das neue Kinderhaus Stiegelwiesen in Süßen reicht schon nicht mehr. Es wird um zwei Gruppen erweitert. Drei weitere Gruppen sollen an anderer Stelle folgen.  Foto: 

„Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, reagiert Bürgermeister Marc Kersting auf das Scheitern des Versuchs, die Kindergartengebühren in Süßen zu erhöhen. Mit knapper Mehrheit sei an den Fraktionen von SPD und Grünen der Verwaltungsantrag gescheitert, die Gebühren für die nächsten beiden Kindergartenjahre anzuheben, berichtet Kersting. Das Gremium sei nicht komplett gewesen, sagt der Bürgermeister. Er hält daher auch eine andere Mehrheit für möglich. Im Süßener Gemeinderat haben SPD (5) und Grüne (4) 9 der 18 Sitze. CDU (5) und FDP-AFW (4) kommen zusammen ebenfalls auf 9 Sitze. Falls die Fraktionen nach diesem Muster abstimmen, wäre Kerstings Votum entscheidend.

Der Bürgermeister will jetzt noch einmal die Folgen der ausgebliebenen Gebührenerhöhung hervorheben. 2017 gehe es um 15 000 Euro, dann um bis zu 70 000 Euro, kalkuliert Kersting. Süßen, das einen erheblichen Schwund bei der Gewerbesteuer verkraften muss, könne sich den Verzicht nicht erlauben.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, der Empfehlung der kommunalen Landesverbände und der Kirchen über die Gebührenhöhe zu folgen. Da seit 2015 die Personalkosten recht stark gestiegen seien, fallen auch die anstehenden Gebührenschritte relativ hoch aus.  Da die Landesverbände fürs vorige Jahr keine Erhöhung der Elternbeiträge empfohlen hatten, kündigten sie schon damals für das Jahr 2017/18 einen Schritt von bis zu 8 Prozent an. Süßen hat aber schon jetzt den Elternbeitrag etwas angepasst, so dass „nur“ ein Anstieg um 5,7 Prozent fällig wäre. 2017/18 würde eine weitere Erhöhung um etwa 3,5 Prozent folgen. „Es summiert sich“, bewertet Kersting die erwarteten Ausfälle. Zumal die Stadt den beiden Kirchengemeinden für die drei konfessionellen Kindergärten die entgangene Gebührenerhöhung ersetzen müsse.

Zudem müsse Süßen in den nächsten Jahren fünf neue Kindergartengruppen bauen. Wer aber der Ansicht sei, dass der Besuch des Kindergartens nichts kosten soll, müsse erst im  Bund oder im Land die Voraussetzungen schaffen und dürfe nicht bei den Kommunen anfangen, findet der Bürgermeister.

In Ottenbach hat indes der Gemeinderat die höheren Beiträge für die nächsten beiden Kindergartenjahre beschlossen. Die Gemeinde folgt den Empfehlungen der Landesverbände. Für verlängerte Öffnungszeiten gibt es je nach Betreuungszeit Zuschläge. Bei den Kinderkrippen lag Ottenbach bisher unter der Landesempfehlung. Die Differenz soll schrittweise ausgeglichen werden. Der Landesrichtsatz wird laut Verwaltung im Kindergartenjahr 2019/20 erreicht. Bis dahin wird die Elterngebühr stärker erhöht als vorgeschlagen wurde.

Regelsatz Fürs nächste Kindergartenjahr schlagen die Verbände im Regelkindergarten bei Familien mit einem Kind 111 Euro im Monat vor. Bisher lag der Satz bei 103 Euro. Im Jahr 2018/19 wären 114 Euro fällig. Bei Familien mit zwei Kindern sollen 84 bzw. 87 Euro bezahlt werden. Ottenbach folgt dieser Empfehlung, während Süßen vorerst bei 105 bzw. 80 Euro im Monat bleibt.

Kleinkinder Für verlängerte Öffnungszeiten oder Ganztagsbetreuung sowie für die Kleinkinderbetreuung (U3) werden höhere Gebühren verlangt. Da sind die Tarife je nach Betreuungsbedarf sehr unterschiedlich. Im U3-Bereich verlangt Ottenbach das Doppelte des Regelkindergartens. Zudem gilt, dass Familien mit wachsender Zahl von Kindern pro Kind niedrigere Gebühren bezahlen müssen.                                                                 

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