Eislinger Stadträte können Bau eines großen Hauses nicht verhindern

Es gibt noch weiße Flecken zwischen den vielen Vorschriften: In Eislingen fehlt für einige Gebiete ein Bebauungsplan. Die Gesetzeslücke ermöglicht den Bau eines Hauses, das vielen Räten ein Dorn im Auge ist.

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Wohnraum für sechs Familien verteilt auf zwei Gebäude und drei Geschosse. Sicht auf das geplante Haus von der Ziegelbachstraße. Grafik: Zoller Architekten

Die Stadträte in Eislingen lehnen den Bau eines Mehrfamilienhauses im Heckenweg weiter ab. Der Ausschuss für Technik und Umwelt sprach sich vergangene Woche nahezu geschlossen gegen die überarbeiteten Pläne des Architekten Thomas Zoller aus. Nur Oberbürgermeister Klaus Heininger stimmte für das Projekt.Peter Ritz (SPD) war befangen und stimmte deshalb nicht mit ab. Dieses Ergebnis ist das gleiche wie bei der Abstimmung im Mai. Trotz des Widerstands kann der Bauherr sein Vorhaben womöglich verwirklichen, denn es gibt keinen Bebauungsplan für das Gebiet und das Amt für Baurecht sowie die Stadt teilen die Kritik der Bürgervertreter nicht.

Schon vor zwei Monaten weigerten sich viele Mitglieder des Ausschusses, dem Neubau zuzustimmen. Sie fanden, das Haus für sechs Familien sei zu mächtig und füge sich nicht gut zwischen die vorhandenen Häuser ein. Gegen solchen Widerstand wollte Oberbürgermeister Heininger dem Gesuch nicht stattgeben. Er bat den Architekten die Pläne zu ändern - zum dritten Mal, denn im Mai lag dem Ausschuss die zweite Versionder ursprünglichen Zeichnungen vor.

Der neue Vorschlag sollte das wuchtige Erscheinungsbild noch einmal dämpfen. Architekt Thomas Zoller hat das oberste Geschoss der zwei gleichen und miteinander verbundenen Baukörper nach hinten gerückt. Halboffene oder teilweise durchsichtige Garagentore sollen das Haus zum Heckenweg hin freundlicher wirken lassen. Außerdem wies er darauf hin, dass er das Gelände rund ums Gebäude weniger als einen Meter ausgrabe oder aufschütte - also praktisch unverändert lasse.

Doch das Werben für die jüngste Fassung war vergebens. Die Mitglieder des Ausschusses brachten gegen den neuen Entwurf die gleichen Einwände vor wie gegen den alten. Der Chef der Freien Wähler, Eckehard Wöller, erkannte keine nennenswerte Verbesserung im Vergleich zum früheren Plan."Die zwei wuchtigen Baukörper wirken dreigeschossig", sagte er. Daranänderten auch die versetzen oberen Wohnungen nichts. Die Garagen missfielen dem Stadtrat ebenfalls: Die zwei großen Tore bildeten einen unfreundlichen Riegel."Die Garagen werden das Straßenbild beeinflussen." Auch Manfred Strohm von der CDU war das Gebäude zu groß."Das ist eine unverhältnismäßige Verdichtung des Kleingebiets Heckenweg", sagte er. Das Vorhaben sei an dieser Stelle einfach zu viel.

Zwei andere Stadträte sprachen die rechtlichen Eigenheiten des Baugebiets an. Für das wie auch viele weitere Quartiere in Eislingen gibt es keinen Bebauungsplan, der Besiedelung oder Nutzung regelt. Das halten Eckehard Wöller und Fraktionskollege Willy Hörmann für einen Nachteil."Ein Bebauungsplan wäre viel besser", sagte Hörmann. Ein solcher Leitfaden ließe das Bauvorhaben besser in die Nachbarschaft einfügen."Wir sollten eindeutige Bebauungspläne machen", pflichtete ihm Eckehard Wöller bei.

Die Zuständigen im Rathaus teilen diese Bedenken nicht."Architekt Thomas Zoller hat seine Hausaufgaben gemacht", fand der Chef des Baurechtsamts, Rolf Lennartz. Seine Abteilung habe keinen Grund, die Pläne für das Vorhaben nicht zu genehmigen. Baubürgermeister Thomas Schuster sieht die Sache gleich:"Das Projekt ist aus unserer Sicht in Ordnung."

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