Eine "strategische Investition"

Die Übernahme der Kosten für den Schulbus ist Tradition in Böhmenkirch. Neu ist, dass davon nun auch auswärtige Kinder profitieren.

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Hurra die Schule ist aus! Bald dürfen auch die Kinder aus Stötten umsonst in den Schulbus einsteigen. Foto: Johannes Bartenbach

Die Gemeinde Böhmenkirch wird auch weiterhin die Kosten der Monatsfahrkarten für die Beförderung von Grundschülern übernehmen. Diese Freiwilligkeitsleistung in Höhe von jeweils 8500 bis 9000 Euro pro Jahr gewährt die Albgemeinde, seit Kinder mit dem Bus von Steinenkirch nach Böhmenkirch und von Schnittlingen nach Treffelhausen fahren müssen. Bislang gab es über das Thema auch kaum Diskussionen.

Das änderte sich am Dienstag, als die Verwaltung dem Gemeinderat vorschlug, den Zuschuss nicht nur Kindern aus der Gemeinde, sondern auch den fünf Kindern aus dem Geislinger Stadtbezirk Stötten zu gewähren, die in Treffelhausen zur Schule gehen. "Das stärkt den Grundschulstandort Treffelhausen", sah Bürgermeister Matthias Nägele die zusätzlichen 1400 Euro angesichts allgemein sinkender Kinderzahlen als "strategische Investition in die Zukunft".

Gerhard Michalka war anderer Meinung: Wenn Grundschüler aus Böhmenkirch nach Geislingen gingen, "bekommen wir keinen Cent", monierte Michalka. Erwin Lang warf darauf Michalka vor, den Schulstandort Treffelhausen infrage zu stellen: "Wenn wir irgendwann Kinder von Treffelhausen und Schnittlingen nach Böhmenkirch karren müssen, kostet das auch Geld."

Markus Fehrenbacher warnte wiederum davor, mit der Übernahme von Abos Kinder aus anderen Gemeinden abzuwerben. "Das ist bei uns in Heidenheim gerade ein ganz großes Thema", erläuterte der geschäftsführende Rektor der Realschulen in Heidenheim. Das sei nicht der Fall, versicherte der Bürgermeister. Die Eltern der Stöttener Kinder würden zum Großteil in Treffelhausen arbeiten - "da ist Treffelhausen als Schulort eben geschickter als Geislingen". Eva Eberlein gab zu bedenken, dass die Grundschule in Treffelhausen die Kinder aus Stötten auch braucht: Da kann schon ein Kind mehr entscheiden, ob man zwei Klassen bilden darf.

Trotz kontroverser Debatte waren sich am Ende alle doch wieder einig. Und so dürfen sich nun auch die Eltern der fünf Kinder aus Stötten über einen kostenlosen Schulbus nach Treffelhausen freuen.

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