Ein sinnliches Zusammenspiel Das Göppinger Kammerorchester musiziert im Schlater Lamm

Ein Vier-Gänge-Menü, dazu Musik von Barock bis Neuzeit mit dem Göppinger Kammerorchester, das erlebten 130 Gäste im Gasthof Lamm in Schlat.

|

"Stellen Sie sich vor, da sitzen nicht Streicher des Göppinger Kammerorchesters, sondern ein reines Damenorchester, etwa so angezogen wie Nonnen, und spielen das Werk ihres Meisters, der sie ausgebildet hat und dirigiert." So führte Wilfried Maier in den Abend im Festsaal des Landgasthofs Lamm in Schlat ein, bevor die 19 Streicher das "Concerto alla rustica" des Venezianers Antonio Vivaldi spielten. Vivaldi, der binnen kurzem das Orchester des Mädchenkonservatoriums Hospedale della Pietà zum besten Venedigs und später Italiens gemacht habe, war Priester, ein hervorragender Geiger und ein berühmter Komponist, der Händel und Bach beeinflusst habe. Dies und noch viel mehr erfuhren die etwa 130 Gäste, bevor die Vorspeise aufgetragen wurde.

Ein sinnliches Zusammenspiel von feinem Essen und Musik vom Barock bis zum 20. Jahrhundert, ausgehend von Italien nach Norden streifend, dies erlebten die Gäste bei hoher Tischkultur im Festsaal des Lamm, um bei der Zugabe wieder zu einem mit großer Verve gespielten "Concerto grosso" aus Italien zurückzukehren.

Da die Besetzung mit tiefen Streichern überwog und man als Zuhörer nahe bei den Musikern saß, ergab sich ein präsenter, überaus dichter Klang, der die Illusion erweckte, man säße mitten im Orchester.

Ignaz Pleyels Sinfonie in D-Dur gab es vor der Suppe zu hören, ein Zeitgenosse Haydns und Mozarts, wobei letzterer Pleyel sehr geschätzt habe. Die handlichen Taschen- und Studienpartituren habe man ihm, der zunächst wegen einer gewissen Beethoven-Manie heruntergemacht worden sei, zu verdanken, sagte Wilfried Maier. Dem zweiten Satz, einem Andante cantabile in Dur, folgte der 3. Satz, ein Menuett und Trio, ganz im Stile Haydns.

Vor der gegarten Lamm-Hauptspeise hörte man vier Stücke von Edvard Grieg (Date, Im Volkston, Kuhreigen, Bauerntanz), eine Synthese aus romantischen und folkloristischen norwegischen Elementen, rhythmisch scharf akzentuiert und mit kühnen Akkordverbindungen.

"Sie haben ein zufriedenes Gesicht", so Maier vor dem Dessert, dem eine Streichersuite des Zeitgenossen John Rutter voranging, der statt avantgardistischer Technik traditionelle Tonarten, Dissonanzen und Jazz-Elemente benutze. Und zum Schluss gab es noch ein fröhliches und tänzerisches Charakterstück von Jean Sibelius.

Nicht nur Barbara und Peter Gratz aus Schwäbisch Gmünd waren hellauf begeistert, auch die Uhinger André Wiesner und Mandy Lüders, die den Abend von ihrem Partner zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, fanden es "erstklassig" - und das gesamte Publikum spendete reichlich Beifall.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Schlaganfallversorgung: Minister bleibt bei seiner Entscheidung

Das Positionspapier des Kreistags beeindruckt das Ministerium nicht: „Keine neuen Fakten.“ Kreisräte fordern Veröffentlichung des geheimen Gutachtens. weiter lesen