Ein Mann und seine roten Autos

Retten, löschen, bergen, schützen sind für den Uhinger Feuerwehr-Kommandanten Erwin Frasch keine leeren Worte. Seit 37 Jahren folgt er diesen Leitmotiven und fühlt sich im Uhinger Magazin zu Hause.

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Der Uhinger Feuerwehrkommandant Erwin Frasch ist mit Leib und Seele Brandbekämpfer. Foto: Sabine Ackermann

Tatütata - ob sich heutzutage kleine Jungs noch für die Feuerwehr begeistern können? Manche vielleicht schon. Bei Erwin Frasch war es jedenfalls so. Gerade volljährig geworden, zog es ihn wie einige seiner Kumpels gleich zur Freiwilligen Feuerwehr, damals noch in Wangen. "Leider gab es Anfang der Siebzigerjahre noch keine Jugendfeuerwehr, sonst wären die vier Jahrzehnte sicher schon voll", erzählt der Kommandant schmunzelnd.

Als Frasch 1989 mit seiner Familie nach Uhingen zog, war der nahtlose Übergang zu den örtlichen Florianjüngern quasi vorprogrammiert. Es dauerte nicht lange, und der "Reigschmeckte" war einer von ihnen. So sind die gemeinsame Verbundenheit und Freundschaft einige Gründe, weshalb es ihm bei der Freiwilligen Feuerwehr Uhingen so gut gefällt und er das Magazin als seinen Lieblingsplatz bezeichnet. "Die Kameradschaft, der gute Umgang miteinander, das Arbeiten im Team, bei dem alle das gleiche Ziel haben, nämlich zu helfen, das macht doch Sinn. Einzelgänger gibt es bei uns nicht", betont der 55-Jährige.

Zuerst Feuerwehrmann danach stellvertretender Zugführer, Zugführer, stellvertretender Kommandant und seit 2001 Kommandant - so liest sich der Werdegang des zweifachen Vaters, dessen Kinder zumindest feuerwehrtechnisch nichts am Hut haben. Erst im vergangenen Jahr wurde Frasch für die nunmehr dritte Amtsperiode wiedergewählt. Solange Gesundheit und Freude am Helfen einhergehen, will er weitermachen - und für danach gebe es ja schließlich noch die Altersfeuerwehr, verrät der rührige Brandbekämpfer verschmitzt. Doch bis dahin dauert es ja noch ein Weilchen.

Im Schnitt rücken 45 aktive Feuerwehrmänner nebst einer Feuerwehrfrau (auch in Sparwiesen gibt es weiblichen Zuwachs) rund 80 bis 100 Mal pro Jahr aus. Außer Uhingen gehören noch Albershausen, Ebersbach, Hattenhofen, Schlierbach und Wangen zu den Einsatzgebieten, wobei die Drehleiter mit Korb eine große Rolle spielt. Dieses Fahrzeug, welches vorwiegend der Menschenrettung dient, bereichert neben dem restlichen, recht beeindruckenden Fuhrpark seit Oktober 2010 die Fahrzeughalle. "Dafür haben wir lange gekämpft", erinnert sich Erwin Frasch und ergänzt: "Und dieser Kampf hat sich gelohnt." So war die Drehleiter erst kürzlich im Rahmen der Überlandhilfe in Zell bei einem Dachstuhlbrand im Einsatz, weil die Göppinger Leiter gerade in Reparatur war.

Wie viele Stunden er in 37 Jahren bei und mit der Feuerwehr verbracht hat - es mögen wohl tausende gewesen sein. Dabei sind es ja nicht nur die Einsätze rund um die Uhr, sondern auch Dienstbesprechungen, Fort- und Weiterbildungen, Ausflüge, Kameradschaftsabende oder die Organisation von Veranstaltungen wie "Alpenland Sepp & Co" im Uditorium zählen dazu. Auch kein Kandelhock oder 24-Stunden-Lauf ohne Freiwillige Feuerwehr.

"All das funktioniert freilich nur, wenn die Familie dahintersteht", sagt der Ehemann, der die Unterstützung seiner Frau Inge sehr zu schätzen weiß. "Wenn der Piepser losgeht, wissen wir nie, was uns erwartet. Dafür gibt es kein Schema, sondern nur bestimmte Handgriffe. Aber gleich voll da sind wir alle", erzählt Erwin Frasch. Freilich haben er und seine Männer schon viel Schlimmes sehen, erleben und durchmachen müssen: "Das darf man allerdings nicht an sich ranlassen. Meistens reden wir erst Tage später darüber, arbeiten dann die Geschehnisse auf."

Bei ganz schlimmen Unglücken mit Schwerverletzten oder Toten können die Helfer aber auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Jeder habe da seine eigene Art und Weise das Erlebte zu verkraften. "Doch man kann auch jederzeit zu mir kommen", betont der Kommandant.

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