Ein liebevoll gestaltetes Märchen

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Die Füchsin hat im Frühjahr keine Bleibe mehr, ihre Villa aus Eis ist dahin geschmolzen. Ulrike Stegmiller führte mit  Velemir Pankratov das russische  Märchen bei der Kindertheaterwoche  auf.   Foto: 

Etwa 70 kleine und große Menschen hatten sich kurz vor Einlass am Haug-Erkinger-Saal in Rechberghausen eingefunden, um das russische Märchen „Die Füchsin und der Hase“ als interaktives Stück zu sehen. Es wurde vom Orpheus Theater Stuttgart inszeniert und gespielt.

Mitten auf der Bühne war ein Waldbild aufgebaut, das schon Lust auf die Geschichte machte. Die Kinder waren die Ehrengäste, für die die besten Plätze ganz vorne an der Bühne reserviert waren, wie eben für die wichtigsten Personen im Theater. Dann gab es noch ein paar Anweisungen von Ulrike Stegmiller, der Theatermacherin höchst persönlich für zwei Mitspielerinnen, Johanna und Leonie, die am Morgen Stabpuppen gebastelt hatten und gleich ihren Auftritt im Stück hatten. Johanna fand es ganz toll, dass sie mitspielen durfte; sie war schon aufgeregt. Auch das Basteln hatte ihr große Freude gemacht.

Dann schlossen sich die Türen, das Spiel begann. Ulrike Stegmiller erzählte mit angenehmer Stimme die Geschichte, wie der Hase sein selber gebautes Haus an die gewiefte Füchsin verlor.

Zusammen mit ihrem Partner Velemir Pankratov hauchte sie dem Märchen Atmosphäre und Lebendigkeit ein. Im Winter hatte die Füchsin ein Haus aus Eis gebaut, vielmehr eine Villa, die aber dann im Frühling dahinschmolz. Da hatte sie nun keine Bleibe mehr und luchste dem Hasen sein noch vorher geschmähtes Haus ab. Der suchte sich Hilfe bei den Waldtieren: zuerst beim Wolf, dann beim Bären und schließlich beim Ochsen. Aber keiner war stark genug, der Füchsin das Haus wieder abzujagen. Bis der Hahn kam. Der entschied den Kampf für sich und zur Belohnung durfte er mit dem Hasen ins Haus einziehen. Alle anderen Tiere, am Ende sogar die Füchsin, waren jederzeit als Gäste willkommen. So gab es ein versöhnliches Happy-End, worüber sich die Spieler auf der Bühne und auch die kleinen und großen Zuschauer herzlich freuten.

Es war kurzweilig, was sich da auf der Bühne abspielte. Alle durften mitmachen, immer wieder gab es Anlass, sich zu beteiligen, zum Beispiel beim Schneegestöber oder bei den Versuchen, die Füchsin zu vertreiben. Auch die am Vormittag von Johanna und Leonie gebastelten Stabfiguren im Ferienprogramm von Rechberghausen kamen zum Einsatz.Die Tiere waren alle liebevoll, mit vielen Details gestaltet, gut erkennbar auch für die kleinen Zuschauer. Das Bühnenbild stellte den Wald mit und ohne Laub dar, andeutungsweise mit den Birken, die im Ursprungsland des Märchens, in Russland so zahlreich wachsen. Die Balalaika, gespielt von Velemir Pankratov, untermalte einzelne Textpassagen und bereicherte das Stück mit russischen Klängen. Ein äußerst liebevoll gestaltetes Märchen, das auch den Erwachsenen viel Spaß machte. Am Schluss gab es eine Menge Applaus und die Einladung für alle, auf die Bühne zu kommen und die Figuren und ihre Erzähler und Spieler aus der Nähe zu betrachten.

Termine Auf dem Programm der Rechberghäuser Kindertheaterwoche steht am heutigen Freitag vom theater en miniature „Findus zieht um“ (ab vier Jahre), am Samstag das Handtaschenmusical „Kopfüber Kopfunter“ (ab sechs Jahre) und am Sonntag „Gans der Bär“ vom Faro Theater (ab vier Jahre). Alle Veranstaltungen starten um 17 Uhr im Haug-Erkinger.

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