Ein Leidensweg zum Nachdenken

Zwei Frauen haben in Handarbeit etliche Jahre lang die Figuren aus biblischen Erzählungen gefertigt. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ab dem kommenden Wochenende in der Dorfkirche von Adelberg zu sehen.

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Das eher schlichte Innere der Dorfkirche von Adelberg schmückt seit dieser Woche eine neue Attraktion. Eine Ausstellung von biblischen Szenen zeigt im Chor des evangelischen Gotteshauses den Leidensweg Jesu. Die Geschichte vom Einzug in Jerusalem bis zur Wiederauferstehung können Interessierte ab kommenden Sonntag in Augenschein nehmen.

Zwei Frauen sind die Schöpferinnen der im Halbkreis ausgestellten Szenen. Die Haupt- und Nebendarsteller aus biblischen Erzählungen stellt Renate Decker seit rund 15 Jahren her. Durch das Mitglied der örtlichen Kirchengemeinde wurde Irmtraud Dannenhauer auf die Herstellung der Figuren aufmerksam. Die Sekretärin des Pfarramts ließ sich von Decker anstecken und fertigt seit zehn Jahren ebenfalls Figuren aus biblischen Geschichten an.

Das Gezeigte in der Dorfkirche soll dem Betrachter neue Impulse geben. "Unser Anliegen ist, mit den Figuren zum Nachdenken anzuregen über die Menschen und Geschichten in der Bibel", erklärt Dannenhauer. Der ausgestellte Passionsweg von Jesu könnte den Betrachter ins Nachsinnen bringen über den Glauben. "Man beginnt zu überlegen, was was ist und wieso die das so gemacht haben", findet Pfarrer Tilman Schüle. Der Geistliche beriet die beiden Frauen bei der Auswahl der Szenen, mischte sich aber beim Aufbau nicht ein.

Den Chor des Gotteshauses säumen rund 80 Figuren. Jesus, seine Jünger, Pontius Pilatus und dessen Soldaten haben Irmtraud Dannenhauer und Renate Decker zunächst aus Draht geformt. Das Gestell säumt eine Ummantelung aus Sisalfasern. Das pflanzliche Material wiederum hüllen die beiden Frauen ein in einen Stoff, der in der Automobilindustrie für den Himmel im Innern von Fahrzeugen eingesetzt wird. "Sechs bis sieben Stunden dauert es, bis eine Figur fertig ist", erklärt Dannenhauer. Einige der Gestalten seien in Kursen der Arbeitsgemeinschaft biblischer Erzählfiguren entstanden, dazu kamen Gleichgesinnte einige Male im Gemeindehaus von Adelberg zusammen.

Die Szenen sollen in den kommenden Wochen als eine Art Fahrplan dienen. "Wir gehen mit den Gottesdiensten auch den Passionsweg entlang", kündigt Pfarrer Schühle an. Die Ausstellung beginnt mit Jesu Einzug in Jerusalem. Weitere Etappen sind die Salbung in Bethanien, die Fußwaschung, das letzte Abendmahl, die Gefangennahme Jesu und sein Verrat, der Prozess sowie Jesu Kreuzigung und seine Wiederauferstehung. Einige Figuren haben Irmtraud Dannenhauer und Renate Decker schon einmal ausgestellt, doch als Passionsweg waren alle noch nicht zu sehen.

Info Die Ausstellung ist vom 22. Februar bis 12. April immer sonntags ab 10.30 Uhr etwa 45 Minuten zu sehen. Infos unter Telefon: (07166) 361.

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