Ein Aussichtspunkt erinnert Speerwerfer Peter Esenwein an seine Kindheit

Peter Esenwein hat viel von der Welt gesehen. Der erfolgreiche Speerwerfer kennt Osaka, São Paulo und Europa sowieso. Doch am Wasserreservoir Holzhausen beim Adelberger Fußweg gefällt es ihm am besten.

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  • Speerwerfer Peter Esenwein genießt den Ausblick von seinem Lieblingsplatz am so genannten Adelberger Fußweg. An diesem Aussichtspunkt hat er schon als Jugendlicher viel Zeit mit seinen Freunden verbracht. Foto: Sabine Ackermann 1/2
    Speerwerfer Peter Esenwein genießt den Ausblick von seinem Lieblingsplatz am so genannten Adelberger Fußweg. An diesem Aussichtspunkt hat er schon als Jugendlicher viel Zeit mit seinen Freunden verbracht. Foto: Sabine Ackermann
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Ganz klar, Peter Esenwein ist eine imposante Erscheinung. Muskulöse 102 Kilogramm verteilen sich auf 1,89 Meter und eine leichte Bräune verleiht ihm überdies ein gesundes Aussehen. Man sieht und spürt es - ohne Sport fehlt ihm was. "Wenn jemand mit über 40 Jahren immer noch Speerwerfen als Leistungssport betreibt, dann muss er entweder nichts besseres zu tun haben, verrückt oder besessen sein oder diesen Sport einfach so sehr lieben wie ich es tue", steht auf der Homepage. So war es auch sein Traum, 2008 seine zweiten Olympischen Spiele in Peking zu erleben.

Begonnen hat es bei Peter Esenwein ganz klassisch. "Natürlich war ich beim Kinderturnen und die Bundesjugendspiele wurden auch nie geschwänzt", erzählt der Holzhäuser lachend. "Dabei sein ist alles" - das galt für den 44-Jährigen bereits 1984 bei "Jugend trainiert für Olympia". Danach durfte er sich über viele Erfolge bei Deutschen- Europa- und Weltmeisterschaften, nationalen und internationalen Meetings sowie über seine persönliche Bestweite von 87,20 Meter freuen.

Obwohl er als Sportler viel von der Welt gesehen hat, empfindet er es heute noch als Privileg nach Holzhausen zu kommen. "Ich bin schon sehr heimatverbunden. In der Großstadt zu leben, wäre für mich undenkbar", verrät der Modellathlet, der Ausbildungen als Betriebsschlosser, Bankkaufmann und als diplomierter Betriebs- und Volkswirt vorweisen kann. Heute arbeitet er als Ernährungscoach und kümmert sich als Leiter des Wurfstützpunkts Schwäbisch Gmünd des Württembergischen Leichtathletik-Verbands um den Nachwuchs. Auch wurde er zwischendurch als Komparse oder Fotomodell gebucht.

Seinen Lieblingsplatz - eine Bank am Wasserreservoir - besucht er, wann immer es die Zeit erlaubt. Dieser Aussichtspunkt liegt am so genannten Adelberger Fußweg, direkt an der Landstraße in Richtung Oberberken. Ob der Hohenstaufen zur Linken, Wetterwarte Stötten, Klinik am Eichert, Uhinger Wasserberg, Albaufstieg Aichelberg bis hin zur Burg Teck oder bei guter Sicht sogar der Stuttgarter Fernsehturm zur Rechten, zu entdecken gibt es vor der Bergkette der Schwäbischen Alb immer wieder Neues.

Zudem erinnert dieser Platz Esenwein an seine Kinder- und Jugendzeit. "Gleich da hinten lag der Waldspielplatz, den es leider nicht mehr gibt. Was für eine tolle Zeit", erinnert sich Peter Esenwein und fügt mit ernster Miene hinzu: "Natürlich alles im Rahmen und nicht so wie heute die Jugendlichen meinen, feiern zu müssen." Damals schnappte man sich nach der Schule Rad oder Mofa und fuhr den Weg hoch. Man habe einfach nur gegrillt, gequatscht und freute sich am Spezi. "Manchmal schauten wir bloß ins Lagerfeuer, hingen unseren Gedanken nach oder führten tiefgründige Gespräche." Da brauchte es keine Musik oder sonstige Bespaßung, "alles war leiser, ruhiger, vom Komasaufen ganz zu schweigen. Als Schmusetreff war der Waldspielplatz allerdings weniger geeignet, viel zu öffentlich", erzählt der vielseitige Junggeselle grinsend.

Noch heute ist er froh, dass er das so erleben durfte. Erholung und Entspannung findet Esenwein außerdem auf seinem Motorrad. "Nicht schnell muss es sein. Nur beim angepassten Kurvenfahren kann ich wie an diesem Ort die Natur sehen und riechen", verrät Peter Esenwein und ergänzt lachend: "Vollgas wäre für mich Stress."

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