Ehepaar organisiert Kenia-Hilfe

Während andere Kenia-Urlauber im Indischen Ozean baden gehen, nutzt das Bad Ditzenbacher Ehepaar Manfred und Karin Seerig ihre Urlaubszeit in Afrika, um der armen Bevölkerung zu helfen

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Das Bad Ditzenbacher Ehepaar Manfred und Karin Seerig hat während der Hilfsaktion in Kenia auch eine kinderreiche Familie in Msumarini besucht.  Foto: 

Ihre Wohnung in Bad Ditzenbach hat Karin Seerig (45) "kenianisch" eingerichtet, nachdem sie mit ihrem Mann Manfred (55) bereits mehrmals Urlaub in Kenia gemacht und Gefallen an diesem Land gefunden hat. Anfang des Jahres suchte sie im Internet einen besonderen Stoff, den die dortige Bevölkerung gerne trägt, und stieß dabei auf die Homepage vom "Selbsthilfeprojekt Msumarini", das von Andrea Wikmann aus Weil am Rhein ins Netz gestellt wurde.

Jambo, Jambo, Karibu Sana und Herzlich willkommen heißt es dort und dann wird einiges über Kenia geschrieben. Kenia in Ostafrika ist ein wunderschönes Land, reich an Natur- und Artenvielfalt - aber auch an vielen armen Menschen. Ackerbau, Viehzucht, Fischfang sind nicht mehr ausreichend, um die Großfamilien in den Dörfern zu ernähren. Viele wandern deshalb in die Stadt ab, um Arbeit zu finden. Nicht leicht, weil viele Kenianer keine Schulbildung haben, neben der Landessprache nur schlecht Englisch können und - sollten sie einen Job bekommen - unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen leben müssen.

Vor zwölf Jahren gründete Andrea Wikmann mit einigen Dorfbewohnern aus Msumarini an der Nordküste Kenias, 30 Kilometer von Mombasa entfernt, die Selbsthilfegruppe. Deren vorrangiges Ziel ist es, unter Bewahrung von Tradition und Kultur Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen, den Lebensraum zu verbessern und in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Umwelt und Zukunft positive Veränderungen herbeizuführen.

Manfred und Karin Seerig waren von dieser Selbsthilfegruppe um Andrea Wikmann so angetan, dass sie sich mit ihr in Verbindung setzten. Die nahm das Angebot der Seerigs, drei Wochen lang in Msumarini mitzuhelfen, gerne an und sagte auch gleich, was an Materialien dringend im Dorf benötigt wird. Und so haben die Ditzenbacher fleißig in der Verwandtschaft, bei Freunden und Bekannten Lesebrillen, Handys, Taschenlampen, Bleistifte und Radiergummis, neue Zahnbürsten, ein Notebook, Verbandsmaterial und vieles mehr gesammelt. Besonders dankbar waren die Seerigs für die Trikots von der Kaiserbrauerei und Sport 3-Gass in Geislingen. Alles in allem über 80 Kilogramm, das als Reisegepäck nach Kenia geschafft werden musste. Dies war dann im Mai nur mit einer äthiopischen Maschine und einer Reisezeit von 20 Stunden möglich.

Manfred und Karin Seerig wurden in Msumarini herzlich begrüßt und erlebten drei Wochen "Kenia pur" in dem Dorf. Die Mitbringsel wurden an arme Leute verteilt, die in Lehmhütten ohne Strom und Wasser leben müssen. Die meisten Männer sind ohne Arbeit - sie hatten einen Job im israelischen Hotel "Paradise", das jedoch von einer Bombe zerstört wurde.

Ein Highlight für die Jugend war das von Manfred Seerig organisierte Fußballturnier mit den gespendeten Trikotsätzen. Die Trikots mussten allerdings vom einheimischen Schneider geändert werden, da diese für "Wohlstandsbäuche", aber nicht für "Hungerhaken" gemacht worden waren. Das Spiel wurde ein voller Erfolg, selbst Zuschauer aus Kilifi, Matwapa und Mombasa konnte Bürgermeister und Häuptling Nangala begrüßen. Das Team "Kaiser-Bier" gewann letztendlich im Elfmeterschießen den begehrten Pokal, das Team "Sport 3" wurde Zweiter.


Manfred und Karin Seerig wollen auch weiterhin das Selbsthilfeprojekt in Kenia unterstützen. Dankbar sind sie über Brillen, alte Handys, neue Zahnbürsten und anderes. Sie sind unter Telefon: (07334) 35 66 zu erreichen.

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