Ebersbach hätte Platz für rund 150 Flüchtlinge

Der Ebersbacher Gemeinderat berät am Dienstag, wo in der Stadt weitere Flüchtlinge untergebracht werden können. Vor einer Entscheidung soll das Thema bei einer Bürgerversammlung erörtert werden.

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Die Fläche innerhalb der Schleife der Dickneüberführung steht in Ebersbach als Standort für Flüchtlingsunterkünfte in Zelten zur Debatte.  Foto: 

"Die Bewältigung der Flüchtlingsströme wird nur mit solidarischer Geschlossenheit und gemeinsamen Anstrengungen erfolgreich verlaufen. Gelingt dies nicht, droht eine humanitäre Katastrophe - sozusagen vor unseren Haustüren." Der Ebersbacher Bürgermeister Sepp Vogler lässt keinen Zweifel daran, dass er die Stadt in der Pflicht sieht, weitere Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge anzubieten, und stimmt jetzt im Stadtblatt die Bürger darauf ein.

Mangels geeigneter Gebäude und der großen Zahl von Menschen, die der Landkreis zugewiesen bekomme, sei daran gedacht, Quartiere in Zelten zu schaffen. Am kommenden Dienstag wird der Gemeinderat erstmals öffentlich über die Standorte debattieren, die dafür in Frage kommen. Im Fokus steht dabei auch die als Festplatz oder für Zirkus-Gastspiele genutzte Fläche unterhalb der Dicknebrücke in der Strut. Dort, so habe die gemeinsame Überprüfung mit Vertretern des Landratsamtes ergeben, könnten Zelte für 150 bis 200 Menschen aufgestellt werden. Weiter sei vorgesehen, westlich der bereits bestehenden Gemeinschaftsunterkünfte an der Daimlerstraße 60 Wohnplätze in neuen Gebäuden in Holztafelfertigbauweise einzurichten. Dabei solle es sich nicht um Dauereinrichtungen handeln, betont Vogler.

"Obwohl eine schnelle Entscheidung notwendig wäre", werde der Gemeinderat jedoch am Dienstag keine Entscheidung treffen, erklärt das Stadtoberhaupt. Bevor die Stadt Flächen an den Landkreis vermiete, sollen die Bürger gehört werden. "Das Thema ist so wichtig, dass wir es mit den Einwohnern erörtern werden", sagt Vogler. Die Ebersbacher sollen bei einer Bürgerversammlung über die vorgesehene Flüchtlingsunterbringung informiert werden. Als Termin, über den der Gemeinderat noch abstimmen muss, ist der 1. Dezember vorgesehen. Schon jetzt macht die Stadtverwaltung deutlich, dass die Teilnahme an dieser Versammlung auf Einwohner von Ebersbach beschränkt werden soll. Dies könne gemäß der Gemeindeordnung so festgelegt werden.

Er sei sich bewusst, dass die Diskussion mit den Bürgern nicht unbedingt ein Spaziergang werden wird, "ich erwarte schon Widerstände", meint Vogler aufgrund von Äußerungen, die an ihn herangetragen würden. Das Stadtoberhaupt betont aber: Ich stehe dafür, dass wir unsere gesellschaftliche Verantwortung tragen." Auch seine Amtsleiter stärkten ihm einmütig den Rücken, das dokumentiert die Vorlage zur Gemeinderatssitzung, die neben Vogler alle Amtsleiter unterschrieben haben.

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