E-Bürgerauto für Bad-Boll ist im Anrollen

Das Bürgerauto für den Raum Bad Boll ist im Anrollen. Es ist das dritte im Kreis nach Rechberghausen und Heiningen und das zweite mit Elektroantrieb.

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Bald auch im Raum Bad Boll: Ein Fahrdienst mit E-Bürgerauto soll Senioren zu neuer Mobilität verhelfen.  Foto: 

Am Zieleinlauf nach gut einem Jahr: „In diesen Tagen“, so am Donnerstag der Verbandsvorsitzende Jochen Reutter, werde das Auto eintreffen, mit dem die sechs Gemeinden von Gammelshausen bis Hattenhofen die Mobilität ihrer Senioren unterstützen wollen. Wann es losgehen kann, ist aber noch nicht heraus. Erst muss der Betrieb und der Starttermin mit den ehrenamtlichen Fahren durchgesprochen werden, so Reutter. Vielleicht findet sich dabei auch ein Name für das Auto. Den gibt es bisher nicht. Der Verband hat es aber auch nicht so einfach wie Rechberghausen mit dem „Rechi“ und Heiningen mit dem „Huno“ – abgeleitet aus den Ortsnamen. „Wir machen uns Gedanken“, sagt Reutter. Gespannt ist er, wie sich das E-Mobil im Voralbgebiet bewährt. Wenn er liest, dass der „Rechi“ im Winter seine Mühe mit den Batterien hat. Andererseits hat sich der Voralbverband bei einer Schwarzwaldgemeinde informiert, was E-Mobile am Berg leisten. Jetzt heißt es: Probieren geht über Studieren.

Ausprobiert hätte Reutter auch gerne einen E-Bürgerbus. Dieses Modellprojekt hat der Verband vor Jahren intensiv diskutiert und abgewinkt. Jetzt erleben die Voralbgemeinden, dass Kommunen im Filstal von Ebersbach bis Salach auf diesen Zug aufgesprungen sind und den E-Bürgerbus testen. „Super“, lobt Reutter. Nach seinem Eindruck sind es im Filstal dieselben Modelle, die vor Jahren auf der Voralb hätten rollen können. Dass es mit deren Technik noch hakt, wie zu hören ist, ist für Reutter kein Argument. Er glaubt an den technischen Fortschritt – wenn nicht heute, dann morgen.

Jetzt also ein E-Auto für den Raum Bad Boll. Stationiert wird ein E-Golf in Zell beim Autohaus Ratzel, wo er auch bestellt worden ist. Grund: Aus Zell kommt der überwiegende Anteil der Fahrer, dank der dortigen Seniorengruppe 60 plus. Das Bürgerauto soll im Ort und ins Verbandsgebiet ausschwärmen, um Senioren und bewegungseingeschränkte Menschen von A nach B zu bringen. Ob dafür ein Auto ausreicht – Robert Lay von 60 plus hat da seine Zweifel.

Ein Kommentar von Michael Schorn: Zur Nachahmung empfohlen

Bürgerbusse, die für wenig Geld Menschen im Linienverkehr in den jeweiligen Kommunen zum gewünschten Ziel fahren, gibt es im Kreis Göppingen schon lange. So fährt der Sami zum Beispiel seit 13 Jahren durch Salach. Und auch in Ebersbach, Uhingen und Süßen verhelfen ehrenamtliche Fahrer ihren Mitbürgern zu mehr Mobilität.

Doch in vielen kleineren Kommunen lohnt sich ein Bürgerbus im Linienverkehr meist nicht, ist zu teuer und der Betrieb zu aufwendig. Doch da sind die sogenannten Bürgerautos, deren meist ehrenamtliche Fahrer vornehmlich ältere Fahrgäste auf Anruf hin für einen kleinen Betrag oder gar nur eine Spende zuhause abholen und beispielsweise zum Arzt, zum Kaffeekränzchen oder zum Einkaufen bringen, eine echte Alternative. So bleiben Senioren mobil, können weiter aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und erhalten so auch mehr Lebensqualität.

Das erste Bürgerauto im Kreis Göppingen, ein Elektrofahrzeug, schaffte die Gemeinde Rechberghausen vor zwei Jahren an. Wenig später folgte der Huno in Heiningen und jetzt kommt ein Elektro-Bürgerauto des Gemeindeverwaltungsverbands Raum Bad Boll hinzu. Zudem plant auch Böhmenkirch die Anschaffung eines Bürgerautos und in Eschenbach hofft man auf hohe Zuschüsse für ein Elektro-Dorfmobil.

Wünschenswert ist, dass Bürgerauto-Projekte auch noch in vielen anderen Kommunen realisiert werden. Denn für Senioren sind sie eine gute Sache.

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