Donzdorfer Martinuskirche muss saniert werden

Die Martinuskirche in Donzdorf ist wieder einmal eingerüstet. Nach der Kirchturmsanierung vor vier Jahren werden nun Dachstuhl und Deckengemälde restauriert. Die Arbeiten dauern noch bis Weihnachten.

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Böse Überraschung an der Donzdorfer Kirche: Der Dachstuhl muss aufwendig saniert werden. Zuschüsse und Spenden fließen nur spärlich.  Foto: 

Vor drei Jahren, bereits wenige Monate nach der Sanierung des Kirchturmes im Jahr 2011, waren am Deckengemälde im Kirchenschiff Risse und Ablösungen entdeckt worden. "Zunächst wurde das Gemälde mit Tellerdübeln notdürftig gesichert", erzählt Architekt Gerrit Klaus. Man informierte das Denkmalamt und die Diözese Rottenburg und ging der Ursache auf den Grund. Anfangs schätzte man die Restaurationskosten auf 90.000 Euro, weil man lediglich von Arbeiten am Deckengemälde ausging. Schließlich wurden auch an der Decke im Chorraum Schäden entdeckt. Nähere Untersuchungen ergaben, dass die Holzkonstruktion des Dachstuhls durch Schädlingsbefall und Feuchtigkeit marode geworden ist. "Der Dachstuhl hat sich bewegt und die Risse in der Decke verursacht", erklärt der Architekt.

690.000 Euro Gesamtkosten ergab die neue Kalkulation für die Sanierung. Ein Zuschussantrag wurde gestellt und im Januar kam der Bescheid. Mit lediglich 70.000 Euro Zuschuss kann die Donzdorfer Kirchengemeinde rechnen. Die zusätzlich gestarteten Spendenaufrufe brachten in der Relation nur eine kleine Summe zusammen, wie Gerrit Klaus anmerkt. Den größten Batzen hat die Kirchengemeinde zu tragen. "Die gesamten Ersparnisse gehen dabei drauf", fügt Klaus hinzu.

Die Sanierung erfolgt in zwei Bauabschnitten. Das Denkmalamt Stuttgart und die Diözese Rottenburg reden dabei entscheidend mit, so der Architekt weiter. Seit Wochen ist die Martinuskirche außen wie innen eingerüstet. Im ersten Schritt wird der Dachstuhl oberhalb des Chorraumes restauriert. Vier Restauratoren sind zu Gange. "Alles Spezialisten, die sich mit historischem Dachgebälk auskennen", betont Gerrit Klaus. So werden nach alter Zimmermannskunst die defekten Holzteile entfernt und durch neues Massivholz ersetzt. "Dabei werden nur Holzzapfen und Holzdübel verwendet", erklärt Architekt Klaus.

Für den zweiten Bauabschnitt wird derzeit das Kirchenschiff eingerüstet. Nach Abschluss der Dachstuhlsanierung geht es dann an die Restaurierung der Deckengemälde. Bis Weihnachten sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. So lange werden wochentags die Gottesdienste in der Kapelle der St. Vinzentiuspflege in der Schillerstraße zelebriert. Am Samstag und Sonntag finden die Gottesdienste in der Martinuskirche statt.

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