Doch kein Kreisverkehr an der Schorndorfer Straße

Zu wenige Verbesserungen für den Verkehrsfluss, Nachteile für Fußgänger und Radler: Der Gemeinderat rückt von seinem Plan ab, in der Schorndorfer Straße einen Kreisel zu bauen.

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An der Schorndorfer Straße in Uhingen wird nun doch kein Kreisverkehr gebaut. Der Mehrheit der Gemeinderäte erschienen die zu erwartenden Verbesserungen zu gering im Verhältnis zu den Baukosten von 500 000 Euro.  Foto: 

Nach der Machbarkeitsstudie wendete sich das Blatt: Der Uhinger Gemeinderat hatte im Dezember vergangenen Jahres noch einen Planungsbeschluss gefasst für den Umbau der Einmündung Schorndorfer / Esslinger Straße zu einem Kreisverkehr. Doch nachdem das Ergebnis der Machbarkeitsanalyse des Stuttgarter Ingenieurbüros Thomas und Partner vorlag, konnten etliche Stadträte, vor allem aus der FWV und der CDU, nicht mehr zustimmen.

Denn der Umbau der Kreuzung, der die Stadt Uhingen rund 575 000 Euro kosten würde, bringe nur geringe Verbesserungen für den Verkehrsfluss. In dem Gutachten heißt es sogar, dass die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens mit einer Ampelanlage „tendenziell besser als ein Einsatz eines Kreisverkehrs“ sei. Der Rückstau sei bei Ampeln allerdings länger. Neben der Rückstaulänge ist die mittlere Wartezeit das wichtigste Kriterium, sagte Arnd Heider vom Büro Thomas und Partner.

Ein Kreisverkehr hätte eine weitere gravierende Folge: Die Einmündung der Brückenstraße kann dann nicht mehr wie jetzt mit einer Ampel geregelt werden. Grund: Weil sie so kurz hinter dem künftigen Kreisverkehr liegt, würde sich der Verkehr von der roten Ampel bis in den Kreisel hinein stauen. Und noch eine Aussage: Sollte der Vollausbau der Anschlussstelle Uhingen-Mitte eines Tages kommen, wäre ein Kreisverkehr zur Stoßverkehrszeit am Abend überlastet.

„Wir können nicht zustimmen“, sagte Sabine Braun für die CDU. „Ein besonders gravierender Punkt ist für uns, dass der Weg zum Kindergarten über die Ampel an der Brückenstraße führt. Damit fällt ein Sicherheitsfaktor für die Kleinen weg.“ Auch die Situation der Radfahrer sieht sie kritisch, denn sie müssen auf der Nordseite durch die Fußgängerfurt. Ihre eigene Erfahrung: „Es ist nie so, dass man ewig warten muss.“

Rainer Frey (FWV) meinte: „Auch wir tendieren aus finanziellen Gründen dazu, das nächstes Jahr nicht zu bauen.“ Er war überrascht, dass die zu erwartenden Verbesserung so gering sind. Er fragte nach, ob eine Druckknopf-Ampel an der Brückenstraße denkbar sei, aber Heider sagte, diese ändere nichts am Rückstau zu verkehrsintensiven Zeiten.

Helga Eberhardt (SPD) gab zu bedenken, dass Linksabbieger aus der Brückenstraße keine Chance mehr hätten, in die Schorndorfer Straße zu kommen, wenn dort die Ampel wegfiele: „Dann müsste man dort nur noch Rechtsabbiegen zulassen.“

Rolf Höflinger (FDP/UB) unterstrich den „lange gehegten Wunsch, von der Ampelanlage in der Schorndorfer Straße wegzukommen“, sah bei einem Kreisel aber auch die „Problemzone für die Radfahrer, vor allem aus der Brückenstraße Richtung Schorndorfer Straße“.

Deutliches Bedauern über das Nein zum Kreisverkehr kam von der SPD. „Ich denke schon, dass ein Kreisverkehr zur Verstetigung des Verkehrs beitragen könnte“, sagte Susanne Widmaier, vor allem außerhalb der Spitzenzeiten. „Die Fahrzeuge stauen sich oft weit in die Schorndorfer Straße zurück. Es ist manchmal ein Riesen-Verkehrsaufkommen.“ Sie hofft, dass der Kreisel vielleicht später gebaut wird, wenn die Finanzen besser seien: „Jetzt hätten wir den Platz und trauen uns nicht“, bedauerte sie. Positiv sei immerhin, dass das Thema Vollanschluss Uhingen-Mitte vom Tisch sei, denn die Studie habe ergeben, dass der Verkehr dann an dieser Stelle nicht mehr zu regeln wäre.

Beate Grünenwald (SPD) schilderte die Probleme, die Autofahrer von der Schorndorfer Straße aus Richtung Holzhausen haben, wenn die Ampel in der Brückenstraße rot ist. Die Linksabbieger blockierten dann auch die Rechtsabbieger in Richtung Ebersbach. Das sei häufig auch ein Problem der Ampelanlage, sagte Bürgermeister Matthias Wittlinger: „Die Ampel ist gut, wenn sie funktioniert. Sobald eine Induktorenschleife ausfällt, funktioniert es nicht mehr“, bedauerte er. Er sei auch lange Zeit für den Bau des Kreisverkehrs gewesen, gestand er. Doch seit er die Probleme kenne, die Rechberg­hausen nach dem Bau des Kreisels habe, sei er nicht mehr überzeugt. Die bereits formulierte Vereinbarung über den Bau zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Uhingen ist damit Makulatur. Das Land hätte lediglich 45 000 Euro für den Anschluss der Brücke an den Kreisverkehr übernommen.

Vollanschluss Im Regionalverkehrs­plan, dem der Gemeinderat im April dieses Jahres einstimmig zugestimmt hat, ist der Ausbau der Anschlussstelle Uhingen-Mitte zu einem Vollanschluss noch enthalten. Bisher kann man dort nur aus Richtung Ulm nach Uhingen abbiegen und auch nur in Richtung Ulm auf die B 10 einfahren.

Ortsumfahrung Sinn mache dieser Vollausbau aber nur dann, wenn man auch eine Umfahrung von Uhingen und Holzhausen im Westen bauen würde, so wird im Regionalverkehrsplan  betont.

Trasse Allerdings geht es nicht auf der Linienführung, die der Regionalverkehrsplan für eine Umfahrung vorsieht: Die würde durch das Gewerbegebiet Schmiedefeld und weiter oben zu dicht am Freibad vorbei führen.

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