Dieselfahrer im Landkreis sind verunsichert

Der Dieselskandal treibt die Autofahrer um: Viele fragen verstärkt bei ihren Autohäusern nach, die eine zunehmende Kaufzurückhaltung spüren.

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Der Dieselskandal um manipulierte Abgas-Software beschäftigt auch die Autofahrer und Autohäuser im Filstal: Viele Kunden sind ratlos.  Foto: 

Luftverschmutzer, Abgasschleuder, Fahrverbot – Dieselfahrzeuge stehen stark in der Kritik. Nach dem Dieselgipfel in Berlin sollen Software-Updates dafür sorgen, dass der Abgasausstoß sinkt. Eins ist jedenfalls sicher: Die Beunruhigung unter den Käufern bleibt bestehen und auch in den Auto­häusern im Landkreis Göppingen spielt dieses Thema eine zentrale Rolle.

„Momentan herrscht eine starke Verunsicherung bei den Käufern“, berichtet Ludger Wendeler, Geschäftsführer von Burger Schloz Automobile in Uhingen  und Obermeister der KFZ-Innung. „Vor allem in letzter Zeit sprechen Kunden diese Problematik sowohl im Verkauf, als auch bei uns im Service an.“ Auch Andreas Hofele, Geschäftsführer des Gebrauchtwagenverkaufs Hofele-Automobile in Heinigen, meint: „Viele Kunden reagieren ängstlich und wissen nicht genau, was sie machen sollen.“ Diese Aussagen finden Zustimmung auch bei anderen Autohäusern hier im Landkreis. Allerdings wollen nicht alle wegen der Brisanz des Themas in der  Zeitung zitiert werden.

Fest steht: Besonders im Moment wollen Kunden oft wissen, wie es um den Diesel steht und drängen nach genauen Informationen. Viele Verkäufer sprechen davon, dass sie derzeit eine verstärkte Kaufzurückhaltung erkennen, die in nächster Zeit womöglich steigen werde. Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen ist rückläufig, wie stark, sei aber schwer zu beurteilen, meinen die Autohändler. Einen wirklich extremen Rückgang oder gar einen kompletten Verkaufstop bemerke man aber nicht.

„Es ist abhängig davon wie viel der Kunde im Jahr fährt. Ab einer Zahl von ungefähr 15 000 Kilometer ist der Diesel eben billiger“, bemerkt Siegfried Kauderer, Geschäftsführer des gleichnamigen  Autohauses in Eislingen. Ähnlich sieht das auch Andreas Hofele: „Wer nicht unbedingt einen Diesel braucht, weil er nicht viel Auto fährt, kauft auch keinen mehr.“ Wie es mit dem Verkauf von Dieselfahrzeugen weitergeht, ist unklar: Die Verkäufer berichten, dass die Hersteller gefragt seien und nun Maßnahmen ergreifen müssten.

Beim Verkauf von Gebrauchtwagen fällt Hofele zudem auf, dass die Kunden bei günstigeren Autos weniger darauf achten, ob es sich um einen Diesel handelt, da das Risiko eines hohen Wertverlustes geringer sei.

„Wir  wollen den Kunden trotzdem die richtige Beratung liefern und empfehlen gerade jetzt auch keinen Schnellschuss“, so Wendeler. „Prämien der Autohersteller können das Angebot in Zukunft attraktiver machen.“  Nach Presseberichten werden bereits  bestimmte Umstiegsprämien auf ein  umweltfreundlicheres Auto von einigen Herstellern angeboten, so dass der Umstieg attraktiver wird.

Staatliche Prämie erwünscht

Zu den auf dem Diesel-Gipfel beschlossenen Software-Updates sagt der Obermeister der KFZ-Innung: „Die Software Updates sind vorerst eine richtige Entscheidung. Jedoch sollte es später eine staatlich geförderte Prämie für die Umrüstung älterer Fahrzeuge mit Filtern geben, sofern diese verfügbar sind und grundsätzlich eine bessere Zusammenarbeit von Politik und Herstellern.“

Ein vollständiges Dieselfahrverbot wurde auf dem Gipfel zwar nicht beschlossen, doch allein diese Idee wird von einem Autohändler, der aber nicht genannt werden möchte, scharf kritisiert: Die Medienberichterstattung über dieses Thema sorge für Angst unter den Verbrauchern. Der Diesel sei nicht der zentrale Auslöser der Luftverschmutzung. Alternative Möglichkeiten zum Diesel, so sein Fazit, würden nicht erwähnt werden, da es sie letztendlich nicht gebe.

Siegfried Kauderer jedenfalls hat keine Zweifel an der Zukunft der Diesel-Technologie: „Moderne Euro-6-Dieselmotoren entsprechend der zur Zeit strengsten Abgasnorm, sind sparsam, effizient und tragen zur weiteren Verminderung von Feinstaub und Stickoxid-Emissionen bei.“

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