Die Stadt zurückgewinnen

Mit drei Planungsbüros und unter Bürgerbeteiligung arbeitet Süßen an der Neugestaltung der Innenstadt, die bald deutlich vom Verkehr entlastet wird.

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Süßen plant für den Tag danach, wenn deutlich weniger Autos auf der Heidenheimer Straße fahren werden.  Foto: 

Die Zukunft von Süßen beginnt im Advent. In der Vorweihnachtszeit dürfte der neue Abschnitt der B 466 in Betrieb gehen. Das Straßenstück dient als Umgehungsstraße von Süßen und wird den Verkehr auf der Heidenheimer Straße von derzeit rund 30.000 Kraftfahrzeugen am Tag ungefähr halbieren. Nach Angaben der Straßenbauer des Regierungspräsidiums wird derzeit im Bereich des Krebsbaches gearbeitet. Asphaltiert wurde bereits ein Straßenstück, das als Ausweichstrecke dienen wird, wenn die Ampelkreuzung an neuer und alter B 10 errichtet wird.

Die Verkehrsentlastung bietet der Stadt Süßen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Die Stadt möchte ihre Chance nutzen, den bisher den Verkehrsmassen geopferten Straßenraum zurückzugewinnen. Wie dies aussehen kann, wird seit Jahresbeginn in einem Planungsverfahren ermittelt. Die Stadt hat drei Büros beauftragt, Vorschläge zu entwerfen. Die Büros sollen unabhängig voneinander Ideen entwickeln. Die Stadt will sich vorbehalten, die jeweils besten Vorschläge umzusetzen, erläutert Bürgermeister Marc Kersting.

So hat die Stadt drei Strukturkonzepte erhalten. Mit den Vorschlägen haben sich die Süßener, die an Runden Tischen zusammengekommen sind, zuletzt Mitte Juni befasst. Sie haben auch eigene Ideen angesprochen. Daraus ist ein detailliertes Planungsprogramm für die verschiedenen Gebiete der Stadt entstanden. Dabei soll untersucht werden, was von den verschiedenen Vorschlägen und Wünschen machbar ist.

Als erstes wird die Planung der alten B 10 vom westlichen Stadteingang bis zur Löwenkreuzung voran gebracht. Für den Rückbau der Bundesstraße hat der Gemeinderat schon einen Planungsauftrag vergeben, weil das Regierungspräsidium auch am Ostende von Eislingen und in Salach die alte Bundesstraße zurückbauen möchte. Dies wird möglich, wenn im nächsten Jahr die neue B 10 bis Gingen-Ost fertiggestellt ist. Die Stuttgarter Straße soll deutlich schmaler werden und ihren schnurgeraden Verlauf verlieren. Die Tobelkreuzung, an der Straßen in die Gebiete Rabenwiesen und Stiegelwiesen abgehen, soll ebenso wie die Löwenkreuzung umgebaut werden. Am „Löwen“ wird ein Kreisverkehr angelegt. Auch die Nordseite, im Bereich „Deutscher Hof“, soll eine  Bebauung erhalten. Gedacht ist an Wohnungen und Geschäfte.

Die weitere Planung des östlichen Abschnitts der alten B 10 (Hauptstraße) sowie der Gebiete entlang der Heidenheimer Straße wird der Gemeinderat in einer Sondersitzung am 12. September besprechen. Für die Hauptstraße möchten die Süßener nach dem Rückbau Tempo 30 einführen. Vor den vielen Geschäften im nördlichen Teil der Heidenheimer Straße soll in einigen Jahren Tempo 20 gelten. Ein Planungsbüro hat sogar Tempo 7 vorgeschlagen.

Neu gestaltet wird auch der zentrale Bereich rund ums Rathaus. Wobei angestrebt wird, den Mühlkanal stärker einzubeziehen. Am Steg beim Bürgerhaus soll ein Platz mit Aufenthaltsqualität angelegt werden.

Der Zeitplan sieht vor, dass bis zum Jahresende die Vorschläge weiter diskutiert werden und  Planungsaufträge vergeben werden. Abgesehen vom Rückbau der Stuttgarter Straße ist der Zeitplan für die weitere Umsetzung noch offen. Dies hängt auch davon ab, ob Süßen in ein weiteres Zuschussprogramm kommt. Denn die Stadt hat schon das Areal der ehemaligen Spinnerei Stahl’sche Wolle als Sanierungsgebiet. Mit diesen Zuschüssen wird derzeit die neue Kultur- und Sporthalle gebaut.

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