Die Radsaison im Landkreis kann starten

Die Hobby-Radfahrer starten in ihre neue Saison. Sie dürfen sich über weitere Verbesserungen im Radnetz des Landkreises freuen. Mit Kommentar

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Ein Radfahrer bei Maitis auf der Stauferroute, eine von vielen ausgewiesenen Strecken im Kreis Göppingen  Foto: 

Die Hobby-Radfahrer starten in ihre neue Saison. Sie dürfen sich über weitere Verbesserungen im Radnetz des Landkreises freuen. Als neunte Themenstrecke wird die „Route der Industriekultur“ ausgewiesen.

 Die Osterferien nutzen viele Kreisbewohner, um ihre Fahrräder aus dem Winterlager zu holen. Zwar waren die Osterfeiertage für eine angenehme Radtour etwas zu kühl und wechselhaft – jetzt, am Ende der Ferien, soll das Wetter aber durchstarten. Die Radtouristen, die im Kreis unterwegs sind, dürfen sich am Beginn der Saison freuen, dass das Wegenetz wieder etwas enger geflochten wurde. Zum Beispiel wurde am Aasrücken ein Radweg zwischen Rechberg und Hohenstaufen angelegt. Dabei seien die steilen Strecken asphaltiert, die flacheren Abschnitte geschottert, berichtet die Radverkehrskoordinatorin des Landkreises, Friederike Christian. Auch an der Landesstraße im Nassachtal wurden laut Kreisverwaltung Lücken im Netz geschlossen.

Um seiner Zertifizierung als „Fahrradfreundlicher Landkreis“ gerecht zu werden, investiert der Kreis jährlich 100.000 Euro ins Radwegenetz. Die Hälfte der Summe werde den Kommunen für ihre Projekte zur Verfügung gestellt. 2016 werden vom Kreis sogar knapp 70.000 Euro eingesetzt, um in Göppingen, Geislingen und Deggingen kommunale Verbesserungen für Radfahrer finanziell zu unterstützen. Deswegen fallen Investitionen in kreiseigene Strecken etwas geringer aus.

In diesem Jahr sei in diesem Sektor ohnehin der Rad-Aktionstag am 25. September das Hauptprojekt des Landratsamts, erklärt Christian. An dem Herbstsonntag wird zum Beispiel der östliche Teil der neuen B 10 teilweise gesperrt. Solche Aktionstage müssen von den zertifizierten Landkreisen immer wieder organisiert werden, um eine möglichst große Aufmerksamkeit auf das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel zu lenken, erläutert die Radkoordinatorin.

Mit dem Spektakel am Rad-Aktionstag ist es allerdings nicht getan: Freizeitradlern und Radsportlern stehen jetzt neun, teilweise miteinander verknüpfte Themenstrecken zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist die Route der Industriekultur. „Ein Projekt des Verbands Region Stuttgart“, erklärt Friederike Christian. Ein Teil der Strecke entspricht der Filstalradroute, die als Nummer drei unter den Radstrecken im Kreis ausgezeichnet ist. Die Radler auf der Industrieroute werden entlang der verbliebenen Reste der Industriegeschichte des Filstals geführt. An der Strecke mit 16 Stationen zwischen Wiesensteig und Plochingen können Denkmäler der Industriekultur besichtigt werden, zum Beispiel Mühlen oder historische Elektrizitätswerke oder Fabrikantenvillen.

Neben den neun Touren für diejenigen Radfahrer, die mit ihrer Muskelkraft unterwegs sind, weist der Kreis auch eine Tour für die Nutzer von Elektrofahrrädern aus. Hierbei geht es um die E-Bike-Route der Region Stuttgart, die auch durch den Landkreis führt. Wer sich unter den vielen Angeboten für Radfahrer für ein spezielles Thema oder eine bestimmte Gegend im Kreis interessiert, kann sich in der Broschüre „Radtouren im Landkreis“ informieren. Die Hefte mit zahlreichen Karten werden vom Landratsamt an die Rathäuser der Kreiskommunen ausgeliefert.

In der Broschüre ist auch der Hinweis auf den Radwanderbus zum Reußenstein zu finden. Das Pilotprojekt kam im vorigen Jahr „sehr gut an“, erklärt die Radverkehrskoordinatorin. Deswegen wird das Angebot, das am 1. Mai startet, ausgeweitet. In diesem Jahr startet an Sonn- und Feiertagen vormittags jede Stunde ab 8.25 Uhr in Göppingen ein Bus. Zudem wird es neue Haltestellen in Bad Boll und Aichelberg geben. Der Radbus fährt bis 16. Oktober.

Ein Kommentar von Daniel Grupp: Attraktives Angebot im Kreis

Da Strom und Bäche vom Eise befreit sind und sich der alte Winter in seiner Schwäche in die rauhen Berge zurückgezogen hat, wie es Goethe im Osterspaziergang beschreibt, nimmt jetzt auch die Saison der Radler Fahrt auf. In diesem Jahr dürfen sich die Zweiradsportler wieder über viele interessante Strecken freuen.

Die neue Radwegbroschüre mit den verschiedenen Themenstrecken belegt, dass sich die Investitionen und organisatorischen Mühen des Landratsamts und der Kreiskommunen bezahlt machen: Der Landkreis kann Radfahrern ein attraktives Angebot machen. Wer es naturnah mag, radelt auf der Obstroute durchs Voralbgebiet oder auf der östlichen Schurwaldroute. Wer sich lieber mit der Geschichte beschäftigt, nutzt die Route der Industriekultur oder die Stauferroute. Der Kreis macht seiner Zertifizierung als fahrradfreundlicher Landkreis alle Ehre.

Aber nicht nur für Freizeitradfahrer hat sich in den vergangenen Jahren die Infrastruktur deutlich verbessert. Auch im Straßenraum, der jahrzehntelang vor allem für Autos reserviert zu sein schien, wird jetzt den Radfahrern mehr Platz eingeräumt. Von neuen Radspuren und breiteren Radwegen profitieren Menschen, die mit dem Drahtesel zur Arbeit, zum Einkauf oder in die Schule fahren. Daher sind der Kreis und die Kommunen mit ihren Investitionen auf dem richtigen Weg und sollten weiter daran arbeiten, dem Prädikat fahrradfreundlich gerecht zu werden.

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