Die nächste Kita im Täle

Ab 1. September bietet auch die Gemeinde Bad Überkingen die Ganztagesbetreuung im Kindergarten an. Außerdem soll die Kleinkindbetreuung in Hausen um eine Stunde bis 14 Uhr erweitert werden.

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Bisher gibt es im Bad Überkinger Kindergarten nur die Regelbetreuung. Ab 1. September bietet die Gemeinde nun zusätzlich eine Ganztagesgruppe an.  Foto: 

Bei einer Klausurtagung am Wochenende zuvor hatte der Gemeinderat die Bedingungen nochmal eigens vor Ort unter die Lupe genommen und auch intensiv beraten. Somit gab es am Donnerstag keine großen Diskussionen mehr: Einstimmig beschloss das Gremium, dass ab 1. September auch in Bad Überkingen die Ganztagesbetreuung im Kindergarten eingeführt werden solle. Als Einstieg wird es zunächst eine Betreuung mit 40 Stunden in der Woche geben. Findet das Angebot Anklang bei den Eltern, soll die Betreuung am 1. Januar auf 45 Stunden ausgeweitet werden. Dann wird es auch ein Mittagessen geben, das von der Landesberufsschule des Gaststättengewerbes zubereitet und den Kindern in der Mensa des Dehoga-Internats serviert wird.

In Hausen wird das Betreuungsangebot ebenfalls ausgebaut: Dort soll die Kleinkindgruppe künftig durchgängig bis 14 Uhr betreut werden. Bisher müssen die Eltern ihre Kinder in Hausen spätestens um 13 Uhr abholen. Eine mögliche Ganztagesbetreuung in Hausen hat der Gemeinderat bald wieder verworfen, weil dafür laut Verwaltung erhebliche organisatorische und auch bauliche Veränderungen nötig wären. Der Kindergarten in Hausen stößt mit einer Regel- und einer Kleinkindgruppe schon jetzt an seine Grenzen. Für die Ganztagesbetreuung müsste nicht nur eine weitere Gruppe eingerichtet, sondern noch zusätzliche Räume geschaffen werden. Unterm Strich kommt die Verwaltung in einer Kostenschätzung auf 300 000 Euro. Die zusätzliche Gruppe würde außerdem noch mit rund 77 000 Euro Personalkosten im Jahr zu Buche schlagen.

In Bad Überkingen könnte die Ganztagesbetreuung dagegen problemlos und mit vergleichsweise wenig Aufwand eingerichtet werden. Da hier genügend Platz ist, müsste man nur kleinere Umbauten vornehmen. Unterm Strich sollen dafür rund 12 000 Euro reichen. Da in Bad Überkingen nur eine Regelgruppe in eine Ganztagesgruppe umgewandelt werden müsste, halten sich auch die Personalkosten in Grenzen. Die Verwaltung hofft, den zusätzlichen Personalbedarf mit einer Anerkennungspraktikantin abdecken zu können.

Schon angesichts des überschaubaren Investitionsbedarfs zögerte der Gemeinderat nicht, den zunächst auf ein Jahr angelegten Probelauf zu riskieren. Werner Straub ist zuversichtlich, dass das Angebot auch angenommen wird: "Das ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft", erinnerte Straub an die grundsätzlich geänderte Lebenssituation in unserer Gesellschaft: "Frauen sind heute mehr im Beruf und wollen auch früher wieder zurück", gab der Gemeinderat zu bedenken. So gesehen sei die zusammen mit der Kindergartenleitung gefundene pragmatische und unbürokratische Lösung - auch mit der Landesberufsschule - eine "tolle Geschichte".

Der anschließende einstimmige Beschluss für die Ganztagesgruppe in Bad Überkingen und die verlängerten Öffnungszeiten für die "Nestgruppe" in Hausen war somit nur noch Formsache.

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