Die Liebe zum Traktor

Schrauben bis die Hände glühen: Das ist seit 25 Jahren beliebter Freizeitsport der Boller Schwungradfreunde. Eine Garage, alte Traktoren, Ersatzteile und Werkzeug - mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

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Von Oldtimer-Traktoren fasziniert: Die Schwungradfreunde Bad Boll beim samstäglichen Schrauben vor ihrer Garage am Dorfplatz von Eckwälden. Foto: Sabine Ackermann

"Schuld" daran hatte der alte Kramer. Nein, nicht Karl-Heinz, Fritz oder Rudi - ein Traktor mit diesem Namen, genauer gesagt ein K12V war der Auslöser für die Gründung der Schwungradfreunde Boll. Eine Baumwiese sollte bewirtschaftet werden und das ginge am besten mit einem alten Schlepper, der ein Schwungrad besitze.

Dieser Gedanke veranlasste sieben wackere Schwaben, sich nach einem geeigneten Gefährt umzuhören. Schließlich wurden sie im Winter 1986/87 in einer Gruibinger Garage fündig. Ein Nebenerwerbslandwirt hatte dort jahrelang einen alten Kramer stehen, welcher den Freunden wie gerufen kam. Nach dem Motto"gekauft wie gesehen"überprüften sie erst zuhause den Zustand ihres neu erworbenen"Traumwagens". Einige mechanische Teile sowie die gesamte Elektrik mussten ausgetauscht werden. Für die Erneuerung der elektrischen Anlage schien Harald Polony der richtige Mann zu sein.

Der Gedanke, Nägel mit Köpfen zu machen, reifte wohl während der langwierigen Reparaturarbeiten heran. Auf der Suche nach einer tragbaren rechtlichen Lösung für das gesamte Eigentum, kam praktisch nur eine Vereinsgründung in Frage. Am 26. September 1987 fand schließlich die Gründungsversammlung statt. Vonden sieben Gründungsmitgliedern Gerhard und Michael Gölz, Peter Groeneweg, Gerold Mikschy (Vorsitzender), Horst Ruf, Jochen Seeg sind bis auf den schon länger verstorbenen Peter Zinser alle noch dabei. Heute hat der rührige Verein rund 90 Mitglieder vom Architekten bis zum Zahnarzt und ist stolz auf einen stattlichen Fuhrpark. Ein Lanz von 1939 mit 25 PS, ein Kramer K22 von 1950 mit 22 PS und natürlich das Erstlingsgefährt, der Kramer K12V, welcher mit 62 Jahren freilich schon kurz vor der Rente steht. Doch nicht nur diese ratternden Schmuckstücke zählen zum Inventar, darüber hinausbesitzen die rührigen Hobbyschrauber einen schwungradbetriebenen Kompressor und diverse landwirtschaftliche Geräte wie zum Beispiel eine betagte Dreschmaschine.

Ganz großer Beliebtheit erfreuen sich außerdem die alten Traktoren von Allgaier, Bautz, Kramer und Lanz oder mehrere Unimogs, Motorräder, Stationär-Motoren, eine Dampfmaschine sowie einige Landmaschinen vergangener Epochen. All diese nostalgischen Modelle sind bei Vorführungen mancher Feste heiß begehrt."Man besucht sich eh regelmäßig untereinander", so Michael Gölz und verrät, dass sie aufgrund der 15 bis 20 Stundenkilometer schon mal drei bis vier Stunden unterwegs sind. Außerdem kann man mit den Hobbyhandwerkern auch so manche Veranstaltung bereichern - freilich nur im Beisein ihres betagten Equipments. Doch fast noch lieber frönen die Schwungradfreunde jeden Samstag ab 17 Uhr ihrem Hobby, der Restaurierung und Inbetriebnahme historischer Traktoren und Maschinen vor oder in ihrer angemieteten Eckwäldener Garage."Da hat man nie zu Ende geschraubt. Und Ersatzteile sind immer schwerer zu kriegen. Denn, was man einmal hat, das gibt man nicht mehr her", betont Harald Polony mit einem Grinsen.

Info Das Jubiläum der Schwungradfreunde wird am Sonntag mit vielen Vorführungen und dem 12. Oldtimertreffen auf dem Schulgelände in Bad Boll gefeiert. Ab 10.30 Uhr spielt die Ebersbacher Dorfmusik auf.

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