Die Lady und der Strippenzieher

Einen entspannten Jazzabend erlebten die Besucher am Donnerstagabend im vollbesetzten Schlosskeller Rechberghausen. Nicht ganz unschuldig daran war Fola Dada, die Charme und Stimme spielen ließ.

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Verstanden sich prächtig und frotzelten auf Schwäbisch: die Sängerin Fola Dada und der Saxofonist Libor Sima im Rechberghäuser Schlosskeller.  Foto: 

Bevor die Reihe "Jazz im Schloss" am 18. Dezember mit dem Wunschkonzert zu Ende geht, gab es am Donnerstag nochmal ein Highlight: Im proppenvollen Schlosskeller gastierte die großartige Sängerin Fola Dada. Nach dem Band-Warmup "Afternoon in Paris" legte die langjährige Gesangstrainerin bei "Deutschland sucht den Superstar" gleich richtig los: Ob bluesig-rau mit "Stop this world", elegant swingend bei Cole Porters "All of you", melodisch komplex mit "The Peacocks", balladesk in "The girl in the other room" oder kraftvoll-sanft in der Melancholie eines Bossa schwebend - Fola Dada ist mit allen Stilistiken bestens vertraut. Und die Jazzlady ist vom ersten Moment an präsent - nicht nur in, auch zwischen den Stücken: Mal frotzelt sie auf Schwäbisch mit Pianist Martin Schrack oder Saxofonist Libor Sima, mal lässt sie ihren Charme beim Publikum spielen.

Ist Fola Dada mit ihrer sympathischen Ausstrahlung das Herz der Band, so kommt Schrack die Rolle zu, im Hintergrund die Fäden in der Hand zu halten. Sein Spiel ist feinnervig und sprudelt vor Ideen, immer wieder lässt er Puppen bzw. Tasten tanzen, lotet seine Einfälle solistisch in feinen Nuancen aus, am schönsten vielleicht in Vince Vendozas peppigem "Esperanca".

Und dennoch: Ohne ihre drei Kollegen wäre die Band nur die Hälfte wert. Beeindruckend Libor Sima auf dem Tenorsax, ein Meister seines Fachs mit kräftig-dynamischem Spiel, das in den Tiefen wunderbar weich und zart werden kann. Das eindrucksvollste seiner großartigen Soli spielte er im Jazzstandard "That rainy day is here". Thomas Stabenow am Kontrabass ist mit seinem soliden Spiel der Puls der Combo. Rhythmisch unterstützt wird er dabei von Torsten Krill, der punktgenau mit bisweilen überschäumendem Temperament seine Drums von allen Seiten bearbeitet.

Nach dem Burt-Bacharach-Klassiker "Alfie" und "Esperanca" gab es noch zwei Zugaben: Peter Kreuders swingende "Nacht voller Seligkeit" und zum Dessert ein schön timbriertes "Night & day" von Cole Porter - ein Song wie ein luftig-leichtes Soufflé, der richtige Abschluss eines relaxten Jazzabends.

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