Die Kreuzretter von Wäschenbeuren

Fünf Männer aus Wäschenbeuren haben sich entschlossen, die Feldkreuze, die auf gemeindeeigenem Boden stehen, ehrenamtlich zu restaurieren.

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Eberhard Barth, Ludwig Nolz und Manfred Weber (v.l.) restaurieren in ihrer Freizeit alte Wäschenbeurer Feldkreuze im Werkraum der Stauferschule.  Foto: 

Die Schüler genießen derzeit die Sommerferien. Dennoch ist die Wäschenbeurer Stauferschule nicht gänzlich verwaist. Denn im Werkraum wird momentan lackiert, Holz abgeschliffen und gespachtelt. Der Grund: Eine kleine Gruppe von Ehrenamtlichen hat sich den Feldkreuzen auf Wäschenbeurer Gemarkung verschrieben und restauriert aktuell zwei davon, damit sie wieder im „alten Glanz“ erstrahlen können.

„Aus dem Gemeinderat kam vor etwa zwei Jahren die Anregung, die Feldkreuze, welche auf gemeindeeigenem Grund stehen und die nicht von Privatleuten betreut werden, wieder instand zu setzen“, erzählt Bürgermeister Karl Vesenmaier. Also wurden alle Feldkreuze in Wäschenbeuren registriert und begutachtet. Dabei kam heraus, dass insgesamt 33 Stück an den Felder, am Wegesrand und im Ort zu finden sind. Sieben davon stehen auf gemeindeeigenem Grund und Boden und haben eine Restaurierung dringend nötig. „Um eines von diesen Feldkreuzen kümmern sich die Landfrauen“, berichtet der Rathauschef. Und auch für die anderen sechs jeweils etwa vier Meter hohen Kruzifixe wurde eine Lösung gefunden.

„Im Frühjahr gab es einen Aufruf im Wäschenbeurer Mitteilungsblatt, dass Ehrenamtliche für die Instandsetzung gesucht werden“, sagt Manfred Weber, einer der Aktiven in der Arbeitsgruppe „Feldkreuze“. Sechs Interessierte hätten sich daraufhin bei der Gemeindeverwaltung gemeldet, fünf davon wurden letztlich aktiv. „Am 22. Juni fand das Auftaktgespräch mit dem Bürgermeister statt. Und am 11. August haben wir die ersten Feldkreuze gemeinsam mit den Mitarbeitern des Bauhofes abgebaut“, erläutert Weber. Jedoch sehen die fünf Männer, von denen drei bereits im Ruhestand sind, für zwei der Feldkreuze kaum noch Chancen auf Rettung. „Wir werden dem Gemeinderat empfehlen, diese zu ersetzen.“

Dafür werden von den Aktiven nun derzeit zwei andere der insgesamt sechs Feldkreuze wieder in Schuss gebracht. „Wir machen das so originalgetreu wie möglich“, sagt Eberhard Barth, ein weiteres Mitglied der Arbeitsgruppe. „Denn nach der Restaurierung sollen die Feldkreuze wieder einige Jahrzehnte halten.“

Die Stauferschule stellt dafür während der Sommerferien übrigens den Werkraum zur Verfügung, der Gemeinderat hat im kommunalen Nachtragshaushalt Geld für das Material bereitgestellt.

„Rund 50 Stunden Arbeitszeit benötigen wir für die Instandsetzung eines Feldkreuzes“, schätzt Manfred Weber. Die Jesusfiguren wurden von den Kruzifixen abgenommen und werden auch wieder einzeln aufgearbeitet. „Sie sind aus ganz unterschiedlichen Materialien. Eine Figur ist beispielsweise aus Holz, ein andere aus Grauguss“, erklärt Barth, dem es gefällt, dass jeder der Fünf seine individuellen Fähigkeiten mit einbringen kann.

Und warum haben sich die ehrenamtlich Aktiven dazu entschieden, ihre Freizeit mit der Restaurierung von Feldkreuzen zu verbringen. „Wir sind eine gute Truppe, es macht Spaß, man kann den Erfolg sehen und die Aktion ist zeitlich begrenzt“, erklärt Arbeitsgruppen-Mitglied Ludwig Nolz. „Und die Feldkreuze sind Kulturdenkmäler und eine Zierde für die Landschaft“, ergänzt Eberhard Barth. Zudem geht es den Männern um die Identifizierung mit ihrer Heimatgemeinde und mit dem christlichen Glauben.

In den kommenden Wochen sollen die ersten beide Feldkreuze fertig sein und wieder gemeinsam mit dem Bauhof im Ort aufgestellt werden. „Dann soll es auch eine kleine Feierstunde geben“, meint Vesenmaier, der das ehrenamtlich Engagement der Männer „ganz, ganz toll“ findet. „Ich denke, dies ist nicht die letzte ehrenamtliche Aktion in Wäschenbeuren gewesen“, sagt der Bürgermeister. Er könnte sich vorstellen, dass die Kommune in Abstimmung mit dem Gemeinderat solchen ehrenamtliche Arbeitsgruppen künftig entsprechende Arbeitsräume zur Verfügung stellt.

Bis Ende des Jahres wollen die Kreuzretter dann auch die restlichen zwei Feldkreuze wieder instandgesetzt haben. Übrigens  werden diese dann noch von einer Restauratorin begutachtet.

Die Feldkreuze

Stiftungen: Auf Wäschenbeurer Gemarkung gibt es 33 Feldkreuze. Die meisten von ihnen werden von Privatleuten gepflegt und in Schuss gehalten. Die Feldkreuze sind übrigens zwischen 15 und 50 Jahre alt. Sie wurden jeweils von Privatleuten aus Dankbarkeit oder wegen eines Anliegen gestiftet, berichten die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Feldkreuze“. Meist sind Feldkreuze in katholisch geprägten Kommunen zu finden.

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