Neue Probleme dank Sperrung der B297 bei Göppingen

Seit Montag ist die B 297 zwischen Göppingen und Rechberghausen gesperrt. Schleichweg am Waldheim wird trotz roter Ampel immer wieder benutzt.

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  • Hinterm Waldheim in Richtung Bartenbach dürfen derzeit nur Busse fahren, die Fahrer regeln die Ampelsteuerung. Das Rotlicht interessiert aber nicht alle Verkehrsteilnehmer.  1/2
    Hinterm Waldheim in Richtung Bartenbach dürfen derzeit nur Busse fahren, die Fahrer regeln die Ampelsteuerung. Das Rotlicht interessiert aber nicht alle Verkehrsteilnehmer. Foto: 
  • Weiträumig verläuft die Umleitung ins Remstal. Als beliebter Schleichweg dient deshalb die Krettenhofstraße. Zwischen Hohenstaufen und Maitis sind gleich zwei verschiedene Umleitungen ausgeschildert. 2/2
    Weiträumig verläuft die Umleitung ins Remstal. Als beliebter Schleichweg dient deshalb die Krettenhofstraße. Zwischen Hohenstaufen und Maitis sind gleich zwei verschiedene Umleitungen ausgeschildert. Foto: 
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Für drei Wochen ist nun die Bundestraße 297 zwischen Göppingen und Rechberghausen gesperrt. Dies ist die Hauptverbindung zwischen Fils- und Remstal, und Autofahrer versuchen, trotz der Sperrung möglichst schnell von A nach B zu kommen. Nicht immer unter Beachtung aller Regeln. Die Baustelle in Bartenbach sorgt für kuriose Situationen, so gibt es hinter Hohenstaufen zwei Umleitungen in verschiedene Richtungen. Unterhalb des Göppinger Hausbergs heißt es dagegen Blockabfertigung – die Haarnadelkurve ist zu eng für schwere Lkw und darf immer nur von einer Richtung aus befahren werden.

„Ruhig ist anders“, meint Gudrun Gross vom Bezirksamt Hohenstaufen. Weil die Abfertigung stoßweise vonstatten gehe, kämen immer vier bis fünf große Lkw am Stück vom Filstal herauf. Normalerweise ist die Strecke aus Göppingen für Lastwagen, die länger als zwölf Meter sind, gesperrt, doch diese Einschränkung wurde vorübergehend aufgehoben. „Unsere Bürger finden’s lästig“, sagt Gross zum Mehr an Verkehr.

Vor allem in Lenglingen bereite die Umleitung Probleme. Da die Durchfahrt im nächsten Ort, dem Gmünder Stadtteil Reitprechts, ebenfalls komplett gesperrt ist, würden immer wieder schwere Lkw am Ende von Lenglingen wenden – die wohl gehofft hatten, doch auf dieser Route nach Schwäbisch Gmünd fahren zu können. Verwirrend ist eine doppelte Beschilderung hinter dem Ortsausgang von Hohenstaufen: Einmal wird umgeleitet in Richtung Maitis, ein zweites Schild zeigt geradeaus in Richtung Lenglingen. Dort geht es dann wieder zurück nach Maitis.

Hintergrund: Offenbar wussten die Verantwortlichen beim Regierungspräsidium (RP) nichts von der Sperrung in Reitprechts, obwohl es sich um eine Landesstraße handelt. Vor einigen Tagen klagte Wäschenbeurens Bürgermeister Karl Vesenmaier, dass es nicht gelungen sei, mit dem RP in Kontakt zu treten, außerdem habe die Behörde viel zu spät über die geplante Sperrung in Bartenbach informiert. Erst zehn Tage vor Baubeginn ist die Stuttgarter Behörde mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gegangen.

Zu brenzligen Situationen kommt es auf dem Verbindungssträßchen zwischen Göppingen und Bartenbach, hinter dem Waldheim. Hier ist komplett gesperrt, nur Busse dürfen durch. Die Fahrer können eine Ampel, die auf dauerrot steht, fernsteuern. Was Auto- und Motorradfahrer nicht davon abhält, die ­Strecke zu benutzen – unter Missachtung zweier Schilder (Durchfahrt verboten und Einfahrt verboten) sowie einer roten Ampel. Oder sie klemmen sich hinter einen Bus und fahren bei grün.

Keine besonderen Vorkommnisse werden hingegen aus Rechberghausen gemeldet: „Was wir sehen,  ist noch in Ordnung“, sagt Hauptamtsleiter Matthias Dichtl. Aus dem Bezirksamt Bartenbach berichtet Amtsleiter  Frank Muschalla, er müsse sich zuerst einmal einen Überblick verschaffen.

KOMMENTAR von Dirk Hülser: Chance für die Bußgeldkasse

Jetzt ist die kurzfristig vom Regierungspräsidium angekündigte Sperrung der Bundesstraße 297 durch den Schurwald also Realität. Und es läuft offenbar recht gut – auch dank des geringen Verkehrsaufkommens während der Ferien. Wobei unklar bleibt, warum die Stuttgarter Behörde nicht in der Lage ist, eine Baustelle mit so weitreichenden Folgen rechtzeitig anzukündigen. Es ist ja nicht anzunehmen, dass erst zwei Wochen vor Baubeginn beschlossen wurde, jetzt mal die Straße in Bartenbach zu sanieren.

Zu brenzligen Situationen kommt es auf der Bartenhöhe – hier dürfen nur Busse durch und dies wird durch eine Ampel gesteuert. Erstaunlich, wie viele Zeitgenossen das rote Licht nur als Empfehlung ansehen, wer’s nicht glaubt, sollte sich mal eine Viertelstunde dort hinstellen. Das wäre übrigens auch eine gute Möglichkeit, die Göppinger Bußgeldkasse ordentlich zu füllen. Am Waldheim spielen schließlich Kinder und Busse müssen wegen uneinsichtiger Autofahrer zurückstoßen und rangieren. Nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich das Ganze.

Lustig ist’s hingegen auf dem Aasrücken. Links wird umgeleitet in Richtung Maitis, geradeaus in Richtung Lenglingen. Von dort geht’s auch wieder zurück nach Maitis. Für dieses Umleitungswirrwarr zeichnet auch wieder das Regierungspräsidium verantwortlich – der auswärtige Autofahrer, zumal, wenn er kein Navi hat, dürfte verzweifeln. Ein echter Schild-Bürger-Streich.

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