Gründung des Musikvereins Kuchen war gewagter Schritt

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  • Die Patenkapelle des Musikvereins  aus Dietmannsried  überreicht  Elke Wieland-Planinsek (rechts) ein Gastgeschenk:  50 Liter Bier, einen Laib Bergkäse und fünf Stangen Dauerwurst. 1/3
    Die Patenkapelle des Musikvereins  aus Dietmannsried  überreicht  Elke Wieland-Planinsek (rechts) ein Gastgeschenk:  50 Liter Bier, einen Laib Bergkäse und fünf Stangen Dauerwurst. Foto: 
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  • Ohne ihn würde es den Musikverein heute nicht geben: Mitbegründer und Altbürgermeister Wolfgang Hellstern (links). 3/3
    Ohne ihn würde es den Musikverein heute nicht geben: Mitbegründer und Altbürgermeister Wolfgang Hellstern (links). Foto: 
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 Der Auftakt zum Festjahr anlässlich des 50. Jubiläums ist dem Musikverein Kuchen am Sonntag mit einer professionellen Matinee erfolgreich gelungen. Rund 200 Vereinsmitglieder, Jubilare und örtliche Prominenz waren zum gemeinsamen Feiern in die Bahnhofturnhalle gekommen. Dort blickte man auf 50 Jahre Musikvereinsleben zurück, wagte  einen Blick in die Zukunft und verkündete viele Dankesworte.

Nahtlos gelang der Vorsitzenden Elke Wieland-Planinsek der Wechsel vom Notenständer zum Rednerpult. Gleich in ihren ersten Worten wies sie die Festgäste geschickt und mit Humor auf die neuen Uniformen ihrer Musikerkollegen hin. Dann ging es Schlag auf Schlag: Sie begrüßte neben den vielen Ehrengästen aus der Kuchener Vereins-, Geschäfts- und Politikwelt Altbürgermeister Wolfgang Hellstern, der 1967 den Anstoß zur Gründung des Musikvereins gegeben hatte, den Kreisverbandsvorsitzenden Roland Ströhm und eine Abordnung der Patenkapelle aus Dietmannsried samt ihrem Bürgermeister Norbert Endress.

Viele Geschichten und Anekdoten über den Musikverein, so Elke Wieland-Planinsek,  sind in den vergangenen 50 Jahren entstanden. Es war sicher ein gewagter Schritt, im Oktober 1967 den Musikverein Kuchen ins Leben zu rufen. Die „Wilde 13“, wie die Vorsitzende die Gründungsmitglieder nannte, waren sich aber in ihrem Vorhaben einig. Damals stellten Franz Wieland, der Vater der heutigen Vorsitzenden, und der damalige Bürgermeister Wolfgang Hellstern nach der Auflösung der SBI-Werkskapelle öffentlich die Frage: „Was ist eine Gemeinde wie Kuchen ohne Musikkapelle?“. Damit brachten sie den Stein ins Rollen.

Für Bürgermeister Bernd Rößner war der Gang zur festlichen Jubiläums-Matinee eine Selbstverständlichkeit: „Wenn der Musikverein ruft, dann geht man immer hin“, betonte er in seinem Grußwort. Der „schwungvolle Verein“ sei aus der Kuchener Kulturlandschaft nicht wegzudenken: „Eine Gemeinde ohne Kapelle ist wie eine Hochzeit ohne Braut.“ Direkt an Wolfgang Hellstern gerichtet sagte Rößner: „Ohne Sie, Herr Hellstern, gäbe es heute keinen Musikverein“. Dafür gab es viel Applaus. Der Musikverein habe sich nie unterkriegen lassen, so der Bürgermeister weiter. Auch nicht im schweren Jubiläumsjahr 1987: Damals blieben wegen einer Austrittswelle nur noch sechs Musiker übrig.

Bernd Rößner brachte als Jubiläumsgeschenk gleich zwei verschlossene Briefumschläge mit, zwischen denen die Vorsitzende wählen durfte. Einer enthielt eine Rechnung über 1200 Euro, der andere einen Scheck über 100 Euro. Mit geschickter Hand und dem nötigen Gespür entschied sich Elke Wieland-Planinsek für den 100-Euro-Umschlag. Den anderen Umschlag samt Rechnung zerriss Bernd Rößner.

Ein willkommenes Gastgeschenk brachte auch die Patenkapelle aus Dietmannsried mit nach Kuchen: 50 Liter Bier, einen Laib Bergkäse und fünf Stangen Dauerwurst hatten die befreundeten Musiker im Handgepäck.

Einen breiten Rahmen in der zweistündigen Matinee nahm die Ehrung von Mitgliedern der ersten Stunde ein. Für jeden der 15 anwesenden Jubilare, die die ganzen 50 Jahre mit dabei waren, hatte Elke Wieland-Planinsek passende Worte parat. Alle bekamen die Jubiläumsnadel samt Urkunde, einen guten Schluck zum Trinken und den persönlichen Handschlag als Dank.

Sechsmal hatten die Kuchener Musiker in ihren brandneuen Uniformen im Verlauf der Matinee, die mit dem Bozener Bergsteigermarsch endete, ihren Einsatz.

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