Die Großfamilie ist das einzige soziale Netz

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Bildungsreferentin Ulrike Pfab erläutert den Zuhörerinnen die Vorteile des fairen Handels.  Foto: 

Das Interesse am ökumenischen Frauenfrühstück im Gemeindesaal der Bad Ditzenbacher Christkönigkirche war groß: Organisatorin Gudrun Lamparter und ihr Helferteam mussten sogar weitere Stühle herbeischaffen, bevor der gesellige Morgen unter über 50  Frauen beginnen konnte. Das Thema des Vormittags lehnte sich an den Weltgebetstag 2017 an, bei dem heuer die Philippinen im Mittelpunkt stehen: Das Frühstücksbuffet war mit philippinischen Spezialitäten bestückt, an der Wand hing eine Landkarte mit den mehr als 7100 Inseln, aus denen das südostasiatische Land besteht.

Ulrike Pfab fesselte ihre Zuhörerinnen mit einem Vortrag über ihre Reise auf die Philippen, die sie im Januar besucht hat. Pfab ist Bildungsreferentin von OIKO Credit, einem Förderkreis für ethische Geldanlagen. In den Mittelpunkt stellte sie die Frage der sozialen Gerechtigkeit – sowohl innerhalb der philippinischen Gesellschaft als auch in Bezug auf den globalisierten Handel. „In einer globalisierten Welt beträgt die Entfernung zwischen Stuttgart und Manila gerade mal 10 000 Kilometer“, erinnerte die Referentin zu Beginn ihre Vortrags.

Sie schilderte die Philippinen als ein Land, in dem das politische Sagen in der Hand von 140 Familien liegt. Fünfzig Prozent der Bevölkerung seien arbeitslos, seit  1960 habe sich die Bevölkerung verfünffacht. Das einzige soziale Netz sei das Leben in der Großfamilie. Armut habe auf den Philippinen viele Gesichter: es mangelt an Hygiene, Nahrung, Bildung und vielem mehr. Die Referentin zeigte Bilder von Behausungen, die unter Brücken hängen und auf 10 Quadratmetern  sechsköpfige Familien beherbergen – sogenannte „Fledermausmenschen“.

Wirtschaft und Landwirtschaft beleuchtete Ulrike Pfab ebenso wie die Rolle der Frau und der Religion auf den Philippinen.  Hilfsprojekte leisteten vor Ort wichtige Arbeit und böten Hilfe zur Selbsthilfe an, erläuterte sie. Eine große Rolle spielt dabei der faire Handel. Philippinische Bauern könnten zum Beispiel ihre  Mangos an den fairen Handel weit besser verkaufen als auf dem heimischen Markt. Eine zusätzliche Fairhandelsprämie hilft diesen Landwirten darüber hinaus, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zahlreiche Beispiele erläuterten an diesem Morgen, wie der faire Produkthandel in Deutschland funktioniert. Die anwesenden Damen, die zum Teil schon selbst in Südamerika und Asien gelebt haben, stellten konstruktive Fragen und gestalteten den Morgen interessant mit. Natürlich kauften sie am Stand von Gudrun Lamparter und ihren Helferinnen auch für die gute Sache ein. Ein Segen zum Schluss beendete einen kurzweiligen Samstagvormittag.

Info Am Freitag,  3. März, beginnt in der Geislinger Pauluskirche um 16 Uhr der Ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag. Bereits ab 15 Uhr gibt es Informationen, Kaffee und landestypische Süßspeisen.

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