Die Bahn macht den Weg frei

Die Bahn macht den Weg frei: Durch den hohen Wasserverbrauch der Baustelle am Steinbühltunnel sinken in Hohenstadt die Trinkwassergebühren.

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Die Bahn macht bekanntlich gern den Weg frei. So auch jetzt in Hohenstadt - allerdings nicht für Reisende, sondern für die Gebührenzahler. Weil auf der Großbaustelle beim Steinbühltunnel viel Wasser verbraucht wird, sinken die Fixkosten bei der Wasserversorgung - und damit auch Gebühren: Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates müssen die Hohenstadter ab 1. Januar nur noch 1,40 statt 1,80 Euro für den Kubikmeter Trinkwasser zahlen.

Wie Verbandskämmerin Andrea Düwell dem Gremium erläuterte, hat die Baustelle genauso viel Wasser bezogen wie die ganze Gemeinde. Dadurch könnte rein rechnerisch die Gebühr sogar auf 1,00 Euro gesenkt werden. Dies sei jedoch nicht sinnvoll, da nach dem Wegfall der Baustelle 2018/2019 die Gebühren wieder drastisch erhöht werden müssten. Düwell schlug daher eine Senkung auf 1,30 Euro vor. Die Räte einigten sich schließlich einstimmig auf einen Bezugspreis von 1,40 Euro, um in der Zwischenzeit genügend Rücklagen bilden zu können.

Im Abwasserbereich hatte die Kämmerin keine so guten Nachrichten. In ihrer Kalkulation für die Jahre 2015/2016 kam Düwell zu dem Ergebnis, dass die Schmutzwassergebühr von derzeit 2,68 Euro pro Kubikmeter auf 3,06 Euro erhöht werden muss. Das rief Ratsmitglied Friedrich Müller auf den Plan. Der entschiedene Gegner der gesplitteten Abwassergebühr unterstrich erneut seine Bedenken gegen die nach dem Versiegelungsgrad der Grundstücksfläche berechnete Niederschlagsgebühr. "Das kann für Städte sinnvoll sein, aber nicht für ländliche Gegenden", kritisierte Müller. Er befürchtet, dass viele Bürger mit der Zeit ihr Wasser auf dem eigenen Grund und Boden oder beim Nachbarn versickern lassen. "Irgendwann müssen wir mit Frischwasser die Kanäle spülen - und was dann?", fragte Müller.

Rüdiger Moll von der Firma KBS Süd GmbH erläuterte darauf, dass Modelle mit einer Grundgebühr gedanklich schon durchgespielt worden seien. Soweit wollte der Gemeinderat am Dienstag aber dann doch nicht gehen und stimmte der neuen Schmutzwassergebühr zu.

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