Der Weg zurück ins Leben

Mit der Diagnose Krebs ändert sich das ganze Leben, wie Conny Neumann selbst feststellen musste. Drei Rehas in der Bad Überkinger Marillac Klinik haben ihr maßgeblich geholfen, im neuen Leben Fuß zu fassen.

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Conny Neumann gehörte zu den ersten Reha-Patientinnen der Luise von Marillac Klinik. Hier lehnt sie sich gegen den Apfelbaum, den die erste Patientengruppe vor fünf Jahren zur Erinnerung an den Aufenthalt in Bad Überkingen pflanzte.  Foto: 

Sommerfest in der Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen. Viele Frauen mit sehr kurzen Haaren begrüßen sich voller Freude, umarmen einander herzlich, fragen, wie's geht. Eine von ihnen ist Conny Neumann. Die Westfälin gehörte vor genau fünf Jahren zu den ersten Patientinnen dieser speziellen Rehaklinik, die sich auf Brustkrebspatientinnen spezialisiert hat. Noch mehr sogar: auf jüngere Frauen, die noch mitten im Erwerbsleben stehen oder Kinder haben, um die sie sich kümmern müssen. "Das sagte mir zu. Dass ich wusste, hier geht es ausschließlich um Brustkrebs. Und die anderen Patienten haben meine Interessen: den Weg zurück ins Leben!", berichtet rückblickend Conny Neumann.

Ihre Erwartungen wurden übertroffen, wie die verheiratete Sportlehrerin sagt. "Weil es hier so familiär zugeht. Mit den anderen Frauen habe ich Freundschaften geschlossen, die bis heute, weit über die Kuren hinaus, halten. Wir haben uns gegenseitig gestützt. Miteinander gelacht. Geweint. Das verbindet."

Im Lauf der fünf Jahre - dieser Geburtstag wird an diesem Samstagnachmittag gefeiert - waren es etwa 1900 Frauen, die diese Erfahrung machen konnten. Inzwischen ist das Haus mit seinen 42 Einzelzimmern etabliert, ausgebucht und führt sogar eine Warteliste.

Dass sich all die Mitarbeiter, von den Ärzten und Therapeuten über die Schwestern bis hin zu den Frauen in der Küche, nicht nur während der Anfangszeit herzlich um ihre Gäste kümmerten und sie liebevoll umsorgten, weiß Conny Neumann ebenfalls aus eigener Erfahrung. Sie war dreimal hier: das erste Mal zur Anschlussbehandlung direkt nach der akuten Phase, danach noch zweimal zur Reha, um Kraft zu schöpfen. "Dieses Netzwerk hier fängt die Frauen auf. Das ist wichtig, weil man bei Krebs plötzlich von 100 auf 0 ausgebremst wird, verunsichert ist, Fragen hat, sich selbst nicht versteht", versucht die heute 48-Jährige zu beschreiben.

Sie selbst war gerade 42, als sie ihre Krebsdiagnose erhielt. "Es ist danach nichts mehr, wie es war. Es ist danach ein anderes Leben", sagt sie. Die Frauen seien sich bewusst, dass die Rehas nur Etappenziele auf dem weiteren Lebensweg seien. "Aber man kriegt hier den Mut und die Kraft zum Weitergehen, trotz der Rückschritte, die eben auch vorkommen."

Außer zu den beiden weiteren Rehas besucht die Westfälin jedes Jahr das Sommerfest. "Es ist dann jedes Mal wie ein Stück nach Hause kommen. Vor allem, weil ich dann ja meistens länger hier im Schwabenland bin und auch die Freundinnen von damals besuche." Bei allen drei Aufenthalten sei die Gemeinschaft mit den anderen Frauen aufs Neue so intensiv gewesen, sagt sie.

Eines der Standbeine, auf der die Therapie der Überkinger Klinik basiert, ist Sport. Daher ist es nicht allzu verwunderlich, dass einige der Frauen den inzwischen regelmäßig betreiben. Und sogar als Gruppe teilnehmen bei speziellen "Brustkrebsläufen", wo es weniger um Leistung geht, als darum, auf dieser Plattform Aufklärungsarbeit zu betreiben. Conny Neumann: "Wir haben eine Gruppe gegründet, die sich Marillac-Mädels und Freunde' nennt und rennen mit einheitlichen Mützen dort mit. Das waren beim letzten Mal in Köln 22 Läufer, die so für die Luise von Marillac Klinik werben. Einfach klasse."

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