Der Supermarkt rollt an

Der mobile Discounter mit seinen rund 2500 Artikeln des täglichen Lebens war am gestrigen Freitag erstmals auf der Stubersheimer Alb unterwegs. Die Resonanz war dabei unterschiedlich.

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Auf engstem Raum hat Armin Deisl (im Hintergrund) fast alles an Bord: Davon haben sich gestern die Bräunisheimerinnen überzeugt und sich im mobilen Discounter eingedeckt.  Foto: 

Armin Deisl ist Lebensmittelhändler mit Leib und Seele. Der Chef des mobilen Discounters, der mit seinem rollenden Supermarkt am gestrigen Freitag erstmals in Stubersheim, Bräunisheim, Schalkstetten, Waldhausen und Weiler Station machte, freute sich über jeden Kunden. Obwohl die Nachfrage von Ort zu Ort unterschiedlich war, blickt er zuversichtlich in die Zukunft. Aus Erfahrung weiß er, dass Anlaufzeit und Durststrecke erst nach drei Monaten überstanden sind. Dann hätten sich die Vorteile des mobilen Discounters herumgesprochen, und das Geschäft würde boomen.

In Bräunisheim braucht Deisl mit Sicherheit nicht so lange zu warten. Schon bei seinem Antrittsbesuch um 10 Uhr bei der ehemaligen Molke drängten sich zahlreiche Kundinnen in dem acht Quadratmeter großen Verkaufswagen. Eine Stunde lang war ein Kommen und Gehen. Nicht nur von dem reichhaltigen und qualitativ hochwertigen Angebot, das dem Vollsortiment eines stationären Supermarkts nur wenig nachsteht, waren die kaufwilligen Damen erstaunt. Auch über die Preise, die locker mit den Discountern konkurrieren können, freuten sie sich. Und so war es kein Wunder, dass sie mit gut gefüllten Einkaufstaschen und -körben ihren Heimweg antraten.

"Das Angebot hat mich überzeugt und ich werde den mobilen Discounter weiterhin nutzen", sagte Anna Laube. Auf den acht Kilometer weiten Weg nach Gerstetten könne sie jetzt verzichten und das spare Zeit und Geld. Marie Läßle musste sich erst einmal einen Überblick verschaffen, was in den Regalen, im Obst- und Gemüsefach und in der Tiefkühltruhe lagert. Denn das Angebot sei auf den ersten Blick nur schwer überschaubar. Kein Wunder: Die Palette reicht vom Katzen- und Hundefutter, über Haarshampoo, Zeitungen, Dosensuppen bis hin zu laktosefreiem Käse, tiefgekühlter Pizza und Fischstäbchen. Alles was es bei Edeka und Co gibt, findet sich auch im mobilen Kaufladen. Und Sonderwünsche - von Lebensmitteln über Elektrogeräte bis hin zum Gartenbedarf - können telefonisch, per Fax oder E-mail bei Deisl bestellt werden. Spätestens nach einer Woche wird geliefert.

"Das gesamte Sortiment beziehen wir von Edeka", sagt Deisl. Doch nicht nur das. Er setzt auch auf heimische Produkte. Backwaren, Obst, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren werden jeden Morgen, bevor es auf Tour geht, von regionalen Produzenten und Händlern aus Oberschwaben und aus dem Bodenseeraum frisch angeliefert und im mobilen Kaufladen verstaut. Die Region werde dadurch gestärkt und es wird garantiert kein "Billigglomb" verkauft, so Armin Deisl. Er muss es wissen. Schließlich ist er ein alter Hase: Seit 1978, als die kleinen Läden in den Dörfern nach und nach verschwanden, ist er mit seinem mobilen Discounter unterwegs. Mit Nudeln und anderen nicht verderblichen Waren ging es los. 1985 erweiterte er seine Geschäftsidee um das Vollsortiment, heute versorgen insgesamt acht Fahrzeuge von Bad Saulgau aus viele Ortschaften in Oberschwaben und auf der Schwäbischen Alb.

Das Konzept geht auf: Im Vergleich zu einem stationären Supermarkt hat Deisl keine Kosten für Miete und Gebäudebetrieb. Dafür muss er einmalig 250 000 Euro für den Transporter hinlegen sowie laufende Kosten (Benzin und Wartung) bezahlen. Unterm Strich liege er aber immer noch deutlich billiger und könne diesen Kostenvorteil an seine Kunden in den ländlichen Regionen weitergeben, berichtet Deisl. Und die danken es ihm. Doch nicht nur auf dem flachen Land wurde der ein oder andere Politiker auf Deisl aufmerksam. Selbst aus der Landeshauptstadt gab es Anfragen, ob er die Bürger von zehn Teilorten in der Peripherie von Stuttgart versorgen könne.

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