Simonsbach-Stausee wird trockengelegt

Der technischen Anlage des Simonsbach-Stausees in Donzdorf steht eine Generalinspektion bevor. Ab Mitte August wird das Wasser des Hochwasser-Rückhaltebeckens peu à peu abgelassen.

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Wie im Märchen fühlt sich Gregor Barth, wenn er auf den Simonsbach-Stausee blickt. Ein Idyll ist das Gewässer am Rande Donzdorfs und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Ab dem Herbst ist es vorübergehend vorbei mit der Ruhe. Das Hochwasser-Rückhaltebecken wird entschlammt, die technischen Anlagen überprüft und gewartet. In der kommenden Woche wird der Wasserverband Fils, damit beginnen, das Wasser des Sees abzulassen, „ganz langsam und gemütlich“, sagt Stauwärter Barth.

Es ist der dritte Aderlass des 1982 angelegten Stausees, der die Stadt Donzdorf vor Hochwasser schützt. Alle zwölf Jahre, so teilt der Betreiber, der Wasserverband Fils, mit, wird der Dauerstau abgelassen. So schrieben es die Betriebsvorschriften vor.  Das Ablassen nehme einige Zeit in Anspruch. Zwei bis drei Wochen dauere es, bis Normalsterbliche den gesenkten Wasserspiegel wahrnähmen, schätzt Stauwärter Barth, der regelmäßig die Schaltschränke und die Funktion der Schieber kontrolliert. Der Wasserverband Fils lege großen Wert darauf, „den Eingriff in Natur- und Landschaft im und um den See auf das unvermeidbare Maß zu beschränken und die Auswirkungen auf den Naturraum möglichst klein zu halten“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Dennoch könne es vorkommen, dass es zu Trübungen im Unterlauf des Simonsbachs komme.

 Bevor der See komplett geleert ist, wird der Fischereiverein Donzdorf Anfang Oktober den derzeit noch vorhandenen Fischbestand aus dem See entnehmen. Bereits vor einigen Wochen haben Taucher am Einlauf des Grundablasses ein Schutzfanggitter eingebaut, um zu verhindern, dass Fische und andere Tiere unbeabsichtigt durch den Sog während des Ablassvorgangs aus dem See in den Unterlauf gespült werden.

 Nach vollständiger Entleerung des Beckens werden die Stahlwasserbaueinrichtungen inspiziert und die Anlage einer vertieften Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Parallel dazu werde der Seegrund und insbesondere der Bereich um das Einlaufbauwerk vom Schlamm befreit. In den vergangenen 12 Jahren habe sich hier eine Schlammmenge von etwa 1500 bis 2000 Kubikmeter angesammelt. Durch die Entschlammung und den kompletten Austausch des Seewassers werde sich auch die Wasserqualität verbessern.

Verläuft alles nach Plan, gehe der Wasserverband Fils derzeit davon aus, dass mit dem erneuten Einstau des Beckens Anfang des nächsten Jahres begonnen werden kann. Ziel sei es, dass die Bürger spätestens im Frühjahr 2018 das Gebiet rund um den Simonsbach-Stausee wieder voll als Naherholungsgebiet nutzen können und dann auch die Tier- und Pflanzenwelt nicht mehr beeinträchtigt ist.

Stausee Das 1982 fertiggestellte Hochwasser-Rückhaltebecken ­Simonsbachtal wurde vom Wasserverband Fils gebaut, um die Stadt Donzdorf vor Hochwasser zu schützen.

Ausmaße Der Dauerstausee ist 2,28 Hek­tar groß und fasst 84 000 Kubikmeter Wasser. Im Hochwasserfall können 166 000 Kubikmeter Wasser aufgefangen werden und kontrolliert abfließen.

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