Der Nenninger Albert Grupp feiert 90. Geburtstag

Albert Grupp aus Nenningen hat viel erlebt und erreicht, engagierte sich mehrere Jahrzehnte lang in Gemeinde, Kirche und Vereinen. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag im Kreise der Familie.

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Engagierter Nenninger: Albert Grupp feiert heute seinen 90.  Foto: 

"Ich habe viel erlebt und auch viel Glück gehabt", resümiert Albert Grupp. Das meiste Glück hatte er wohl mit 18 Jahren. Als junger Soldat war er gerade mal zehn Tage an der Front, als ihm ein Granatsplitter die Oberarmmuskulatur zerfetzte. Der besonderen Fürsorge eines Arztes hat er es zu verdanken, dass er überlebt hat, davon ist Grupp heute noch überzeugt. Zu fünfzig Prozent kriegsverletzt, wurde er aus der Wehrmacht entlassen, besuchte die Handelsschule und begann eine Lehre zum Industriekaufmann bei der Filztuchfabrik Carl Veit in Göppingen. Dort blieb er bis zur Rente, arbeitete sich in leitende Position hoch und erhielt Prokura.

In seiner Heimatgemeinde engagierte sich der Nenninger unter anderem als Stadtrat. Es war die Gemeindereform 1974, als Nenningen und Weißenstein zu Lauterstein zusammengelegt wurden, die ihn bewog, sich bei der Kommunalwahl aufstellen zu lassen. "Mir war es wichtig, die Interessen von Nenningen zu vertreten. Beide Orte sollten paritätisch behandelt werden", erklärt Albert Grupp. Zwei Legislaturperioden mischte er im Kommunalparlament mit. Gleichzeitig brachte sich der dreifache Familienvater als Elternbeiratsvorsitzender ein, zunächst in der Grundschule Lauterstein, dann in der Realschule in Süßen.

In den Jahren von 1962 bis 1975 war Grupp zweiter Vorsitzender des Nenninger Kirchengemeinderats. In diese Zeit fällt das vergebliche Bemühen des damaligen Seelsorgers Gebhard Ascher um ein neues Pfarrhaus in Nenningen. "Pfarrer Ascher wollte aus Nenningen weg", erinnert sich der 90-Jährige und erzählt weiter: "Dann bin ich nach Rottenburg, habe verhandelt und erreicht, dass ein neues Pfarrhaus gebaut wurde. Pfarrer Ascher blieb noch elf Jahre."

Albert Grupp bezeichnet sich als Führungspersönlichkeit und meint schmunzelnd: "Ich war stets hartnäckig, mit einer gewissen Schlitzohrigkeit." Seiner Zielstrebigkeit ist es auch zuzuschreiben, dass er Vorstandsvorsitzender der Genossenschaftsbank Oberes Lautertal und später auch Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Donzdorf war. Der umtriebige Grupp engagierte sich immer in den örtlichen Vereinen und leitete unter anderem auch zehn Jahre den Skiclub Nenningen. "Ohne die Unterstützung meiner Frau, wäre das alles nicht machbar gewesen", weiß der Senior. Als vor drei Jahren auf dem Stuifen ein Kreuz errichtet wurde, stiftete Albert Grupp dazu einen Findling als Gedenkstein. Der Großvater von sieben Enkeln hat sein Leben und seine Erlebnisse für die Familie in einem Buch festgehalten.

Seinen 90. Geburtstag feiert Albert Grupp am Mittwoch mit Familie, Freunden und Wegbegleitern.

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