Schwabenschau: Schäferhunde in Bad Boll unter der Lupe

Knapp 70 Vierbeiner gaben sich bei der 17. Schwabenschau des Bad Boller Schäferhundevereins ein Stelldichein.

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Der Gang muss stimmen. Bei der Schwabenschau des Vereins für Deutsche Schäferhunde ließen sich 70 Teilnehmer-Hunde genau unter die Lupe nehmen.  Foto: 

He, Erwin, do musschd laufa“ schreit ein Herr mit rotem Shirt und Gesicht einem Hundeführer zu und läuft außerhalb des Wertungsfelds ein Stück mit ihm mit. Anspannung pur, schließlich geht es heute um was. Und da ist er nicht der einzige Hundebesitzer, der voller Leidenschaft Anweisungen gibt. Manche motivieren ihren Schäferhund, andere eher die Person am anderen Ende der Leine. „Den eigenen Hund sollte man nicht führen“, erklärt Constanze Hoppe.

„Groß, kräftig, typvoll“, das ist einer der am häufigsten genannten Sätze, aber es gibt auch Kritik. „Vorne und hinten gerade, sollte mehr Kraft in der Hinterhand bringen“, bewertet Richter Albrecht Woerner, zuständig für alle Hündinnen-Klassen. Seine Beurteilung bringt „Vaneska vom Eichbaum“ den vierten Platz in der Jugendklasse ein. Kann sich sehen lassen, schließlich ist die Dame erst 16 Monate alt.

Lautes Bellen aus allen Himmelsrichtungen signalisiert, was heute auf dem idyllisch gelegenen Vereinsgelände der Ortsgruppe Bad Boll des Deutschen Schäferhundevereins geboten ist: sich einfach mal von der besten Seite zeigen. Egal ob feminin oder maskulin, wichtig ist die richtige Winkelung der Gliedmaßen, der Kopf sollte der Körpergröße entsprechen und der Fang kräftig, die Lippen straff sein. Ein wichtiges Kriterium ist außerdem das Fell, am besten stockhaarig mit dichter, fester Unterwolle und von kräftiger satter Farbe. Nicht nur das Aussehen, auch das Wesen des Tieres spielt eine große Rolle. Selbstsicher, umgänglich und keinesfalls aggressiv, das sind weitere Voraussetzungen für einen vorderen Platz.

Renate Rieker und Renate Straub bilden seit Jahren das freundlich-kompetente Team an der Meldestelle. Dort meldet Stefano Beggiato aus Mailand gerade seinen Junghund „Vera di Casa Beggiato“ an. Seit gut 20 Jahren nimmt er regelmäßig die Anfahrt in Kauf. Dagegen fast ein Heimspiel ist es für den Uhinger Bruno Antonietti, der heuer seine 12 Monate alte Hündin „Chriss vom Baronenwald“ mitgebracht hat und ganz zufrieden aussieht. „Geht hinten gerade, zeigt gute Gänge, ist für mich etwas zu schwer“, heißt es kurz darauf bei einer anderen Dame.

Interessiert lauschen die Zuschauer den Ausführungen der Richter, manche etwas entfernt im Schatten mit einem kühlen Getränk, andere wiederum diskutieren direkt an der Bande. „Eine tolle Schau, ein traumhafter Platz und wunderschöne Hundenamen“, loben Marta und Franz Kramer aus Heilbronn. In der Tat: blickt man in das kleine Büchlein der teilnehmenden Züchter, scheint sich das „Who is Who“ der Schönheiten bei der Schwabenschau versammelt zu haben. Von „Ares dei Verdi Colli“ über „Ionna du Fils de la Montagne“ bis hin zu „Xora vom Mittenhauser Hof“ oder dem „Zar von der Fürstenperle“ – wohlklingende Namen.

Bundeszuchtwart Lothar Quoll aus Oberbayern, der alle Rüden-Klassen genauestens unter die Lupe nimmt, zeigt sich wie sein Kollege Albrecht Woerner dann auch sehr zufrieden. „Die Qualität ist für eine Ortsgruppenschau ausgesprochen gut“, lobt der Unparteiische aus Türkenfeld, der als ehrenamtlicher Pensionär fast jedes Wochenende bei solchen Schäferhundeschauen im In- und Ausland verbringt.

Die Ortsgruppe Bad Boll des Vereins für Deutsche Schäferhunde gibt es seit 1958, sie hat  knapp 70 Mitglieder.

Pokalkampf: Joachim Gessmann hat am Vortag beim nicht öffentlichen Pokalkampf mit „Django von der Bärenreute“ als einziger der OG teilgenommen.

Stau: Weil einige Teilnehmer im Stau auf der A8 steckten, schafften es nicht alle rechtzeitig zur Bewertung.

Hitze: Immer wieder bieten Helfer oder Besitzer den Hunden Wasser aus Spritzflaschen oder Eimern an, ein kleines Wasserbecken lädt zum Planschen ein.

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