Hindernislauf in Uhingen: Endspurt vor der Schinderei

Der Hindernislauf in Uhingen am 23. und 24. September ist nicht nur für die Teilnehmer einer Herausforderung, sondern auch für die Organisatoren.

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Zwei Sportler überwinden ein Hindernis aus Holz. Bei Läufen wie im September in Uhingen sind Kraft, Kondition und Koordination gefragt.  Foto: 

Der Hindernislauf durch die Innenstadt von Uhingen im September ist um eine Besonderheit reicher. „Zehn örtliche Firmen aus dem Handels- und Gewerbeverein legen zusammen und geben nochmal einen Euro pro gelaufenem Kilometer“, sagt Björn Hahn vom Organisator 24Uhingen. Durch die zusätzliche Geldspritze verdoppelt sich die Summe, die einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen soll. Den anderen Teil des Endbetrags spendet die Sparda-Bank, die Hauptsponsor der Sportveranstaltung ist: Das Bankhaus hat ebenfalls angekündigt, wie bei den 24-stündigen Ausdauerläufen der vergangenen Jahre jeden zurückgelegten Kilometer der Teilnehmer mit einem Euro zu belohnen.

Rund sechs Wochen vor dem Start am 23. September verrät der Veranstalter Einzelheiten zu den Tücken der sportlichen Tortur. Zu den zwölf Hindernissen, die die Teilnehmer bei jeder Runde der 2,2 Kilometer langen Strecke überwinden müssen, zählt eine sogenannte Negativwand. Das zwei Meter hohe Gerüst aus Holz ragt den Läufern schräg entgegen und bremst sie in ihrem Vorwärtsdrang. „Man verliert komplett das Tempo“, erklärt Hahn. Nachdem zuvor Ausdauer gefragt gewesen sei, komme es an dieser Stelle auf Kraft und Technik an: Die Sportler könnten die Schwelle am höchsten Punkt entweder durch einen Klimmzug, durch Hochdrücken oder einen Aufschwung überwinden. Welche Methode sie anwenden, sei jedem selbst überlassen.

Richtig Durchstarten können die Läufer auch nach der Negativwand nicht, denn nur wenige Meter weiter wartet schon das nächste Hindernis auf sie: Auf dem Parkplatz gegenüber dem Rathaus wollen die Organisatoren ein zehn Meter hohes und vier Meter breites Netz an einem Kran aufhängen, an dem die Sportler empor- und wieder herabklettern müssen. Ob diese Schikane ihnen den Weg versperren wird, ist allerdings noch nicht sicher, denn Björn Hahn und seine Helfer sind noch auf der Suche nach jemandem, der ihnen ein solches Geflecht ausleiht. Das rund 4000 Euro teure Netz für den Wettkampf zu kaufen, würde das Budget des Veranstalters sprengen.

Unsicher ist ebenso, ob die Fils eines der Hindernisse wird. „Der Fluss hat böse Strömungen“, erklärt Hahn. Nach starken Regenfällen wie vor einigen Tagen sei das Durchqueren des Gewässers zu gefährlich. „Es könnte sein, das einer stürzt und über die Staufstufe getrieben wird“, sagt der Organisator. Falls der Fluss aber wenig Wasser führe, müssen ihn die Läufer durch einen 100 bis 150 Meter langen Korridor aus Absperrband durchqueren – und an Strickleitern auf eine Plattform am anderen Ufer gelangen.

Was sich nicht allzu schwer anhört, birgt durchaus Tücken. „Wer das nicht gewohnt ist, könnte zu kämpfen haben“, prophezeit Hahn. Die schwankenden Hängeleitern zu besteigen, erfordere Können. „Es ist aber gestattet und erwünscht, sich gegenseitig zu helfen“, sagt derjenige, der sich den Parcours mit ausgedacht hat.

Der Grundsatz für die Bewältigung solcher Hindernisläufe scheint auch für deren Vorbereitung zu gelten. Dem Organisator 24Uhingen springen etliche Freiwillige, örtliche Firmen und auswärtige Unterstützer bei, wenn es darum geht, den Wettkampf auf die Beine zu stellen. Eskaladierwände aus Holz – ein weiteres Hindernis – leihen sich Hahn und seine Mitstreiter aus Thüringen aus, Gewerbe- und Handwerksbetriebe überlassen ihnen Kräne und Gerüste, die Feuerwehr aus Uhingen hilft beim Arrangieren der sogenannten Obstacles und schließlich ermöglicht die Stadt die Austragung des Wettkampfs im Zentrum von Uhingen. Gleichwohl ist die Austragung des Hindernislaufs eine Herausforderung für alle Beteiligten: „Ich bin überrascht, wie viel Aufwand das ist“, gesteht Hahn. Er geht davon aus, dass der Aufbau des Parcours mit Unterbrechungen eine Woche dauert. Das Vorhaben gelinge nur, wenn viele dabei mithelfen.

Obwohl der Organisator mit dem ersten „Obstacle Course Race“ durch eine deutsche Innenstadt Neuland betritt, glaubt er, dass sich die Sache lohnt – sowohl für die Teilnehmer als auch für die Zuschauer. „Es wird auf jeden Fall ein sehr ansehlicher Sport werden“, sagt Hahn. Für die Zuschauer werde es spannend zu sehen, wie die Sportler an die Hindernisse heran gehen und sich zu überlegen, wie sie selbst die Wände überwinden, die Gruben durchwaten oder die Lasten tragen würden.

Der Schlüssel zum Erfolg beseht für den Organisator, der selbst an Hindernisläufen teilnimmt, aus zwei Komponenten: Dem gegenseitigen Helfen und einer guten, athletischen Gesamtkonstitution. Doch selbst diese beiden Vorzüge richteten nichts aus, wenn der innere Schweinehund die Oberhand gewinnt. „Wer sich nicht quälen kann, schafft es nicht“, sagt Hahn.

Alle Infos zum Event gibt es online.

Hindernisse Zwölf „Obstacles“ – englisch für Hindernisse – müssen die Teilnehmer auf der 2,2 Kilometer langen Strecke überwinden. Dazu gehören mit Wasser gefüllte Container, Kletternetze, Strickleitern, eine Schlammgrube oder Sandsäcke, die ein Stück getragen werden müssen. Ob die Fils als natürliches Hindernis Teil des Parcours sein wird, hängt davon ab, wie viel Wasser der Fluss am Wettkampftag führt.

Teams Bis vergangene Woche haben sich 32 vierköpfige Teams für den Wettkampf angemeldet. Höchstens 50 können bei dem Hindernislauf mitmachen. Kurzentschlossene finden im Internet auf der Seite www.24uhingen.de einen Link zum Anmeldeformular.

Herausforderung Die Teilnehmer laufen bis sie eine Pause brauchen und werden dann von einem ihrer drei Teamkollegen abgelöst. „Der Wettkampf beansprucht den ganzen Körper“, sagt Björn Hahn vom Organisator 24Uhingen. Neben Ausdauer, Kraft, Technik und Teamgeist komme es auf Durchhaltewillen an.

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24-Stunden-Hindernislauf

Am 23. und 24. September kämpften in Uhingen die Teams beim 24-Stunden-Hindernislauf durch die Innenstadt um den Sieg.

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