Der Einfluss der Reformation auf das Leben

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„Lutherisch geprägt“ heißt die neue Ausstellung.  Foto: 

„Lutherisch geprägt – die Macht der Konfession“, so hat Museumsleiter Uwe Geiger die aktuelle Ausstellung im Ebersbacher Stadtmuseum überschrieben. Sie belegt, wie sehr die Reformation auf das Leben der Menschen Einfluss nahm, ihr Denken auch im unteren Filstal beeinflusste. „Die Konfession durchdrang die gesamte württembergische Gesellschaft und bestimmte maßgeblich den Alltag von der Geburt bis zum Tod“, so Geiger. „Die Regelung des Lebens durch Gesetze und Ordnungen ließen den Menschen keine großen Gestaltungsspielräume.“ Andererseits bot der Glaube Orientierung und spendete Trost.

Das wichtigste Buch eines gläubigen evangelischen Hausstandes war die Bibel. Gleich am Beginn der Ausstellung findet sich eine Vitrine mit unterschiedlichen Bibeln, die im unteren Fils­tal in Gebrauch waren. Manche Familienbibel enthält handschriftliche Einträge. Daneben wird deutlich, welche Rolle der damals noch neue Buchdruck für die Reformation spielte. Zahlreiche Druckerzeugnisse belegen dies. Groß war die Rolle der Religion auch in der Schule. Das älteste erhaltene Ebersbacher Schulzeugnis von 1847 belegt dies. Die evangelische Konfession württembergischer Prägung ließ Sitten und Gebräuche entstehen, die nachwirken. Das bekannteste Überbleibsel mag die „schwäbische Kehrwoche“ sein.

Die evangelischen Dörfer des unteren Filstales öffneten sich im 19. Jahrhundert langsam gegenüber Andersgläubigen. 1828 lebten nur sieben Katholiken in Ebersbach. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung. „Heute sind auch andere Glaubensrichtungen und Weltreligionen im unteren Filstal vertreten. Dennoch sind viele Einflüsse von damals heute noch vorhanden“, so Geiger.

Info Die Ausstellung im Stadtmuseum Alte Post in der Martinstraße ist bis 19. November donnerstags von 14 bis 18 und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen bei Museumsleiter Uwe Geiger unter Tel. (07163) 161-151.

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