Tälesmusikertreffen in Reichenbach: Den Zuschauern den Marsch geblasen

Ein bunter Umzug zieht durch Reichenbach, an dem sich nicht nur die Musikkapellen beteiligen. Das Musizieren beim Laufen will aber gelernt sein.

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Für die Jugendkapellen kam am Samstag der große Auftritt nach dem Umzug im Festzelt. Zuerst spielten gemeinsam alle sieben Nachwuchskapellen, dirigiert von Lena-Sophie Müller.  Foto: 

Rund 20 Minuten lang schlängelte sich der Festumzug der Jugendkapellen und örtlichen Vereine am Samstag von der Fischbachhalle bis zum Festplatz durch Reichenbach. Sieben der zehn Tälesmusikerkapellen haben zu diesem Kinderfest im Rahmen des 67. Musikertreffens ihren Nachwuchs geschickt. Verteilt zwischen den sieben Jugendkapellen liefen die örtliche Jugend, die Vereine sowie Kindergartenkinder und Grundschüler mit.

Eröffnet hat den Festumzug die gastgebende Kapelle, der Musikverein „Frohsinn“ Reichenbach. Anfangs verteilten sich die Zuschauer am Straßenrand in weit entfernte kleine Grüppchen, von der Schule an säumten schließlich immer mehr applaudierende Gäste die Straße. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins steckten den Zuschauern Äpfel zu, die Sportvereinsjugend hantierte mit Gymnastikbällen oder jubelte ihren Kampfruf ins Publikum. Die Feuerwehrjugend schob einen alten Wasserschlauch durch die Straße, die Schützen beeindruckten durch ihre Tracht, deren prachtvolle Knöpfe im Sonnenlicht funkelten. Die Dorfjugend punktete mit dem einzigen Festwagen im Umzug.

Und die Hauptakteure des Umzugs, die Jugendkapellen? Sie marschierten mit zwei Ausnahmen im jeweils einheitlichen Shirt, aber ansonsten ziemlich klanglos durch Reichenbach. Nur die an Musikern starke Kapelle aus Westerheim mit über 30 Jugendlichen blies den Gästen am Straßenrand ordentlich den Marsch. Schade eigentlich, meinten einige der Nachwuchsmusiker. Sie wären lieber im großen Umzug mitgelaufen, weil da mehr Musik für Unterhaltung sorgt. Ein Problem, das dem Organisationsteam um das viertägige Tälesmusikertreffen sehr wohl klar war, wie Albert Haldenwanger sagte. „Die meisten Jugendkapellen verfügen über wenige Jungbläser, die schon gelernt haben, während des Marschierens zu musizieren“, verrät er. Drei Jugendkapellen hatten angekündigt, den Umzug mit Musik mitgestalten zu wollen, doch dann klappte es eben nur bei den Westerheimern. Die Wiesensteiger Jugend löste das kreativ: Mit Schaumstoffstöcken beschallten sie ihr Publikum als Percussiongruppe.

Für die Jugendkapellen war es am Samstag längst nicht mit dem Festumzug getan, deren große Auftritte kamen im Festzelt. Zuerst servierten gemeinsam alle sieben Nachwuchskapellen den Marsch „a good star“ und den Kultsong „Smoke on the water“. Dirigiert hat diesen Massenchor der Jugendkapellen die Jugendleiterin und Dirigentin der Reichenbacher Musikerjugend, Lena-Sophie Müller.

Den Nachmittag über wechselten sich die Jugendkapellen auf der Bühne ab. Die Gäste erlebten auf diese Weise eine große Bandbreite der Blasmusik und konnten sich vom anspruchsvollen Spiel der Jungmusiker überzeugen. Deggingens Bürgermeister Karl Weber schien überzeugt: „Wenn ich die vielen jungen Leute auf der Bühne sehe, dann ist es mir um den Nachwuchs unserer Kapellen im Oberen Filstal nicht bange“, sagte er.

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