Das grüne Kraftwerk im Garten

Mit kostenloser Energie aus Sonne und Luft das Haus heizen, kühlen und Strom erzeugen - das ist der Traum aller Hausbesitzer. Architekt Karl Schmid hat das "grüne Kraftwerk" im Garten entwickelt.

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Solep-Geschäftsführer Karl Schmid und sein PPP-Cube: Nur mit Licht und Luft deckt der Kraftwerk-Würfel den Energiebedarf eines Einfamilienhauses.  Foto: 

Seit knapp 15 Jahren tüftelt der Treffelhausener Architekt Karl Schmid an regenerativen Energielösungen für Häuslesbauer. Diese langjährige Erfahrung mit den unterschiedlichsten Varianten umweltfreundlicher Energienutzung hat Schmid jetzt in einem Würfel gebündelt: Der P(rivate) P(ower) P(lant)-Cube ist ein energetisches Kompakt-Gerät, das Fotovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpentechnik und modernes Energiespeicher-Know-how miteinander kombiniert und auf knapp fünf Quadratmetern ein Einfamilienhaus heizt, bei Bedarf klimatisiert, Warmwasser bereitet und noch Strom erzeugt. Alles was das 2,20 auf 2,20 Meter große Kraftpaket benötigt, ist Licht und Luft.

Schmid und seine Mitarbeiter haben den PPP-Cube entwickelt, weil "wir der Meinung sind, dass möglichst jeder die sinnvollen Erfindungen unserer Zeit auch nutzen sollte", so Schmid. Der "Kraftwerk-Würfel" ist das jüngste Projekt von Schmids Firma "Solep". Die 2008 gegründete "Solar- und Energiepark Verwaltungs- und Betriebs GmbH" plant und betreibt Solarparks in der Region, etwa in Lonsee-Radelstetten und Königsbronn-Ochsenberg.

Schmid zufolge eignet sich der Würfel als Alternative zum Heizraum im Neubau ebenso wie zur Nachrüstung von bestehendem Wohnraum, wenn Solar- oder Fotovoltaik-Paneelen nicht montiert werden können. Der Installationsaufwand sei relativ gering, weil alles bereits vorinstalliert ist. So sei der Anschluss an vorhandene Heizsysteme innerhalb weniger Stunden erledigt, verspricht der 49-Jährige, der sich vor Kurzem selbst einen "Würfel" hinters Haus gestellt hat.

Der PPP-Cube kann, wenn es die Statik erlaubt, auf Flachdächern oder anderen Bauten installiert werden oder einfach im Garten. Eine Möglichkeit, das externe Kraftwerk unauffällig zu integrieren, ist der "Cube-Port" - wobei Würfel und Carport nicht nur eine architektonische Symbiose eingehen, sondern noch als Tankstelle für Elektro-Autos genutzt werden können.

Entwickelt hat der Solep-Geschäftsführer den 25 000 Euro teuren Cube vor einem Jahr. Der Prototyp steht in Spanien am Haus eines Bekannten. "Die Idee war, mit Hilfe der Sonne nicht nur zu heizen, sondern das Haus auch zu kühlen - und mit der dabei anfallenden Wärme den Pool zu heizen." Und es funktioniert: Der Bekannte hat laut Schmid in dem einen Jahr schon 2500 Euro Gaskosten eingespart, obwohl er zuvor nur das Haus geheizt und Warmwasser bereitet hat. www.solep-gmbh.de

Die Technik des PPP-Würfels

Technik: Alles was der PPP-Cube braucht ist Licht und Luft. Eine Fotovoltaik-anlage auf dem Dach produziert Strom für eine Luftwärmepumpe im Würfel. Durch Kompression und Dekompression wird hier Wärme und Kälte erzeugt, die im Haus zum Heizen, zur Warmwasserbereitung oder Klimatisierung des Gebäudes genutzt werden kann.

Wird mehr Strom erzeugt als benötigt, kann die überschüssige Energie in Batterien gespeichert und bei Bedarf im Haus verbraucht werden.

Eine Wand des Würfels trägt zusätzlich noch eine thermische Solaranlage, mit der die Wärmeleistung der Luftwärmepumpe unterstützt wird.

Material: Der umweltfreundlichen Energieerzeugung verpflichtet, ist der PPP-Cube komplett aus nachwachsenden Rohstoffen und recycelbaren Materialien gefertigt.

SWP

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