Bolzen zur Geisterstunde in Hattenhofen

Sport und Spiel für junge Ballkünstler gab es  bei einem vom „Fest-im-Dorf-Team“ initiierten Fußballcamp mit Zeltlager in Hattenhofen.

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Gleich ist das Runde im Eckigen: Szenen wie diese gab es viele beim Fußballcamp in Hattenhofen. Die ballsicheren Nachwuchskicker waren begeistert.  Foto: 

Alle sind da, die Begrüßung erledigt, die Frage, „in welchem Team bin ich“ ist mittels einer farbigen Mannschaftsweste geklärt, insofern kann’s endlich losgehen. Und die jungen Fußballfans, 16 an der Zahl, haben so was von Lust zu kicken. „Hallo Kinder, jetzt spielen, den Ball nehmen und… Torschuss“, tönen Heinrich Bruß’ Anweisungen kurz darauf unüberhörbar über die Rasenfläche.

Freilich, auch der beliebteste (Freizeit)Sport funktioniert bei den Nachwuchskickern nur mit Regeln und gewissen Aufgabenstellungen. Mit dem Smartphone in der Hand überprüft der Jugendkoordinator und Gesamtverantwortliche für den Jugendbereich beim 1. Göppinger Sportverein die Minuten, damit jede Gruppe für die unterschiedlichen Spielsituationen das gleiche Zeitfenster hat. „Heute geht’s nur um den Spaß, nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Allerdings sind einige Kinder dabei, die erst wenig Kontakt mit dem Fußball hatten“, verrät Heinrich Bruß, Gründer der Fußballschule Albkicker.

Wenn nichts in den Ferien geht – Fußball geht immer, sind sich Markus Galla und Heiko Weiser einig. Seit sieben Jahren bereichern die Gründer der Veranstaltungsfirma „Fest-im-Dorf“ das Schülerferienprogramm und laden bis zu 25 junge Ballkünstler – oder solche die es werden wollen – zu „Sport, Spiel und Spaß“ ein. Ob Freizeitkicker oder ambitionierte Vereinsspieler, ob Junge oder Mädchen, ob in Begleitung von Papa oder Mama, das Duo versteht ihr Angebot als Zugewinn zum heimischen Ballsport. „Uns ist wichtig, dass die Kinder etwas zusammen mit ihren Eltern machen.“ Willkommen ist bewegungsfreudiger Nachwuchs zwischen sechs und 13 Jahren mit mindestens einer erziehungsberechtigten Begleitperson, betont Markus Galla, und freut sich, dass seine zwei Buben, Marc (13) und Nico (10), von Anfang an dabei sind. Das Einmaleins des Fußballs, dribbeln, passen, schießen, etwas Ordnung ins Gewusel bringen, loben, motivieren und zwischendurch auch mal trösten – nach einer kurzen Korrektur-Ansprache von Bruß gibt es für alle doch nur ein Ziel: „Das Runde muss ins Eckige“.

Logisch, verlieren will keiner, da kann der Trainer noch so viel erzählen. „Was mach’ ich mit dem zweiten Ball?“ will Laurin wissen und knallt das runde Leder nach einem anspornenden „hau drauf“ mit Schmackes links oben ins Tor. Und der Jubel folgt auf dem Fuß: „Ja, klasse, das war ein unfassbares Tor, super, jetzt steht es eins zu eins“, ruft der Torschütze seinem Kumpel Jona zu. „Klasse und kurz“, bezeichnet dessen Vater Nico Rosenäcker das Angebot, wenngleich ihm noch die donnernden Abpraller der nächtlichen Wandschüsse in den Ohren klingen. Da muss man als Papa wohl durch.

Bei schönem Wetter wird anfangs auf dem Hattenhofener Sportplatz gekickt, danach geht’s runter zur Sillerhalle, wo gemeinsam gegrillt, gegessen und weiterhin Fußball gespielt wird. „Da kann es schon mal zwei oder drei Uhr nachts werden, die meisten würden am liebsten durchmachen“, verraten die beiden Veranstalter.

Ist das „Bolzen zur Geisterstunde“ schon ein Highlight  des Fußballcamps in Hattenhofen, finden die Mini-Messis besonders das Zelten in der Halle voll abgedreht. Ganz nach dem Motto „draußen kann ja jeder“ übernachtet Matthias Kuzack aus Zell zum zweiten Mal hier und betont: „Hier ist es super. Mein Sohn Lean spielt bei den Knirpsen als Torwart und ist eigentlich eher ein wenig schüchtern. Nachdem es ihm letztes Jahr so gut gefallen hat, habe ich ihn gleich angemeldet.“

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