Blütenparadies im Bauerngarten

Ingrid Hasch aus Albershausen nennt einen Bauerngarten ihr eigen. Wo vor 15 Jahren noch ausschließlich Rasen gewachsen ist, blüht es jetzt üppig. Das Gemüsebeet liefert allerlei Gesundes.

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  • Vier mit Buchs begrenzte Beete mit einem Rondell in der Mitte: Vor 15 Jahren hat Ingrid Hasch angefangen, ihren Bauerngarten anzulegen. Fotos: Iris Ruoss 1/2
    Vier mit Buchs begrenzte Beete mit einem Rondell in der Mitte: Vor 15 Jahren hat Ingrid Hasch angefangen, ihren Bauerngarten anzulegen. Fotos: Iris Ruoss
  • Der Rittersporn wächst fast mannshoch. 2/2
    Der Rittersporn wächst fast mannshoch.
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Der Blick über den Gartenzaun ist bei Ingrid Hasch nicht möglich, ihn verwehrt die hohe Hecke, die das Gartengrundstück einfriedet. Einen kleinen Einblick gewährt nur eine Lücke, und die gibt den Blick frei auf einen üppig bewachsenen Rosenbogen, auf leuchtend gelben Goldfelberich und Lupinen, die sich in glänzenden Rosenkugeln spiegeln.

Wenn die 71-Jährige erzählt, dass bei ihrem Einzug vor gut 15 Jahren nur eine Rasenfläche am Haus vorhanden war, kann man das kaum glauben. "Meine Tochter Sabine hatte die Idee, einen Bauerngarten anzulegen", sagt Ingrid Hasch. Es wurde mit einer geliehenen Rasenfräse umgepflügt, ausgemessen und akkurat abgesteckt.

Jetzt grünt es in vier exakt angelegten Beeten, durch die sich ein Wegsystem schlängelt, genau mittendrin ist ein Rondell platziert. Die Buchseinfassungen sind mittlerweile fast kniehoch. Einige Buchspflanzen hat Ingrid Hasch gekauft, den Rest aus Stecklingen selbst gezogen. Zur Bodenverbesserung wurden anfangs Kartoffeln, Lupinen und Phacelia, der "Bienenfreund", gepflanzt und Sand eingearbeitet. Im Laufe der Jahre ist der Garten zum Blütenparadies geworden. Die Lupinen und der Bienenfreund, eine echte Bienenweide, sind geblieben. Frauenmantel und Beinwell, Phlox und der üppige mannshohe blaue Rittersporn sind dazu gekommen. Pfingstrosen neigen die schweren Blütenköpfe, Johanniskraut blüht leuchtend gelb. Den Gartenausgang umrahmt ein zweiter Rosenbogen, an dem sich "Schneewittchen" schneeweiß emporrankt.

Ein Beet ist mit Gemüse bepflanzt. Pflücksalat, Karotten, Erbsen und Bohnen sorgen für vitaminreiche Frischkost in der Küche, die Tomaten stehen gut geschützt im kleinen Tomatenhäuschen direkt neben dem Kompost. Auch drei Säulen-Apfelbäume hat die Rentnerin noch auf den nur rund 60 Quadratmetern Gartenfläche untergebracht. "Der Alant wächst immer irgendwo und auch die Weberkarde", sagt sie. Die Weberkarde sieht aus wie eine Riesendistel.

Rund eine Stunde pro Tag verbringt Ingrid Hasch mit der Gartenpflege. Pflege heißt für sie aber nicht, jedes Unkräutchen zu beseitigen und ständig mit der Gartenschere zu Werke zu gehen. "Verblühtes ausschneiden, etwas Ordnung halten, das wars", sagt die passionierte Gärtnerin. Der blühende Beweis für die ausreichende Gartenpflege sind die vier Beete, die üppig gedeihen. Ingrid Hasch lässt dem Pflanzenwuchs auch mal freie Hand, wartet einfach ab, wo sich Blätter und Blüten zeigen und was sich da angesiedelt hat, obwohl sie es weder gesät noch gepflanzt hat. "Da sprießen Möhren und Tomatenpflänzchen, die sind von selbst aufgegangen", mit diesen Worten zeigt sie auf ein Fleckchen im Gemüsegarten.

Auch im Herbst, kurz vor Wintereinbruch, wird nur das nötigste abgeschnitten, die Samenstände der Blumen lässt sie als Vogelnahrung stehen, deckt die Beete mit etwas Laub ab - fertig. Gedüngt wird nur mit Naturdünger, Läusen rückt sie, wenn überhaupt, mit Waschnusssud zu Leibe. "Das ist komplett biologisch und wirkt Wunder", sagt Hasch. Den Tipp hat sie von einer Indienreise mitgebracht, genau wie die bunten Fähnchen, die im Garten flattern, und die Buddhastatue, die auf einem alten Gartenstuhl sitzt. Gartenzeitschriften liest sie gerne, auch so manches Fachbuch hat bei der Gartengestaltung schon gute Dienste geleistet. Ansonsten ist ihr Bauerngarten ihre Erholungsoase, die ihr sehr viel Freude bereitet und auch so manchen Blick aus dem Küchenfenster auf das muntere Vogeltreiben ermöglicht.

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