Blitze: Die tödliche Gefahr aus den Wolken

Am Wochenende drohen in ganz Süddeutschland Gewitter. Die Blitze sind eine tödliche Gefahr für die Menschen im Freien. Man kann sich davor schützen.

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Blitze töten in Deutschland jährlich bis zu zehn Menschen, mehrere Hundert werden verletzt.  Foto: 

Der Sommer kehrt zurück, versprechen die Meteorologen des Deutschen Wetterdiensts (DWD): Schon heute steigen die Temperaturen in ganz Süddeutschland auf bis zu 26 Grad an, bis zum Wochenende sogar wieder auf bis zu 30 Grad. Allerdings steigt damit das Gewitter-Risiko, spätestens am Freitag könnte es laut DWD-Prognose soweit sein, am Samstag und Sonntag könnten diese Gewitter gar von heftigen Schauern begleitet werden.

Weil Mann, Frau und Kind bei schönem Wetter ihre freie Zeit lieber im Freien verbringen als in überhitzten Stube, warnt die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in Göppingen vor dem ebenfalls gesteigerten Risiko, bei derartigem freizeitlichem Tun Opfer eines Blitzschlags zu werden.

Nach Auskunft der Krankenkasse stirbt weltweit einer von vier Menschen, die von einem Blitz getroffen wurden. In Deutschland kommen laut KKH bis zu zehn Menschen jährlich durch Blitzschlag zu Tode, einige Hundert werden verletzt. Sie leiden unter Verbrennungen, Hörstörungen, Lähmungen bis hin zu Angstzuständen und anderen psychischen Störungen ? vorübergehend oder bleibend.

Weshalb die KKH eindringlich rät, bei aufziehenden Gewittern Vorsicht walten  zu lassen: Wer vom Blitz getroffen wird, auf dessen Körper wirken in Sekundenbruchteilen bis zu 100 Millionen Volt und mehrere 10.000 Ampere. Wer zwischen Blitz und Donner weniger als zehn Sekunden zählt, befindet sich in direkter Nähe des Gewitters. „Halten Sie sich nicht am höchsten Punkt in einem Landstrich auf, denn dort schlägt ein Blitz meist ein“, rät deshalb Karin Artner vom Göppinger KKH-Serviceteam: „Suchen Sie vielmehr Schutz an einem niedrigen Punkt, beispielsweise in einer Mulde.“ Dort sollten die Betreffenden in die Hocke gehen und die Füße eng zusammen stellen, damit zwischen ihnen keine lebensgefährliche Spannung entstehen kann, die sogenannte Schrittspannung. Artner: „Schlingen Sie die Arme um die Beine und ziehen Sie den Kopf ein. Dann hat ein Blitz wenig Angriffsfläche.“ Wer in der Gruppe unterwegs ist, sollte laut Artner voneinander Abstand halten, damit der Blitz nicht von einer Person zur nächsten überspringen kann.

Jeder, der sich während eines Gewitters im Freien befindet, sollte Abstand zu Blitzschlag gefährdeten Objekten halten – Bäume, Türme und Masten oder aber Unterstände ohne Blitzableiter. Was viele laut KKH nicht bedenken: Selbst wenn ein Blitz einige Meter entfernt einschlägt, kann er von solchen Objekten auf den Menschen überspringen.

Außerdem warnt Artner davor, bei Gewitter einen Spruch wörtlich zu nehmen, der sich so hartnäckig hält wie er falsch ist: Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen. „Ein Blitz kann in jeden Baum einschlagen, vor allem, wenn er einzeln steht“, erklärt Artner.

Wanderer oder Mountainbiker, die in dichtem Wald von einem Gewitter überrascht werden, können sich dagegen relativ sicher fühlen. Aber auch sie sollten einzelne hohe Bäume und Baumgruppen unbedingt meiden, mahnt die KKH, ebenso die Waldränder.

Für Fahrrad- und Motorradfahrer gilt bei Gewitter: Das Gefährt abstellen und sich mehrere Meter davon entfernen, weil metallene Gegenstände Strom leiten. Aus demselben Grund sollte sich jeder davor hüten, bei einem Gewitter seinen Regenschirm aufzuspannen. .

Zu den extremen Gefahrenbereichen während eines Gewitters zählen zudem Gewässer, Badeseen, Flüsse, das Meer sowie Freibäder. Wasser leitet ebenso wie Metall den Strom, „dadurch ist das Risiko für einen Blitzeinschlag sehr hoch“, sagt Artner: „Türmen sich am Horizont dunkle Wolken und ist leises Donnergrollen zu hören, sollten Badende oder Wassersportler daher schleunigst an Land gehen.“ Auch ein Gewitter, das weit entfernt wirkt, kann schneller als erwartet heranziehen.

Was tun im Notfall?

Schnelle Hilfe Bei Blitzopfern kommt es häufig zu einer Atemlähmung oder gar einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Ersthelfer müssen die Betroffenen umgehend mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung reanimieren. Dabei braucht niemand Angst davor zu haben, das Opfer zu berühren. Es leitet keinen Strom mehr, der auf Sie überspringen könnte. Ebenso wichtig ist der Notruf unter 112 Hilfe – unter Angabe von Name, Ort, Geschehen und Anzahl der betroffenen Personen.

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