Bläserklasse an der Haldenberg-Realschule startet

Die Haldenberg-Realschule in Uhingen ruft eine Bläserklasse ins Leben. Parallel zum normalen Musikunterricht können Schüler nun Instrumente erlernen.

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Musiklehrer Rolf Etzold unterrichtet die neue Bläserklasse. Die derzeit 18 Schüler lernen dabei viel mehr, als nur ein Instrument zu spielen.  Foto: 

Angefangen hat alles mit einem Pilotprojekt. Um Schüler nicht nur für ein Instrument, sondern auch fürs Lernen zu begeistern, hatte man letztes Jahr an der ­Haldenberg Realschule Uhingen das Projekt „Musik macht Spaß“ ins Leben gerufen. Damals unterrichteten fünf Lehrkräfte  24 Schüler einmal pro Woche nachmittags eine Stunde lang an den unterschiedlichsten Instrumenten. Schulleiter Walter Albrecht sah das Projekt als eine Vorstufe zu einer richtigen Bläserklasse – die heute Realität ist. „Der Wunsch nach einer Bläserklasse bestand schon immer“, gibt Al­brecht zu. Mit dem Projekt „Musik macht Spaß“ habe man im vergangenen Schuljahr erst einmal ­sehen wollen, wie viel Interesse an solch einem Angebot in der Schülerschaft besteht.

Heute sitzen 18 sichtlich eifrige Fünftklässler in vier Reihen – in den Händen halten sie ihre neuen Instrumente. Von Klarinetten   und Trompeten über E-Bass bis hin zum Schlagzeug  sind so einige Instrumente vertreten. Bisher haben die Musikanten erst zwei Stunden in ihrer neuen Bläserklasse verbracht. „Die Schüler haben momentan mit ihren ­In­strumenten nicht mehr gemacht, als sie auszupacken“, erzählt Rolf Etzold lachend. Er unterrichtet an der Realschule unter anderem Musik und leitet nun die Bläserklasse. Neues gelernt haben die 18 Schüler aber trotzdem schon. Nämlich wie man beispielsweise sein Instrument richtig zusammenbaut, berichtet Etzold. „Oder die Goldregel“, fügt eine Schülerin aus der zweiten Reihe hinzu. Auf Nachfrage erklärt sie, was die goldene Regel besagt: „Die gleichen Instrumente sitzen zusammen. Die leisen vorne, die lauten hinten.“

Die Gründe der Schüler, in die Bläserklasse zu gehen, sind verschieden. Die eine will in Mamas Fußstapfen treten und auch einmal im Musikverein Trompete spielen, der andere wiederum wollte schon immer in einer Gruppe als Gemeinschaft spielen. Zum gemeinsamen Musikerlebnis gehört für Musiklehrer Etzold vieles: „Aufeinander hören, miteinander spielen, gemeinsam nach Konzerten Erfolgserlebnisse feiern – da nimmt man sehr viel mit.“ Davon ist auch Jaroslaw ­Wakarecy, Leiter der Uhinger Musikschule, überzeugt. Die Musikschule betreut die Bläserklasse mit. Ohne grünes Licht und Unterstützung von der Stadt hätte es die Bläserklasse jedoch aus Kostengründen nie gegeben. „Im Gemeinderat war musikalische Bildung schon lange ein Thema“, erklärt Bürgermeister Matthias Wittlinger. „Es kann sich leider nicht jeder leisten, ein Instrument zu spielen“, fährt er fort. So sei es für die Stadt wichtig, dies innerhalb der Schule zu ermöglichen. „Außerdem hoffen wir, dass in der Zukunft der eine oder andere in den Musikverein der Stadt geht und sich ehrenamtlich engagiert“, so der Bürgermeister.

Auch Schulleiter Albrecht verbindet Hoffnung mit der neuen Bläserklasse an seiner Schule: „Ich wünsche mir mehr Lern­motivation für die Schüler und damit natürlich ein lebendiges Schulleben.“

Zuschuss Nach Angaben der Stadtkämmerin Kathrin Vater übernimmt die Stadt Uhingen einen Teil der Kosten für die benötigte Zusatzausstattung der Bläserklasse. Der andere Teil wird aus dem Schulbudget bezahlt.

Raum Ein eigenes Zimmer für die Bläserklasse befindet sich im Bau. Vorteilhaft ist dies, weil so aufgebautes Equipment immer stehen gelassen werden kann. Für die rund 15.000 Euro Baukosten kommt die Stadt auf.

Kosten Für einen teilnehmenden Schüler kostet der Musikunterricht in der Bläserklasse mit einem geliehenem Instrument im Jahr 400 Euro. Wer schon ein eigenes Instrument hat, bezahlt jährlich 340 Euro.

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