Bilder für die Ewigkeit: Eschenbach bekommt neuen Kalender

Einen Kalender für Eschenbach gibt‘s nur alle Jubeljahre. Jetzt ist es wieder soweit, auf Initiative des Schultes und dank des rührigen Fotoclubs „Blick+Klick“.

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Märchenhaft verschneit: Das Dezemberbild des neuen Eschenbacher Kalenders. Man kann ihn schon jetzt aufhängen – Wochentage gibt es darauf nicht.  Foto: 

Es hört sich so einfach an, als ginge man in eine Bäckerei und kaufte eine Butterbrezel. Bürgermeister Thomas Schubert wollte seinen Eschenbachern nach langen Jahren mal wieder einen Kalender bieten, und ging zum örtlichen Fotoclub Blick + Klick, ob man ihm Bilder habe. Er bekam sie, und hatte dann nur noch die Qual der Wahl: Aus vielleicht 100 Motiven musste er 13 heraussuchen, für zwölf Monate und das Titelbild.

„Wir sind ständig unterwegs mit der Kamera, auch privat, da haben wir schon was im Archiv“, sagt Thomas Granrath. Im Jahr macht er so 10 000 bis 20 000 Aufnahmen. Das sind dann nicht 10 000 Motive, für ein Bild braucht man schon mal 100 Aufnahmen. „Da fliegt vieles raus.“ Vielleicht 30mal klickte es in der letzten Silvesternacht, als Granrath mit Hobbyfreunden loszog, um das Feuerwerk in Eschenbach auf die Platte zu bannen.

Sie hatten einfach Lust dazu, man hat gemeinsam gefeiert, auch mit anderen Leuten, und vor Mitternacht haben sich die Fotografen dann einen Platz in der Landschaft gesucht, von dem aus sie die Kirche im Blick hatten. Sie arbeiteten mit Stativ und Teleobjektiv, solche Bilder machen sie  „aus der hohlen Hand raus“, sagt Granrath.  Es wurden schöne Langzeitaufnahmen.  Mit einem dieser Bilder kam der Fotoclub-Mann jetzt auf das Titelbild des Kalenders. Ein Volltreffer. Granrath hatte nie zuvor an Silvester in Eschenbach  fotografiert.

 Alle sind glücklich. „Tolle Aufnahmen, hervorragende Qualität, abwechslungsreiche Motive, professionelle Gestaltung“, schwärmt der Schultes.  „Wir freuen uns, wenn unsere Bilder gezeigt werden“, sagt Granrath. Das will man ja als Fotograf. Granrath ist auch schon von einem Nachbarn auf seine Bilder im Kalender  angesprochen worden.

Fünf Vereinsmitglieder kommen auf diese Weise groß heraus. Es sind sogar Bilder, die über das Jahr hinaus Gültigkeit haben. Weil es kein Kalender für das nächste Jahr ist. Sondern ein Dauer-Kalender. Er trägt nicht die Jahreszahl 2018, und die Wochenenden sind nicht markiert. So kann er endlos gebraucht werden. Die Fotografen denken so an vier, fünf Jahre. Sie haben das dem Schultes so vorgeschlagen, Beispiele dafür kennen sie. Denn: Sie könnten nicht jedes Jahr 13 Motive bringen. Die sind dann rund ums Dorf „auch irgendwo erschöpft“, sagt Granrath. Aber für diesmal konnten sie aus dem Vollen schöpfen. Dörfliches Fachwerk, die Streuobstwiesen,  die Kulisse von Fuchseck, Kuhnberg und Lotenberg, die Eschenbacher Kirche auf dem Bühl als Wahrzeichen des Dorfes – das gibt die reizvollsten Ansichten. Noch dazu bei besonderen Wetterlagen.

Biotop fotogen

Das Naturschutzgebiet Rohrwasen ist gleich auf zwei Kalenderblättern. Natürlich völlig verschieden. Granrath hat mal einen Tag erwischt, als nach dem Regen eine „Pfütze“ im Biotop entstand, die wie ein See wirkt, und Olaf Gaarz nahm das dortige alte Gewächshaus bei Schnee in den Vordergrund.

Bei fünf Fotografen blieb es. Nicht jeder der fast 30 Vereinsmitglieder wohnt in Eschenbach und streift mit der Kamera durch die Fluren, erläutert Granrath. Renate Schmatelka kann das noch, sie ist aus Heiningen und konnte auch mit einer Aufnahme landen: „Eschenbach im Blütenmeer“. Ralf Kleinknecht hatte das Pendant dazu, Eschenbach im Schnee in einer Winternacht. Winterzauber mit Schneewechten steuerte Traudel Keim bei.

 Pech nur, dass der Martinimarkt ins Wasser fiel. Da wollten der Schultes und die Fotografen ihren Kalender bekannt machen. Jetzt muss es ohne dieses Schwungrad  gehen.  Aber die Zeit läuft nicht weg. Diese Kalenderbilder sind ja für die Ewigkeit. „Auf jeden Fall“, sagt Thomas Granrath.

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