Kriminalität: Betrüger kennen alle Tricks

Ob Enkeltrick oder falscher Polizist, der betrügerische Handwerker oder die angebliche große Liebe: Die Polizei warnt vor Gutgläubigkeit.

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Betrüger melden sich am Telefon, klingeln an der Haustür und tummeln sich im Internet: Wer nicht jede fantastische Geschichte, die einem aufgetischt wird, glaubt, hat gute Chancen, den Ganoven nicht auf den Leim zu gehen.  Foto: 

Vor wenigen Tagen war es wieder der mittlerweile altbekannte Enkeltrick, auf den zwei Seniorinnen aus Göppingen aber nicht hereinfielen. Zuvor verzeichnete die Polizei im Landkreis ein halbes Dutzend falscher Polizisten binnen weniger Tage – doch auch hier waren die zumeist älteren Frauen auf der Hut. Sie meldeten sich bei der echten Polizei und fielen so nicht auf die Betrüger herein.

Doch nicht nur mit diesen beiden Maschen versuchen Bauernfänger, unbedarften Menschen Geld oder Wertgegenstände zu entwenden. Ob die nicht existierende Skihütte, die falsche Bank-Mitarbeiterin, der angebliche Notar, das vermeintlich gewonnene Glücksspiel oder die kostenlose Reise: Es gibt fast keine Masche, mit der Betrüger nicht versuchen, andere abzuzocken.

Haustürbetrug: Ziel der Haustürbetrüger ist es, in die fremde Wohnung zu gelangen, weil dort die Chance gering ist, dass andere Leute die Pläne durchkreuzen. Sie geben sich als Amtspersonen, Handwerker, Geschäftsleute oder Hilfsbedürftige aus. Die Polizei warnt, die Täter überraschten „immer wieder durch außerordentlichen Ideenreichtum. Der durch sie verursachte finanzielle Schaden ist oft nicht wieder auszugleichen“.

Bauarbeiter: Wenn Arbeiter spontane Bauarbeiten auf dem Grundstück anbieten, ist Vorsicht geboten. Diese Wanderarbeiter haben vor allem Dach- und Pflasterarbeiten im Angebot. „Tatsächlich sofort angefangene Arbeiten dienen nur als Täuschung und werden nicht beendet“, sagt die Polizei. Deshalb gelte: „Zahlen Sie niemals Geld im Voraus.“

Scamming: Hinter dem Begriff Scamming (Scammer sind Betrüger) verbergen sich allerlei dubiose Maschen, die immer gleich funktionieren: Die Betrüger sind auf vorausgezahltes Geld aus.  Da gibt es die vorgetäuschte Liebe in Partnerbörsen und sozialen Netzwerken, den angeblichen Traumjob oder die vermeintlich spottbillige Wohnung. Auch hier gilt immer: Niemals Geld vorab bezahlen, egal, was die Gegenseite für eine fantastische Geschichte auftischt. Weder für eine Kaution, noch für Arbeitsbekleidung oder ein Flugticket der neuen großen Liebe – das Geld ist dann für immer weg.

Geldwäsche: Immer häufiger werden auch Privatpersonen wegen Geldwäsche angeklagt, solche Fälle wurden auch schon vor dem Göppinger Amtsgericht verhandelt. Eine Methode ist beispielsweise, dass eine Provision dafür geboten wird, das eigene Bankkonto für Geldtransaktionen zur Verfügung zu stellen. Es kann auch passieren, dass die Täter über gefälschte E-Mails in den Besitz von Passwörtern und Bankdaten gelangen und dann  die Konten ihrer Opfer zur Geldwäsche missbrauchen. Eine weitere Masche: Bei privat angebotenen  Luxusartikeln schlagen Geldwäscher gerne zu, so können sie ihr Schwarzgeld in den normalen Wirtschaftskreislauf zurückführen. Hier ist für Verkäufer höchste Vorsicht geboten.

Ferienhäuser: Ahnungslose Urlauber werden immer wieder Opfer von Ferienhaus-Betrügern im Internet: Auf professionell gemachten Seiten haben sie eine Traumvilla zu einem günstigen Preis gefunden, vor Ort entpuppt sich das – bereits bezahlte – Feriendomizil als Luftschloss. Besonders groß ist die Gefahr in beliebten Ferienregionen zu Zeiten, in denen schon alles ausgebucht ist. Also etwa die Skihütte in Kitzbühel an Weihnachten oder die Villa am Gardasee im August.

Enkeltrick: Regelrechte Klassiker sind der Enkeltrick und der falsche Polizist. Telefonisch wird versucht, von Ahnungslosen eine größere Menge Bargeld zu bekommen, der Anrufer gibt sich als Verwandter oder Polizist aus.

Anrufe: Das Polizeipräsidium Ulm hat zusammengestellt, worauf bei dubiosen Telefonanrufen geachtet werden sollte.

Forderungen: Seien Sie vorsichtig bei unbekannten Anrufern, vor allem, wenn bestimmte Forderungen durch den  Anrufer gestellt werden. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.

Fragen: Werden Sie angerufen, stellen Sie gezielt Fragen an den Anrufer: Nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen.

Nummer: Notieren Sie sich, die auf dem Display angezeigte Rufnummer! Achtung: Betrüger können diese Nummern mittlerweile auch fälschen.

Geld: Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter.

110: Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter der 110 an.

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