Flowtrail für Mountainbiker in Waldstetten

Anfang Mai wurde in Waldstetten ein Flowtrail für Mountainbiker eröffnet. Die Resonanz ist überraschend hoch, erzählt Initiator Jochen Krieger.

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    Viel Freude haben die Moutainbike-Radfahrer des TSGV Waldstetten auf dem Flowtrail, der in diesem Frühjahr in Waldstetten angelegt wurde. Foto: 
  • Manchmal geht es auch durch Pfützen. 2/2
    Manchmal geht es auch durch Pfützen. Foto: 
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Jippie“, schreit einer der vier Mountainbiker von der Startrampe am Waldstetter Flowtrail, steigt in die Pedale und stürzt sich in das Gefälle vor ihm. Seine Kumpels folgen ihm in kurzem Abstand. 600 Meter reine Mountainbike-Strecke liegt vor ihnen. Ohne Fußgänger oder Reiter. Ohne eventuell querliegende Äste, Wurzeln oder Felsbrocken.

„Das ist purer Fahrspaß. Besser als Achterbahnfahren“, schwärmt Jochen Krieger. Er ist einer der vier Biker an diesem Samstag – und gemeinsam mit Andreas Ocker und Ralph Waibel Initiator und verantwortlich für die neue Flowtrail-Strecke bei der Skihütte. Diese wurde am 6. Mai als Kooperationsprojekt zwischen der Gemeinde Waldstetten und dem Skiteam des TSGV Waldstetten offiziell freigegeben.

In den Ferien ist gewöhnlich weniger los, „das merkt man“, hat Krieger in den Pfingstferien festgestellt. Normalerweise sei die Resonanz überraschend hoch. „Damit hab ich gar nicht gerechnet. Allein bei der Eröffnung waren locker 300 Leute hier.“ Die Rückmeldungen seien durchweg positiv, erzählt er. Die einzige Kritik, die der 46-Jährige bisher zu hören bekam, lautete: „Die Strecke sollte länger sein, weil sie so Spaß macht.“

Die vier Mountainbiker haben den ersten von zwei „Tables“, also die erste kleine Schanze erreicht, ziehen ihre Lenker nach oben und freuen sich über die Sprünge, die sie mit ihren Bikes schaffen. Direkt im Anschluss müssen sie sich voll in die Kurve legen, um auf dem schmalen Trail zu bleiben. Normalerweise dürfen Mountainbiker nur auf Wegen fahren, die mindestens zwei Meter breit sind.

Der Flowtrail ermöglicht die schmalen Wege, die für eingefleischte Mountainbike-Fans erst den richtigen Reiz ausmachen. Für Jochen Krieger ist es die Kombination aus dem Fahren inmitten der Natur und die Herausforderung, die Technik des Fahrradfahrens zu beherrschen, die ihm beim Mountainbiken gefällt.

Der Waldstetter Flowtrail ist zwar nur eine Einsteigerstrecke mit vorwiegend blauen und einzelnen roten Pisten, aber dafür eignet sie sich für Jugendliche genauso wie für Einsteiger und Leute, die das Fahren mit dem Mountainbike ausprobieren wollen. Die Tables sind aus diesem Grund auch ähnlich wie eine Treppenstufe überrollbar für all diejenigen, die sich die Sprünge nicht trauen.

Etwa in der Mitte des Trails haben die Biker die Wahl: sie können einfach auf dem Weg fahren, oder den zweiten Table an dessen Rand ausprobieren oder sie können über eine kleine Abzweigung eine kurze Steilabfahrt mitnehmen. „Die ist wohl die größte Herausforderung“, schätzt Krieger.

Es folgt eine weitere kurze rote und blaue Parallelstrecke. In der roten hat sich Wasser zu einer Pfütze angesammelt. Rolf Blumenstock stört das nicht. Er bläst die Backen auf, kneift die Augen zusammen und rast mittendurch. Das Wasser spritzt in alle Richtungen, auch er selber ist hinterher nass. Matthias Eisele folgt ihm, auch an seinen Waden läuft das Dreckwasser nachher hinab. Das Gelächter der anderen ist der Lohn. Weiter geht’s in die Steilkurve unten außerhalb des Waldes. Von dort auf das North-Shore-Element. Diese 30-Meter-Holzplankenstrecke ist mit Hasenzaun überzogen. „Weil nasses Holz rutschiger ist als Glatteis“, erläutert Krieger.

Die drei Skiteam-Verantwortlichen haben den gesamten Flowtrail gemeinsam mit vielen Helfern – auch Jugendlichen – in einem Jahr Arbeit angelegt. Sie ließen sich bei der Planung und der Ausführung von Experten der DIM (Deutsche Initiative Mountainbike) beraten, bauten drei der Steilkurven mithilfe eines Baggers und viele andere Stellen in Handarbeit mit Pickel und Schaufel. Die Naturschutzbehörde des Ostalbkreises  und der Tüv mussten am Ende ihr Einverständnis geben, dann endlich war es so weit. Jetzt kontrollieren Jochen Krieger und seine Freunde nach einem Gewitter oder sonst mindestens einmal monatlich die Strecke, um Steine, Äste oder Brombeerranken zu entfernen – ansonsten ist die Strecke zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für jedermann frei zu fahren.

Länge: Der Flowtrail Waldstetten hat eine Streckenlänge in Sektion 1 von 500 Metern. Sektion 2 (Übungsparcours) ist 100 Meter lang.

Neigung: Das Gefälle liegt im Schnitt bei 9,2 Prozent, insgesamt werden 58 Höhenmeter überwunden.

Einstufung: Der Schwierigkeitsgrad ist vorwiegend blau, kleine Varianten rot. Besonderheiten sind zwei Tables (Sprünge), Anliegerkurven und das Northshore-Element.

Idee: Den Flowtrail hat die Gemeinde zusammen mit dem TSGV Waldstetten geplant.

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