Bernecker wollen keine "Erddeponie" Kritik an Plänen der Geislinger Segelflieger

Das Segelfluggelände Berneck soll mit 120 000 Kubikmetern Erde aufgefüllt werden. Der Degginger Gemeinderat Josef Weber kritisierte das Projekt.

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Ratsmitglied Josef Weber fordert, dass man die Natur so belässt wie sie ist.

In der jüngsten Degginger Ratssitzung gab Petra Beer vom technischen Amt der Gemeinde einen Zwischenbericht zur Auffüllung des Segelfluggeländes Berneck ab. Wie mehrfach berichtet, will die Segelflugabteilung der Geislinger Fliegergruppe die Start- und Landebahn bei Berneck sicherer gestalten. Für die Baumaßnahme müssen etliche Mulden mit 120 000 Kubikmetern Aushub aufgefüllt und manche Hügel begradigt werden. Um die Erde zu bewegen, sind rund 15 000 Lastwagen-Fuhren notwendig.

Für das Projekt hat der Degginger Gemeinderat bereits im Jahr 2010 einen positiven Grundsatzbeschluss gefasst, der beim Landratsamt Göppingen eingebracht wurde. Heikel an der ganzen Geschichte sei, dass für das gesamte Gelände Landschaftsschutz bestehe, erklärte Beer und zählte mehrere Biotope, Wacholderheiden und Flächen mit Magerrasen auf. Aus diesem Grund hat das Landratsamt ein gewichtiges Wort mitzureden, während das Regierungspräsidium wegen der Flugsicherung in das Geschehen mit einbezogen ist.

Ende Oktober hat vor Ort eine Gesprächsrunde mit allen Beteiligten stattgefunden, aufgrund derer ein Vorentwurf erarbeitet wurde. Geplant sind zwei Landeflächen, eine in nördliche und eine in südliche Richtung. Der Flugplan für den Windenstart soll gleichbleiben, wobei jetzt von beiden Seiten aus gestartet werden kann. Die Landeflächen sind nach Angaben von Petra Beer größer geworden, der höchste Punkt der Auffüllfläche soll elf Meter betragen. Auf Naturschutzflächen werde größtmöglichste Rücksicht genommen. Als Ausgleich der umfassenden Erdbewegungen werde die Segelflugabteilung der Fliegergruppe einen Fichtenwald in einen naturnahen Wald umwandeln.

Der Gemeinderat und Bernecker Landwirt Josef Weber bat die Ratskollegen um Verzeihung, wenn er zu diesem Projekt noch ein paar Sätze sagen müsse, obwohl das Für und Wider hinlänglich bekannt seien. Weber betonte, dass er kein Projekt befürworte, für das Haushaltsgelder mehr oder weniger sinnvoll ausgegeben würden. Weber: "Ich möchte nur Ruhe für die Bernecker. Außerdem soll man die Natur so belassen wie sie ist." Man habe die Freunde des Segelfluges in Berneck als Gäste aufgenommen. "Sie durften in unserem Garten spielen, sie dürfen aber nicht unseren Garten umgraben!"

Eindringlich bat Weber seine Kollegen am Degginger Ratstisch, den Weiler Berneck nicht zur Erddeponie verkommen zu lassen. Berneck sei ein ruhiges und beschauliches Stück Erde. Nur auf den Naturschutz dürfe man bei dem Projekt nicht vertrauen, weil hier wohl "höher gelegene Interessen" zum Tragen kämen.

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