Asyl: Schwieriger Übergang in die Anschlussunterbringung

Wie ein Bericht zeigt, hakt es bei der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen. Die Wohnungsmarkt-Situation ist ein Grund.

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Etwa 700 Flüchtlinge im Landkreis müssen in die Anschlussunterbringung. Doch der Übergang gestaltet sich schwierig.

Es gibt nach wie vor Brennpunkte bei der Integration und Unterbringung von Flüchtlingen, das zeigt ein Bericht über die Situation der Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis, der am Dienstag im Sozialausschuss vorgestellt wurde.

Der Übergang in die Anschlussunterbringung ist nach wie vor ein Problem, Grund ist auch der angespannte Wohnungsmarkt, der es Geringverdienern im Allgemeinen schwer macht an günstigen Wohnraum zu kommen. Etwa 700 Flüchtlinge im Kreis müssen derzeit aus der Gemeinschaftsunterkunft in die Anschlussunterbringung gebracht werden, wie Wolfgang Munz, Abteilungsleiter im Bereich Asyl- und Flüchtlingswesen des Landratsamtes, darlegte.

Die gute Nachricht: In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres konnten 295 Personen die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen und in die Anschlussunterbringung wechseln. 89 Prozent davon kamen auf dem freien Wohnungsmarkt unter. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es noch 75 Prozent, die in privaten Wohnungen unterkamen.

Das das behördliche Genehmigungsverfahren die Suche nach privatem Wohnraum erschwere, legte Sabine Stövhase vom Caritasverband dar. Sie wundere, dass so viele Menschen private Vermieter finden: „Das Genehmigungsverfahren dauert in manchen Fällen vier Wochen. Welcher Vermieter macht das mit?“

Flüchtlinge müssen die Gemeinschaftsunterkunft nach der Beendigung des Asylverfahrens oder spätestens nach 24 Monaten verlassen. Die Gemeinden sind verpflichtet, entsprechend eines Verteilungsschlüssels, diese Flüchtlinge unterzubringen. Bis zum 30. April diesen Jahres gab es 31 solcher Zuweisungen. Der „Pakt für Integration“ des Landes Baden-Württemberg und der kommunalen Kreisverbände, der Ende April unterzeichnet wurde, unterstützt die Kommunen mit einer Jahrespauschale von 90 Millionen Euro pro Jahr.

Ein weiteres Problem stellt sich nach wie vor bei der Integration in den regionalen Arbeitsmarkt dar. 2016 gab es 102 Menschen, die Arbeit fanden. Im Zeitraum Januar bis Mai 2017 waren es 75. „Große Ernüchterung“ machte sich da bei manchen Mitgliedern des Ausschusses breit. Auch hier soll der „Pakt für Integration“ Abhilfe schaffen. Mit 116 Millionen Euro sollen landesweit etwa 1000 Integrationsmanager gefördert werden, die sich um die Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung kümmern.

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Kommentare

29.06.2017 09:32 Uhr

kein Problem....

...einfach alle deutschen Wohnungssuchenden in die frei werdenden Asylunterkünfte stecken, dann hätten unsere geliebten "Flüchtlinge" doch ausreichend Platz. Ich sehe deshalb die oben beschriebene Problematik nicht so dramatisch....

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