Malteser in Uhingen haben ab Juli Bereitschaft rund um die Uhr

Die Malteser in Uhingen sind ab 1. Juli immer da. Damit wird die 15 Minuten-Hilfsfrist im Unteren Filstal eingehalten.  Eine Aufstockung macht’s möglich.

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Freuen sich auf neue Zeiten: Sie werden ab 1. Juli das Untere Filstal von der Malteser Rettungswache aus versorgen.  Foto: 

Endlich wird Realität, was die Malteser seit Jahrzehnten forderten: Dass auch in Uhingen eine ständig erreichbare Rettungswache vorhanden ist. War dies zu Jahresbeginn täglich nur von 7 bis 23 Uhr der Fall und bis Ende 2016 nur an vier Tagen von 15 bis 23 Uhr und am Wochenende von 7 bis 23 Uhr, gibt es nun keine zeitliche Einschränkung mehr.

Dies resultiert aus einem Gutachten, „damit die vom Gesetzgeber geforderte Hilfsfrist von längstens 15 Minuten bis zum Eintreffen beim Patienten in 95 Prozent der Fälle im Unteren Filstal eingehalten werden kann“, berichtet der Kreisbeauftragte der Malteser, Edmund Baur. Dies bedeute eine erhebliche Verbesserung der Versorgung mit Auswirkungen bis in den östlichen Bereich des Schurwaldes nach Wäschenbeuren, bedingt durch das neu eingeführte GPS-System. Weil „jede Minute zählt“, ob bei Herzinfarkt, Schlaganfall oder Unfall. Und je kürzer der Weg, umso rascher kann der Patient medizinisch versorgt werden. Die Zeitspanne von der Meldung bis zum Eintreffen des Rettungswagens ist durch das Rettungsdienstgesetz vorgegeben.

Einsätze enorm gestiegen

Mit „Beharrlichkeit zum Ziel“ freut sich der Kreisbeauftragte, wenn er an die 40-jährige Geschichte der Malteser in Faurndau und Uhingen zurückdenkt. Den heutigen Standort bezogen sie 1995. „Waren es in der Anfangszeit knapp 400 gefahrene Einsätze jährlich, so werden es jetzt rund 5000 im Jahr werden.“ Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass mit der Ausweitung des Rettungsdienstes die Möglichkeiten für die Einsätze von Ehrenamtlichen zurückging. Teils bedingt durch die Betriebszeiten, aber auch durch die Vorgabe zur Qualifikation zum Notfallsanitäter, die mit einer dreijährigen Ausbildung zusammenhängt. „Die neuen Einsatzzeiten sind mit einer erheblichen Aufstockung des Personals verbunden, denn zwölf hauptamtlich tätige Rettungsdienstmitarbeiter sind in Bereitschaft“, weiß Edmund Baur. Dabei werde sehr großer Wert auf die Aus- und Weiterbildung gelegt. Kie Malteser seien auch der erste Rettungsdienst in Deutschland, der ein Qualitätsmanagement eingeführt habe.

Einen großen Vorteil stellen die regionalen Verbundstrukturen dar, sie machen es möglich, dass Dienstpläne kreisübergreifend aufgestellt und Fortbildungen organisiert werden können, wie etwa im notfallmedizinischen Simulationszentrum Stuttgart.

Ausbildung vor Ort

Ein großes Plus bedeutet außerdem, dass die Uhinger Wache seit 2015 Lehrrettungswache ist und die Ausbildung zum Notfallsanitäter vor Ort möglich ist. „Ich bin erleichtert, dass nun unser langgehegtes Ziel in die Praxis umgesetzt wird“, sagt Baur und betont, „dass die  Ehrenamtlichen in Jahrzehnten den Grundstein dafür gelegt haben, dass die Notfallversorgung der Bevölkerung nun optimiert werden kann“. Den Ehrenamtlichen sei es auch maßgeblich zu verdanken, dass die Rettungswache Uhingen verwirklicht worden sei und der Dienst habe geleistet werden können. Dies werde auch so bleiben, denn weiterhin würden die Malteser den Rettungsdienst ehrenamtlich führen, unter fachlicher Leitung von Dr. Richard Böhm und Markus Bohnacker.

Info Alarmiert wird der Rettungsdienst der Malteser über die integrierte Leitstelle des Landkreises, Notruf 112.

Pläne Bereits 1977 wollten die Malteser in Uhingen eine Rettungswache bauen. Dies wurde damals vom Rettungsbeirat des Landkreises, dem Vorläufer der jetzigen Bereichsausschüsse, abgelehnt. Schon vor 40 Jahren wurde die Dringlichkeit für eine damals noch dritte Rettungswache für den Landkreis seitens der Malteser erkannt und der Rettungsdienst von der Wache Faurndau aus an Wochenenden behelfsmäßig abgewickelt.

Ziel Die Malteser haben das Ziel „Uhingen“ nie aus den Augen verloren. Sie erwarben 1989 das 29 Ar große Grundstück an der alten B 10, das sie schon 1977 im Auge hatten. Sechs Jahre später stand die Rettungswache in Uhingen.

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