Beim Kuckucksfest herrscht ein Kampf gegen die Naturgesetze

Beim Muhlhausener Kuckucksfest kämpften vier Mannschaften in drei Disziplinen um den Kuckucks-Wanderpokal. Dabei ging es oft feucht-fröhlich zu.

|
Vorherige Inhalte
  • Gar nicht so einfach ist es, im Schubkarren sitzend ein Tablett mit Wasser zu transportieren. 1/2
    Gar nicht so einfach ist es, im Schubkarren sitzend ein Tablett mit Wasser zu transportieren. Foto: 
  • Tobias Hötzel vom Heimatverein freut sich über den Wanderpokal, den er mit Matthias Heller (links), Josef Baumann und Alisa Späth (beide rechts) gewonnen hat. Auf dem Bild sind zudem der Vorsitzende vom Obst- und Gartenbauverein, Johannes Küchle, sowie Bürgermeister Bernd Schaefer zu sehen. 2/2
    Tobias Hötzel vom Heimatverein freut sich über den Wanderpokal, den er mit Matthias Heller (links), Josef Baumann und Alisa Späth (beide rechts) gewonnen hat. Auf dem Bild sind zudem der Vorsitzende vom Obst- und Gartenbauverein, Johannes Küchle, sowie Bürgermeister Bernd Schaefer zu sehen. Foto: 
Nächste Inhalte

Wenn die Mühlhausener ihr Kuckucksfest feiern, dann gibt es auch die Spiele um den Wanderpokal. Am Samstag waren es vier Teams, die in drei Disziplinen gegeneinander antraten. Zudem nahmen vier Jugendmannschaften an einem separaten Wettkampf teil. Unter den Mannschaften waren jene der Partnerfeuerwehr aus Zaisersweiher und ein Jugendteam aus Mühlhausens Partnergemeinde Geierswalde. Zur Arena wurde ein Straßenabschnitt vor dem Rathaus.

Die Utensilien für die Spiele, die sich dieses Jahr der Obst-  und Gartenbauverein als Ausrichter des Kuckucksfestes ausgedacht hat, sind ganz unterschiedlich: Im ersten Durchgang müssen die Wanderpokalanwärter innerhalb eines Parcours Luftballons zerplatzen lassen. Danach wird es schon schwieriger: Zwei Leitern werden hintereinander aufgestellt. Die Aufgabe: Die vordere erklimmen, dann die hintere Leiter nach vorne wuchten und ohne den Boden zu berühren auf die andere Leiter übersteigen. Und das so lange, bis auf diese Art eine bestimmte Anzahl von Metern zurückgelegt ist.

 Nach den ersten beiden Durchgängen liegen die Teams mit ihren Ergebnissen relativ nah beieinander. Doch dann kommt die Königsdisziplin: Das obligatorische „Spiel mit Wasser“.  Das Ziel des Spieles: Wasser aus einem Bassin wenige Meter die Straße hinunter in einen Eimer transportieren. Das hört sich einfach an, aber die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins haben sich natürlich einige zusätzliche Schikanen ausgedacht.

Der jeweilige „Wasserträger“ des Teams muss die Flüssigkeit nicht mit einem Eimer, sondern mit einem Tablett transportieren und  wird dabei von einem Kollegen in der Schubkarre durch einen kurvigen Parcours zum Ziel geschoben. Bei vielen Teams ist der Pegelstand in der Schubkarre am Schluss höher als der im Eimer. Bürgermeister Bernd Schaefer moderiert das Schauspiel fachkundig: „Das ist Physik im Alltag“, kommentiert er, während den Wettkämpfern bei der kurvigen Fahrt zum Ziel das Wasser aus dem Tablett in die Schubkarre schwappt. „Fliehkräfte und die Trägheit der Masse sind die entscheidenden Faktoren.“

Bei den Teams gibt es aber eigentlich nur zwei Strategien: Möglichst schnell mit dem Schubkarren um die Kurven und das verloren gegangene Wasser durch mehrere Durchgänge innerhalb der vorgegebenen zwei Minuten wieder ausgleichen oder langsam und präzise in wenigen Durchgängen durch den Parcours balancieren und mit möglichst viel Wasser im Tablett am Zieleimer ankommen. Letztere Methode erweist sich meist als erfolgreicher. Allerdings gibt es  noch eine Hürde, an der man scheitern kann: Das erste Team der Jugendfeuerwehr legt einen Durchgang mit wenig Wasserverlust hin, nur um dann beim Umfüllen des Wassers in den Zieleimer aus Versehen die Hälfte auf die Schuhe des Juroren vom Obst- und Gartenbauvereins zu leeren.

Die Ergebnisse von drei der Jugendmannschaften liegen nach dem Wettbewerb so eng beieinander, dass eine Stechfrage über den Sieger entscheiden muss. Den ersten Platz belegen schließlich die „Sommerberg-Kids“. Zur Belohnung gibt es Kindersekt und Pommes.

Bei den Erwachsenen  sichert sich der Mühlhausener Heimatverein den Wanderpokal. Schon vor dem Sieg stand fest, dass der Heimatverein das Kuckucksfest im nächsten Jahr ausrichten wird, jetzt müssen die Vereinsmitglieder 2017 auch noch ihren Titel verteidigen. Zwölf Monate haben sie Zeit, sich drei für ihre Gegner besonders fiese Disziplinen auszudenken. Dabei gibt es nur eine Regel: „Es muss was mit Wasser dabei sein.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Umweltbundesamt fordert klare Regeln für Müllofen

Darf in Göppingen mehr Müll verbrannt werden, als in der Genehmigung steht? Bundesamt schätzt die Rechtslage anders ein als das Regierungspräsidium. weiter lesen