Bedarf an neuen Wohnformen wächst

Impulse zum generationenübergreifenden Wohnen gab die dritte Demografie-Tagung des Sozialministeriums in der Evangelischen Akademie Bad Boll.

|

"Außerfamiliäre Bindungen werden wichtiger für alle Generationen", sagte Ministerin Katrin Altpeter, die die Tagung in Bad Boll vor 170 Vertretern aus Kommunen, Verbänden, Politik, Planungs- und Architekturbüros, aus der Bau- und Wohnungswirtschaft sowie bürgerschaftlich engagierte Menschen eröffnete. Der Bedarf an generationenübergreifenden Wohnformen werde auch im Land weiter wachsen. Dieser steigenden Nachfrage stünden noch zu wenige Angebote gegenüber. Die Ministerin lobte die guten Beispiele neuer Wohnformen im Land. Sie warb aber auch dafür, "sich von der Aufbruchsstimmung und Begeisterung auf der Tagung anstecken zu lassen".

Die Zahl der Haushalte werde weiter wachsen, prognostizierte Roland Vogelmann von der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der Schwäbisch Hall Stiftung "bauen - wohnen - leben". Damit steige auch die Wohnungsnachfrage. Seit Mitte der 90er Jahre sei der Wohnungsbau jedoch schwierig geworden - was sich auf die Preise von Mieten und Immobilien auswirke. Das Leitbild müsse so heißen wie das Motto der Tagung: "Wohnen für Alle". Heute lebten bereits 53 Prozent im Eigenheim. Obwohl es auch mit einem Einkommen von 2000 bis 2500 Euro mit 51 Prozent relativ viele Immobilieneigentümer gebe, stünden den Haus- und Wohnungsbesitzern im Land 11 200 Wohnungslose gegenüber. Der Bedarf an preisgebundenen Sozialwohnungen liege bei 300.000 bis 400.000, zurzeit gebe es jedoch nur 65.000.

Ein Modell vom Kaiserstuhl: Dort hat der Verein "Bürgergemeinschaft Eichstetten" Mitte der 90er Jahre betreutes Wohnen, Kernzeitbetreuung und integratives Tagescafé im Dorf in die Hand genommen - unterstützt durch ehrenamtliche und bezahlte Kräfte. Gemeinsam mit den Angehörigen, unter Trägerschaft des Vereins, gesteuert durch die Gemeinde und bei der Fachpflege unterstützt durch die Sozialstation, gilt das Projekt ein erfolgreiches Beispiel, wie nachbarschaftliche Netzwerke Verantwortung übernehmen. Altbürgermeister Gerhard Kiechle: "Das Dorf übernimmt den Generationenvertrag."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Prozess: IS-Sympathisant will Kalaschnikow kaufen

24-Jähriger will Sturmgewehr im Darknet kaufen und gerät an einen BKA-Beamten. Er hat Sympathien für Reichsbürger, den IS und die Black Jackets. weiter lesen