Bauland-Reserve noch nicht angetastet

Die Uhinger Stadtverwaltung will den zweiten Teil des Wohngebiets Weilenberger Hof erschließen. Die Ratsmehrheit hat die Planung verschoben.

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Im Gegensatz zu anderen Kommunen im Filstal ist die Stadt Uhingen in einer glücklichen Lage. Sie hat noch potenzielle Bauflächen. Vor mehr als 20 Jahren hatte die Stadt am südlichen Stadtrand in Richtung Sparwiesen stattliche Flächen von der Landsiedlung erworben - für elf Millionen Mark - und gedacht als langfristige Reserve. 6,5 Hektar des Gebiets Weilenberger Hof sind inzwischen erschlossen und weitgehend bebaut. Die Stadtverwaltung hält es für an der Zeit, nun auch die Planung des zweiten, östlichen Abschnitts mit 5,5 Hektar Fläche in Angriff zu nehmen.

Ab 2017 hätte Bürgermeister Matthias Wittlinger gerne in dem Baugebiet die ersten Plätze verkauft. "Wir wollen jungen Familien Baumöglichkeiten geben", erklärt Wittlinger, der möchte, dass die Kommune weiter wächst. Die Mehrheit des Gemeinderats sieht aber keinen Grund zur Eile. "In Uhingen wird derzeit und auch in den kommenden Jahren ausreichend Wohnraum geschaffen", sagt die Fraktionsvorsitzende der SPD, Susanne Widmaier. Die Sozialdemokraten wollen noch eine Reserve für die Zukunft vorhalten. "Und es ist nicht so, dass in Uhingen kein Bauland da wäre", erklärt Widmaier. Das aber sei in privater Hand und stehe nicht zur Verfügung, macht Wittlinger deutlich.

Während auch Ulrich Langer, Sprecher der FDP/UB-Fraktion, kein Problem sieht, die Planung um ein Jahr zu verschieben, ist der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Rainer Frey, alles andere als glücklich über das Verschieben des Vorhabens. Die Befürchtungen Widmaiers, dass binnen weniger Jahre die komplette Bauplatzreserve aufgebraucht sein werde, teilt Frey nicht. "Wir haben für die andere Hälfte 20 Jahre gebraucht", meint der Stadtrat. Auch der zweite Teil solle Zug um Zug entwickelt werden. Aus Sicht Freys ist die Verschiebung höchst ärgerlich. "Wir hätten schon vor zwei Jahren planen sollen, um weiterbauen zu können." Jetzt könnten die ersten Bauplätze frühestens Ende 2017 verkauft werden. Die Stadt brauche weitere Einwohner, um ihre Einrichtungen erhalten zu können. So sieht das auch Sabine Braun (CDU), deren Fraktion jedoch für die Verschiebung gestimmt hatte - aus Unkenntnis der Zusammenhänge, wie Braun gegenüber unserer Zeitung einräumt.

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