Baugebiet: Beste Lage verbaut die Aussicht

Es ist das letzte Baugebiet im Flächennutzungsplan von Böhmenkirch. Aber deshalb waren die 20 Zuhörer aus der Wiedelhalde nicht zur Ratssitzung gekommen. Sie fürchten, dass ihnen die Aussicht verbaut wird.

|
Die untere Wiedelhalde von Süden. Wenn das neue Baugebiet "Böhmenkirch-Süd Erweiterung" kommt, ist es vorbei mit der schönen Aussicht.  Foto: 

"Es ist das letzte Baugebiet im Flächennutzungsplan und eines der schönsten." Damit traf Bürgermeister Matthias Nägele in der Sitzung des Böhmenkircher Gemeinderates am Dienstag den Nagel auf den Kopf - allerdings auch mit einer gewissen Ambivalenz. Die 31 Bauplätze am leicht geneigten Hang im Gebiet "Böhmenkirch-Süd Erweiterung" haben nicht nur beste Südlage, sondern liegen gleichzeitig am Rand des gültigen Flächennutzungsplanes. Damit winkt den künftigen Hausbesitzern ein unverbaubarer Ausblick in freie Landschaft Richtung Steinenkirch.

Genau diesen herrlichen Ausblick hatten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Bewohner der Wiedelhalde und im Baugebiet Bromenäcker. Wenn das neue Baugebiet voll ist, sitzen sie künftig in der zweiten Reihe. Entsprechend groß war das - für Ratssitzungen - außergewöhnliche Publikumsinteresse: Gut 20 Bürger saßen auf den Zuhörerstühlen, als Ingenieur Uwe Straub dem Gremium den ersten Vorentwurf für das 2,3 Hektar große Gebiet vorstellte. Straub schlägt in West-Ost-Richtung zwei Reihen mit insgesamt 31 Bauplätzen vor, die zwischen 600 und 700 Quadratmeter groß sind. Erlaubt sollen Einfamilien- und Doppelhäuser sein. Außer Flachdächern sind alle Dachformen zugelassen, die kann bis zu 9,00 Meter betragen.

"Das sind 70 Zentimeter mehr als im benachbarten Baugebiet Böhmenkirch-Süd", monierte ein Hausbesitzer aus der Wiedelhalde. Durch das Richtung Süden und Osten abfallende Gelände sei keine Beschattung der Häuser in der Wiedelhalde zu befürchten. Zumal die Abstände zwischen den Häusern im neuen und alten Baugebiet im engsten Fall immer noch 17 Meter betragen würden, versuchte der Ingenieur die "Wiedelhalder" zu beruhigen. Die schienen eher skeptisch als überzeugt. Eine Beschattung schloss am Dienstag auch der Bürgermeister aus. "Den freien Blick in die Landschaft haben Sie nicht mehr", räumte der Schultes dagegen ein. Durch die Lage der Baufenster könne man aber zumindest "Sichtfenster" schaffen.

Über den detaillierten Zuschnitt und die Vorgaben im Baugebiet will der Gemeinderat am 1. Dezember entscheiden. Bei der anschließenden vier Wochen langen öffentlichen Auslegung im Rathaus, können auch Bürger ihre Anregungen und Bedenken einbringen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen