Baubeginn der Nordspange in der Karwoche

Was lange währt: Nach zehnjähriger Planung steht der Baubeginn der Schlater Nordspange an. In der Karwoche soll es losgehen. Bauzeit: Vier Monate.

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Sie ist einfach nur glücklich, dass die Bagger jetzt anrücken. Es sei für Schlat "eine ganz große Maßnahme", verdeutlicht Bürgermeister Gudrun Flogaus. Vielleicht ein Jahrhundertbauwerk. Wann hat Schlat schon mal eine Umgehungsstraße bekommen?

Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter der Bürgermeisterin. Nichts hat sie in ihrer jetzt dreijährigen Amtszeit so beschäftigt wie die Nordspange. Als sie das Projekt von ihrem Vorgänger Bernd Welser übernahm, der es seit 2003 verfolgt hatte, traf gleich der Zuschuss vom Land ein. Aber der war von einem Missverständnis begleitet: "Das Regierungspräsidium ging davon aus, dass wir schon allen Grunderwerb hätten. Aber wir hatten noch kein einziges der 20 Grundstücke gekauft", berichtet sie.

Damit begann ein langes Ringen, das mitunter vom Bangen um die Zuschüsse begleitet war. Immer wieder tauchten Zweifel auf, ob das Land seinen Zuschuss Jahr um Jahr verlängern würde. Aber das Land hat das prinzipiell nicht in Frage gestellt. Die Bürgermeisterin ist froh um diese Verlässlichkeit. "Es sind ja sehr viele Straßenbauprojekte nicht weiterverfolgt worden" sagt sie.

Dass die Trassenführung Zündstoff barg, stellte sich spät heraus. Vor zwei Jahren startete eine Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren, um die Trasse weiter vom Ort abzurücken, mit oder ohne westlichen Kreisverkehr. Gescheitert ist es an formalen Vorschriften. Eine NWZ-Umfrage ergab: Beide Lager im Dorf waren gleich stark.

Die Wogen haben sich wieder geglättet, stellt die Bürgermeisterin heute fest. "Die Schlater freuen sich gemeinsam, dass die Nordspange jetzt Wirklichkeit wird." Flogaus hat dazu noch im letzten November eine Bürgerversammlung abgehalten, bei der es sachlich zugegangen sei.

Die Kosten für Schlat sind mit den Jahren geklettert und dürften bei 430 000 Euro liegen, sagt die Bürgermeisterin - 100 000 über der Kalkulation von 2006. Für sie ist das im Rahmen, weil Schlat eine geringe Verschuldung hat. Die werde bis Ende 2014 von 108 Euro pro Kopf auf 329 steigen - auch bedingt durch andere Investitionen - dann aber wieder sinken.

Etwa 3500 der 6500 Fahrzeuge, die durch den Ort rollen, sollen künftig über die Nordspange abfließen - die Göppinger Straße hat dann nur noch Anliegerverkehr. Ein weiterer Nutzen: An den Kreisverkehr Richtung Süßen soll mittelfristig der Weilerbachweg angeschlossen und damit die Rommentaler Straße entlastet werden. Am Weilerbachweg ist derzeit ein kleines Baugebiet mit neun Bauplätzen hinzugekommen. Für Bürgermeister Flogaus ein großer Gewinn: "Da ziehen junge Familien an den Ort."

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